Isnasotarer Stammtisch - Reisestart ins Wengenholmer Land

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18. Ing 1047 BF
Reisestart ins Wengenholmer Land


Kapitel 1

Die Bundschänke

Reisestart ins Wengenholmer Land

Hügelsaum in der Baronie Sindelsaum, Ingerimm 1047 BF

Es war ein lauer Morgen im Ingerimm. Murgrim Siebenrüb hatte soeben seinen Lebensmittelladen aufgemacht. Sein erster Kunde war Hogir Sternhagel, der Betreiber des Speisegasthauses Sindelblick. Er hatte einige Zutaten in seinen Korb gelegt. “Hast du noch etwas von dem Hartsteiger Berghonig?“ fragte er Murgrim. Murgrim schaute unter seinen Tresen und reichte Hogir ein kleines Töpfchen. „Das ist leider das letzte.“ Hogir wirkte enttäuscht. „Das ist wirklich schade. Der Honig ist ganz einzigartig. Er gibt meinem Honigkuchen eine ganz eigene Note. Meinst du es wäre möglich noch mehr davon zu besorgen? Murgrim überlegte kurz „Ich habe die Töpfchen von Alt-Baron Erlan bekommen. Er hat sie aus dem Hartsteiger Thal mitgebracht. Das ist irgendwo tief in den Koschbergen in der alten Baronie Twergentrutz.“ Hogir zwinkerte „Das ist wirklich schade, klingt allerdings nach einem kleinen Abenteuer da noch einmal diesen Honig zu finden.“ Nachdem Hogir gegangen war zögerte Murgrim nicht lange, schloss den Laden und machte sich auf den Weg zum Gut Wurzelschlag. Ihm war eingefallen, dass der neue Knappe Arnulf auf Wurzelschlag aus Hartsteig kam. Außerdem würde er sich nicht die Blöße erlauben, dass seine Kunden nur ein eingeschränktes Warenangebot bei ihm vorfanden. Oh nein, das war gegen seine Händlerehre. Er würde diesen Honig schon irgendwie beschaffen.

Als er einige Zeit später in Wurzelschlag ankam sah er Barthalm von Rohenforsten und seinen Knappen Arnulf in einem wilden Übungskampf. Für Murgrim sah der Kampf sehr ernst aus. Obwohl Barthalm mittlerweile nicht mehr der jüngste war ging er seinen viel jüngeren Knappen mit seiner Langaxt an als ob es gegen einen leibhaftigen Oger ging. Murgrim beobachtete den Kampf eine kleine Weile, bis Barthalm den Gast bemerkte und den Kampf unterbrach. „Grüß dich Murgrim. Was führt dich den zu uns nach Wurzelschlag?“ „Ich bin tatsächlich darauf aus mit deinem Knappen zu reden. Ich bin auf der Suche nach Nachschub für den Honig den Erlan damals aus Hartsteig mitgebracht hat.“ Arnulf war unterdessen ebenfalls dazugetreten. „Ach Meister Zwerg. Der Honig meiner Tante ist wirklich gut, aber die Reise ins Hartsteiger Thal ist lang und ziemlich beschwerlich.“ „Könntet ihr mir den Weg beschreiben? Ich würde das Tal gerne besuchen.“, sagte Murgrim. „Das ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Außerdem soll ich das auch nicht einfach so tun und ihr werdet es wohl nur auf wenigen Karten finden. Großvater ist immer noch der Meinung, dass nicht Jedermann genau wissen soll, wo seine Gut liegt. Ist da wohl ein bisschen misstrauisch. Falls es Ritter Barthalm jedoch zulässt könnte ich euch aber führen.“, antwortete Arnulf. Barthalm wirkte etwas überrascht von der Wendung die das Gespräch genommen hatte.

„Du willst also schon wieder aufbrechen Junge? Warst du nicht vor Kurzem schon mit dem Wangenmooser unterwegs. So wird das aber nichts mit dem baldigen Ritterschlag.“ Doch nun ergriff Murgrim wieder das Wort. „Das ist ja auch kein Genussreise. Es geht hier um den Schutz eines Reisenden und um eine wichtige Besorgung. Oder habt ihr vergessen, wer euch im letzten Winter diesen besonderen Sud gegen euren Rotz aufgetrieben hat?“ Ertappt sah der Ritter von Wurzelschlag zur Seite und brummte dann, „Na von mir aus. Aber keinen Schlendrian. Ich will, dass mein Knappe so schnell wie möglich wieder hier ist.“ Erfreut nickte Arnulf und wandte sich dann wieder an den Zwerg. „Dann sollten wir morgen früh aufbrechen. Treffen wir uns am Besten in Sindelsaum und von dort aus dann zur Reichsstraße in Richtung des Greifenpasses. Das Gebiet sollten wir aber so schnell wie möglich hinter uns lassen, nicht dass die dortigen Zöllner uns auch noch abkassieren wollen. Opa sagt immer, dass die Leute vom Greifenpass sogar von den Götter Wegzoll verlangen würden.“ Murgrim schmunzelte, denn das war sicherlich übertrieben. Dann fragte er, „Wo geht es dann von Twergentrutz aus weiter?“ „Wir verlassen den Markt nach Firun und dann am Besten immer zu Füßen der großen Berge weiter. Es gibt zwar auch Pfade direkt durch das Gebirge, aber die sind mir nicht alle bekannt und sollten wohl nur mit einem richtigen Führer begangen werden.“ Der Angroscho nickte und meinte, „Ist der Weg mit einem Wagen zu nehmen?“ Daraufhin schüttelte der Knappe nur den Kopf. „Das müsste schon ein sehr guter Wagen mit speziellen Rädern und guter Federung sein. Nein, wenn dann empfehle ich ein bergtaugliches Lasttier, einen leichten Handkarren oder eine Kraxe wie sie die Krambolde oft tragen.“

Murgrim machte sich im Kopf dazu eine Notiz und meinte dann, „Ist die Gegend gefährlich?“ Arnulf gab sich Mühe ernst zu bleiben als er erklärte, „Abgesehen von Zöllnern, rauflustigen Schwurbündlern und meinem Großvater sollte uns eigentlich keine Gefahr drohen. Zwar gibt es in den Bergen und wengenholmer Wäldern einige gefährliche Tiere, aber die interessieren sich meistens nicht für Menschen oder Angroschim, zumindest nicht im Ingerimm. Da sind die Gefahren der Berge schon ernster, deshalb empfehle ich gutes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Ihr solltet aber auch ein paar Extramünzen einpacken. Manchmal wird man von Adligen und Gemeinen gleichermaßen aufgefordert einen Wegzoll zu entrichten. Da kann man dann feilschen, streiten oder zahlen. Je nachdem ob ihr schnell oder langsam vorankommen wollt. Die Meisten sind aber schon mit ein paar einfachen Münzen zufrieden zu stellen und manchmal gewinnt man durch diese Wertschätzung sogar einen Unterstützer fürs Leben.“ Der Händler seufzte, aber geldgierig waren die Leute doch fast überall, warum sollte es in der Grafschaft Wengenholm anders sein. „In Ordnung, ich freue mich schon auf die Reise, aber ich werde trotzdem wohl noch eine Armbrust und meine Axt einpacken, sicher ist sicher.“ Arnulf nickte, erklärte aber selbstbewusst, „Macht euch da keine Sorgen Meister Angroscho. Mit mir an eurer Seite wird euch nichts fehlen.“ Dann reichte er dem Zwerg die Hand, in welche dieser kräftig einschlug und dann trennten sich wieder ihre Wege um jeweils Reisevorbereitungen für den morgigen Tag zu treffen.