Das Ende der Ära Treublatt

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Ausgabe Nummer 66 - Phex 1043 BF

Das Ende der Ära Treublatt

Neuer Vogt zu Fürstenhort ernannt

FÜRSTENHORT, Hesinde 1043 BF. Die über hundertjährige Herrschaft des Hauses Treublatt über die Fürstliche Baronie Fürstenhort hat geendet. Seit dem Ende der Kaiserlosen Zeiten, 935 BF nämlich, herrschte ein Treublatt als Landvogt über die abgelegene Bergbaronie.

Auf Alwene folgte ihr Sohn Trar und auf diesen dessen Sohn Roban, der ganze 70 Jahre lang die Amtsgeschäfte in Fürstenhort führte, bis er dann im Boron dieses Jahres von uns ging (der KOSCH-KURIER berichtete). Die Fürsten des Kosch trauten ihren Vögten offenbar viel zu, ist es doch mehr als ungewöhnlich, dass ein nicht erbliches Amt über drei Generationen in der gleichen Familie bleibt. Aufgrund dieser Tradition hatte Robans Sohn, Gisbrun, selbst Junker zu Ambossblick, große Hoffnungen darauf, das Amt seines Vaters zu übernehmen. Gisbrun hatte 1033 BF die Tjoste der Erlans-Turney zu Angbar gewonnen und sich auch beim Feldzug im Wengenholm im gleichen Jahr tapfer geschlagen. Ein Jahr lang herrschte er als Vogt von Roterz, musste sein Amt aber wieder abgeben, als das Haus Grobhand von Koschtal belehnt wurde. So war es wenig erstaunlich, dass sich Gisbrun bereits als zukünftiger Landvogt zu Fürstenhort sah und in Erwartung dessen seine Zeit am Fürstenhof im Erlenschloss verbrachte.

In dieser Hoffnung wurde er aber gründlich enttäuscht. Ohne Rücksicht auf die lange Zeit der treublattschen Herrschaft zu Fürstenhort entschied sich Seine Durchlaucht, seinen Vetter Harrad von Eberstamm-Weidenhag als neuen Landvogt einzusetzen. Die Ernennung erfolgte bereits im Hesinde 1043, also nur wenige Wochen nach dem Tod Robans.

Die Entscheidung kommt einigermaßen überraschend, hat Harrad doch die Großzeit seines Lebens nicht im Kosch, sondern als Reichs-Medicinal-Rat in Elenvina zugebracht. 1033 BF legte er diesen Posten nieder und warf sich in den Kampf in der Wildermark. Erst 1041 BF kehrte er an den Fürstenhof zurück und war bei seiner Rückkehr auch an der Zerschlagung der Bande des Drugol Sohn des Drogosch beteiligt. Seither ist der 59-Jährige Mitglied im Keilerorden und lebte recht unauffällig am Fürstenhof im Erlenschloss.

Nach der Ernennung verlor Wohlgeboren Harrad wenig Zeit. Obwohl es bereits zu schneien begonnen hatte, machte sich der frischgebackene Landvogt auf in seine Baronie und nahm dabei sogar den kürzeren, aber im Winter schwer begehbaren Weg über den Baduarspass. In der Stadt Fürstenhort bezog Harrad die Burg des Landvogtes, Zwingenberg. Die Dienerschaft musste sich schnell umstellen, waren sie doch lange an die Wünsche des alten Roban gewöhnt. Auch Robans Witwe Bachede von Treublatt-Salmingen, mit 56 Jahren knapp 30 Jahre jünger als ihr Gemahl, lebt noch auf der Burg. Harrad räumte ihr sogleich ein unbefristetes Wohnrecht ein, obwohl sie sicher lieber ihren Sohn Gisbrun anstatt des Eberstammers als Landvogt gesehen hätte.

Gisbrun war derweil wenig erfreut und soll bei seiner Abreise aus dem Erlenschloss wie ein Rohrspatz geschimpft ha-ben. Anstatt in seine heimatliche Burg Ambossblick zu rei-sen, zog es auch ihn ins Fürstenhortsche, allerdings zur Burg Porquidstreu, residiert hier doch der Ritter Trest von Vardock, der seinem Vater stets treu gedient hatte.

Garubold Topfler