Zu Rondras Ehr’ vor Angbars Mauern

Aus KoschWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen


 Wappen Mittelreich.svg  Wappen Fuerstentum Kosch.svg   Wappen Grafschaft Hügellande.svg  
 Reichsstadt.svg
 
Texte der Hauptreihe:
Ron 1041 BF
Zu Rondras Ehr’ vor Angbars Mauern


Kapitel 1

Anzeigen
Autor: Kordan

Kosch-Kurier36-.gif

Kosch-Kurier Sonderausgabe - Rondra 1041 BF

Zu Rondras Ehr’ vor Angbars Mauern

Fürst Blasius rief zum zehnten Mal zum Turnier

ANGBAR, Rondra 1041 BF. Zu den glanzvollsten Ereignissen des Kosch gehört das Fürstliche Ritterturnier. Vor acht Jahren fand es zuletzt statt. Nach dem Sieg des Reiches über den Feind im Osten war die Zeit gekommen, dass Blasius vom Eberstamm erneut die Ritterschaft des Fürstentums wie auch der anderen Provinzen zum Wettstreit auf dem Brodilsgrund versammelte. Und sie kamen in Scharen!

Jährlich im Ingerimm putzt Angbar sich heraus zur Warenschau, und die Bürger blicken stolz auf den Glanz ihrer Stadt. Doch die höchste Pracht entfaltet die Capitale, wenn der Fürst den Adel von nah und fern zum Turnier ruft! Wenn Ritterin und Ritter in blinkender Rüstung um den höchsten Ruhm auf der Kampfbahn wetteifern. Dann flattern die Banner, donnern die Hufe, klingen die Schwerter und bersten die Lanzen. Aber auch Bardensang, Bratenduft und Bierdunst erfüllen die Luft. Und selbst der Außerkosch, wo man unsere Provinz sonst gern als klein und karg belächelt, schaut mit Hochachtung auf den Brodilsgrund und sendet seine Ritterschaft.

So geschieht es schon seit Jahrhunderten. Die Legende sagt, Baduar vom Eberstamm, der erste Fürst, habe im Jahre 1 nach Bosparans Fall eine Tjoste in Angbar ausgerufen. Belegt ist dies freilich nirgends. In den Chroniken wird zum ersten Mal 691 BF von einem Wettkampf berichtet, der den Namen Fürstliches Ritterturnier trägt. Ausgerichtet wurde es von Fürst Bernfred zur Geburt seiner jüngsten Tochter, Balbine. Seither fand es über hundert Mal statt, wenn auch niemals regelmäßig, sondern stets nach dem Willen des Fürsten.

Unser guter Fürst Blasius fand stets Gefallen am Tjosten, seit er in seinem dritten Amtsjahre am Kaiserturnier zu Gareth erstmals selbst in die Schranken ritt. Das heurige Turnier ist bereits das zehnte, das er ausrichtet. Das erste fand in Ferdok statt im Jahre 1000 BF, zum 400. Jahrestag des großen Siegs über die Orken. Es folgten in schneller Reihe die Jahre 1002, 1005, 1007 und 1009. Als aber der Ork wieder in unsere Lande einfiel und der Usurpator Answin sich des Throns bemächtigte, blieb wenig Zeit für Ritterspiele. Erst 1015 war es wieder soweit. 1018 folgte das große Jubelturnier zum 50. Tsatag des Fürsten – gewiss das prächtigste Turnier der letzten hundert Jahre. Und das letzte für ein Jahrzehnt, erhob doch schon bald darauf der finstere Borbarad sein schändliches Haupt. Der Brodilsgrund lag verwaist bis ins Jahr 1029, als Blasius vom Eberstamm – nun im 60. Altersjahr – ein letztes Mal sein Ross in die Turnierbahn lenkte, um Abschied vom geliebten Tjosten zu nehmen. Danach wurde noch einmal gefochten vor Angbars Mauern: 1033 zur Feier der gesicherten Erbfolge am ersten Tsatag des Prinzen Erlan.

Nun also traf man sich erneut zum Wettkampf im Rondramond dieses Jahres 1041 BF. Eine offizielle Widmung oder ein Motto wurde nicht verkündet, doch gedenkt gewiss ein jeder der großen Siege des vergangenen Kriegs gegen den Verräter Haffax. Man hört, es seien Stimmen aus dem Kreis der Falkenritter gewesen, die den Fürsten zur Ausrichtung eines Turniers bewegt hätten. Andere wollen wissen, dass es die Baronin vom Greifenpass war, die als Erste bei ihrer Erhebung die Idee aufs Tapet brachte. Gewiss ist, dass die Rondrakirche in den Personen von Schwertbruder Leodan von Tandosch und Hofkaplan Kuniswart vom Eberstamm maßgeblich an der Ausgestaltung beteiligt war. Auf ihre Vorschläge gehen einige Besonderheiten des Programms zurück. So gab es dieses Mal kein Schießen, weder mit der Rondra wenig gefälligen Armbrust noch mit dem Bogen. Das Gestampfe wurde, ein seltener Anblick, im Fußkampf durchgeführt.

Doch genug der Vorrede, lest auf den folgenden Seiten, was sich zugetragen und wer Ruhm und Ehre erworben hat!