Ein neuer Fürst zum Merken
Aus den Stollen: Ein neuer Fürst zum Merken
Angroschim hadern mit Wechsel auf dem Fürstenthron
ANGERSTEIG, Ende Travia 1041 BF. Der Tod des alten Fürsten und der Wechsel auf dem Thron sorgen bei den Angroschim für Trauer und eine gewissen Beklemmung. Um unseren (menschlichen) Lesern einen Eindruck davon zu geben, hat unser Chronist Mattosch Sohn des Joharl ein Stammtischgespräch in der Taverne „Zum Bierhammer“ aufgezeichnet.
„Meine guten Freunde, hier sind eure Biere“, meinte der Hügelzwerg Burri Sohn des Ogrim und stellte den Anwesenden ihre Krüge hin. Der sonst so fröhliche Hügelzwerg wirkte betrübt, und auch die anderen Anwesenden waren sehr ernst, obwohl es frisches Zwergenbier gab.
Barox Sohn des Tarix, der Bergvogt von der Bergwacht von Tosch Isnasotar, erhob sich. „Meine Freunde, zu Beginn unserer Runde, ein kurzes Gedenken an den verstorbenen Rogmarog des Kosch. Auf den Eberstammer!“ Er nahm etwas vom Schaum seines Bieres in die Hand und spritzte es in das Feuer des Kamins.
„Auf den „Dor’angramox!“, kam es als Antwort, und die übrigen taten dasselbe. Dann nahm jeder einen tiefen Schluck. Nachrichten der Menschen interessierten die meisten Angroschim nicht sonderlich. Zu hektisch, zu unbedeutend und meistens schon wieder veraltet, wenn man sie hörte. Doch die Nachricht, die der reisende Krambold Mattosch Sohn des Joharl heute überbracht hatte, verbreitete sich auch unter den Kindern Angroschs wie ein Lauffeuer: Blasius vom Eberstamm, Fürst des Kosch und geschätzter Landesvater, war verstorben! Dies war etwas, das sogar die Angroschim aufhorchen ließ. Nicht nur war der Fürst auch bei den Zwergenvölkern im Kosch hoch angesehen, nein, viele konnten sich eine Zukunft ohne seine ruhige Hand nur schwer vorstellen.
„Dabei war er doch noch so jung. Lediglich dreiundsiebzig Götterläufe“, meinte Eldrik, Barox’ Bruder, sehr betrübt.
Mattosch hob eine Augenbraue. „Vergesst nicht, Väterchen, für uns mag es jung sein. Aber für die Gigrim ist das ein stolzes Alter.“
Burri nickte, „Das Schicksal der Großlinge ist schon grausam. Kaum gewöhnt man sich an sie und bezeichnet sie als Freunde, da gehen sie schon wieder in die Hallen ihrer Götter.“
Barox brummte zustimmend. „Der Fürst war ein guter Mann. Kein großer Herrscher, kein Drachentöter, aber er hat uns Kinder Angroschs immer respektiert und den Bund auf Ewig geehrt. Dank ihm ist das Bündnis zwischen Angroschim und Xomasch enger geworden, nicht nur im Kosch. Angrosch wird es ihm sicherlich vergelten.“
Die anderen nickten, dann stellte aber Burri die Frage: „Wer wird einem solchen Herrscher denn nachfolgen?“
Mattosch dachte kurz nach und meinte: „Das wäre dann wohl sein Groscho Anshold.“
Eldrik brummte: „Das werden dann harte Zeiten für unsere Heimat. Der Gute ist doch noch ein besserer Fläumling mit seinen gerade mal siebenundvierzig Götterläufen.“
Sein Bruder nickte zögerlich, doch Mattosch schüttelte energisch den Kopf. „Vergesst nicht, Väterchen, er ist aus demselben Holz des Stamms der Eber. Deren Wurzeln im Kosch reichen tiefer als selbst bei einigen unserer Sippen. Die Leute sagen, dass er durchaus in der Lage sein wird, den Schmiedehammer wie sein Garascho zu führen.“
Burri brummte zustimmend. „Er ist also aus bestem Koscher Erz geformt und wird sicherlich ein würdiger Nachfolger.“
Eldrik und sein Bruder sahen sich unsicher an. „Aber es gibt einige Gerüchte, die ihn als entscheidungsschwach beschreiben. Und große Taten fallen mir zu ihm auch nicht gerade ein.“
Mattosch schien nun angroschgefällig entflammt zu sein, denn er erwiderte feurig: „Das stimmt so nicht! Wer war vorne mit dabei, als es galt, Angbar von dem drachischen Alagrimm und seiner geschuppten Brut zu befreien? Anshold führte die Gigrim an der Seite von Angarok Rogmarok Albrax zur Verteidigung der Ehernen an!“
Die anderen Zwerge trommelten mit ihren Krügen auf den Tisch. „Gut gesprochen, Groscha-Fort-Brumborim!“ meinte Eldrik zustimmend. „Außerdem wurde verkündet, dass der Garaschmox Nirwulf Sohn des Negromon weiterhin Cantzler des Kosch bleiben wird. Damit ehrt Anshold schon zu Beginn seiner Herrschaft das alte Bündnis unserer beiden Völker, wenn er einen solch wichtigen Posten weiterhin bei uns Angroschim sehen will.“
„Beständig wie der Fels“, meinte Barox zufrieden. Die anderen brummten zustimmend. „Wir Angroschim sollten also den neuen Eberstammer sowie die hiesigen Menschen unterstützen und weiterhin helfen, wie es schon zu der Zeiten der Väter war“, verkündete Mattosch und erhob sich und seinen Krug zum Schwur. Die restlichen Anwesenden erhoben sich ebenfalls alle feierlich. „Auf Anshold Sohn des Blasius von der Eberstammsippe! Auf die gemeinsame Zukunft. Angaruschorom-drosch!“
Aufgezeichnet durch Mattosch Sohn des Joharl
