Vom Kampf mit Einhändern
Vom Kampf mit Einhändern
Zum Kampf mit Einhandwaffen hatten sich 80 Streiter gemeldet, darunter auch vier Zwerge. Die erste Runde fand am 11. Rondra statt, alle folgenden tags darauf. Es versteht sich, dass wir aus den zahlreichen Duellen nur von einigen Höhepunkten berichten wollen und können.
Die erste Runde brachte dem Koscher Publikum gleich zwei Enttäuschungen. Prinz Edelbrecht unterlag dem Twergenhausener Schwertbruder Throndwerth von Zweibruckenburg, und Pfalzgraf Reto vom Bodrin, dem vor allem die Schetzenecker Herzen zuflogen, musste sich dem wenig bekannten Drakfolder Ritter Farelius von Silberquell geschlagen geben. Ehrgeiz bewies der Ritter von Liobas Zell, der in der Tjoste das Banner der Partei Nimmgalfs von Hirschfurten erobert hatte und nun Nimmgalf selbst forderte – doch der garetische Baron machte kurzen Prozess mit ihm. Für die größte Überraschung sorgte erneut Falk Barborn zu Siebental, der den Greifenfurter Baron Ardo von Keilholtz besiegte. Vielleicht waren es die zornigen „Nimm das, Answin!“-Rufe, die den Kressenburger so aus dem Konzept brachten, dass er den niederprasselnden Schlägen Ritter Falks nichts entgegenzusetzen hatte.
In der zweiten Runde verließ den Ritter zu Siebental aber das Glück im Kampf gegen die darpatische Edle Alrike zu Moorweiler. Mit Gisbrun von Treublatt, Heermeister Thorben von Hammerschlag und den beiden Mersinger Vettern Welfert und Merovahn schieden auch einige Favoriten aus. Sehr zufrieden war das Publikum, dass Angbart von Salzmarken-See den Bezwinger Prinz Edelbrechts aus dem Rennen warf.
Nach der dritten Runde verblieben zehn Kombattanten. Auf zwei von ihnen hatte kaum ein Koscher gewettet: den Nordmärker Junker Dragowin von Vairningen und den almadanischen Baronet Tiako von Rosenteich. Der Letztere, Sohn eines von Kaiser Hal geadelten Mohas, traf in der vierten Runde auf Nimmgalf. Sein schneller, geschmeidiger südländischer Stil mit dem Säbel brachte den Baron in arge Bedrängnis – bis er den Rhythmus hinter den Angriffen begriff, die Attacken des Gegners ins Leere laufen ließ und ihn dann mit einigen heftigen Hammerschlägen zu Boden schickte.
Am Ende der Runde hatten sich fünf Kämpfer durchgesetzt, die nun alle einmal gegeneinander antreten sollten, um den Endsieger zu bestimmen: Hagen von Salmingen, Korbrandt von Bösenbursch, Niam von Eichstein, Nimmgalf von Hirschfurten und Perval von Vardock.
Den längsten Kampf in dieser fünften Runde lieferten sich Niam und Perval. Der Knappe der Göttin gewann zwar schnell die Oberhand, doch die Eichsteinerin weigerte sich aufzugeben und blockte Schlag um Schlag, bis sie endlich die Kräfte verließen. Begeisterungsstürme löste Baron Hagen aus, als er Nimmgalfs Klinge mit einer Meisterparade band und ihn dann mit einem einzigen wuchtigen Schlag in den Staub warf. Hagen musste sich allein seinem Freund und einstigen Waffenmeister Korbrandt geschlagen geben, der seinerseits nur gegen Niam unterlag. So hatten am Ende beide drei Siege vorzuweisen, und ein Stechen wurde nötig. Die beiden schenkten sich nichts in einem spannenden Duell, das schließlich Korbrandt für sich entscheiden konnte.
