Glaube im Kosch — Teil VII: Der gestrenge Herr Firun

Aus KoschWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen


Kosch-Kurier36-.gif

Ausgabe Nummer 40 - Ingerimm 1028 BF

Auf dem Zwölfergang

Glaube im Kosch — Teil VII: Der gestrenge Herr Firun

In dieser Ausgabe begleiten wir Meister Born von Stedtler zu der wohl mühsamsten und gefährlichsten Station des Zwölfergangs: zum weißverschneiten Firunszapfen in den Wengenholmer Bergen.

Schon seit einer Weile begleitet mich zwischen den anderen Gipfeln das Weiß eines markanten steilen Berges. Immer näher schlängelt sich ihm der schmale Passweg entgegen — ihm, dem Firunszapfen, den die Wengenholmer als höchsten Berg des Kosch nennen, im Widerspruch zu den Schetzeneckern, die selbiges von ihrem Götterfirst behaupten.

Anders als beim Götterfirst steigt der Pilgerweg jedoch weiter hinauf und nähert sich der Bergspitze. Immer beschwerlicher wird mein Gang, immer kälter bläst der schneidende Wind, während sich zu den kärglichen Steinen zu meinen Füßen ewiger Schnee gesellt. Schon lange sind die letzten kläglichen Fichten der eisigen Wüste gewichen — kein Leben scheint einen mehr zu begleiten. Die Zehen werden frostig und taub, das Atmen fällt schwer, kaum ein Schritt will mehr gelingen, kaum ein klarer Gedanke mehr entstehen — man ist einzig in der Hand des Winterherren.

Doch wie im Windhauch verschwinden die Ewigkeiten des Leides in der Erinnerung, wenn der Blick zum ersten Mal über das leuchtend weiße Plateau des Gipfels schweift. In der klaren Bergluft grüßen die majestätischen Geschwister des Berges. Tiefe Ehrfurcht ergreift mich angesichts dieser Schönheit. Ich setze mich auf einen kleinen Findling, der mir ich dieser Einsamkeit Rast bietet. In mir breitet sich ein Gefühl von Ruhe und stiller Einkehr aus — mir wird bewusst, dass auch ich, wir alle, ein Teil dieser wilden Schönheit unserer Welt sind. Und aus der Ferne grüßt mein Bruder, der Adler.

Aus der Historie

Grausamer Frost, Tod bringende Schneestürze, finstere Schluchten, knorrige Wälder und gefährliches Getier — all das lernten die ersten Siedler kennen, als sie ihre Schritte in die damals so unbekannten Koschberge setzten. Und dennoch waren die Zeiten in den Niederungen so finster, dass ihnen diese entlegenen Höhen Hoffnung auf ein besseres Leben boten. Mag sein, dass der Herr Firun selbst jenen wackeren Heimatsuchenden den rechten Weg wies, denn schon bald lernten sie das Dickicht urbar zu machen und vom Wild und den Früchten des Waldes zu leben. Jedenfalls gibt es viele wackere Bergbewohner, die bis heute daran glauben, dass vor allem der Ewige Jäger ihnen damals ihr Überleben sicherte und in seiner Gnade bis heute sichert. Diese Überzeugung mag auch der Alte Grimm, jener legendäre erste Geweihten des Firun, genährt haben, der kurz nach den Dunklen Zeiten aus dem Finsterkamm gestiegen und durch den Kosch (später auch in den Hinterkosch) gezogen sein soll. Man sagt, er habe die urtümlichen Bräuche mit den Lehren Firuns in Einklang gebracht und damit den Grundstein für den Firunsglauben, speziell im Wengenholmschen, gelegt. Viele der bis in unsere Tage überlieferten Riten wurzeln in jenen ersten Tagen. Auch nach dem Alten Grimm finden sich, wenngleich vereinzelt, Firungeweihte wiederholt in den Annalen des Fürstentums wieder, meist als weise Einsiedler oder Retter in der Not.

Die vielleicht bedeutsamste Begebenheit trug sich im Jahre 415 BF zu, als die Priesterkaiser das Reich in ihrem strengen Griff hatten. In ihrem Gefolge fand sich Hagrobrandt, der gestrenge Leib-Inquisitorius des Lichtboten, ein jähzorniger und grausamer Mann. Die Legende erzählt, dass er einst zur Sonnwendfeier einen Bären auf glühende Eisen treiben ließ, damit er zum Zeichen der Überlegenheit des Menschen über das wilde Getier tanze. Als er im folgenden Mond durch das Dorf Firnholm im Fürstenhortschen ritt, weigerte sich die dortige Firungeweihte Iralda zum Gruße ihre Fellmütze zu ziehen und bedachte den Inquisitor stattdessen mit eisigem Schweigen. Erbost von der ungebeugten Haltung der Priesterin, ließ dieser Iralda gefangen nehmen und, als sie sich weiterhin uneinsichtig zeigte, schließlich hinrichten und ihren Tempel niederbrennen.

Doch wehe, schon im folgenden Winter wurden die Hochlande von gefährlichen Bären heimgesucht. Mehr und mehr der Tiere verbreiteten Furcht unter den Bewohnern und trieben die Menschen zur Flucht und die Zwerge unter die Erde. Nahezu unbewohnt blieben die Berge zurück, kein Stollen ward mehr besetzt, kein Weg mehr befahren, kein Gold mehr in die Schatullen der Praiospriester gebracht. Erst 481 BF, nach dem Ende der Priesterkaiser, war es Graf Gelphart von Schetzeneck mit Mut und wahrer Waidmannskunst vergönnt, den Zorn des Eisigen zu besänftigen und der Bärenplage Herr zu werden. Der Ehrenname des wackeren Grafen, Firutin, zeugt ebenso von dieser Zeit, wie die Namen der Baronien Bärenklamm und Bärenfang, in welchen das Raubgetier am ärgsten wütete.

Firutin ward zum Vorbild für die adeligen Jagdgesellschaften, die auch im Kosch zunehmend an Beliebtheit gewannen. Nicht zuletzt dank des Heiligen Ordens unseres Fuchses Rajok zu Oberangbar (besser bekannt als der „Hanghasenorden“), der in der Rohalszeit durch den damaligen Grafen vom Angbarer See gestiftet wurde. Wie der einstige Frevler an Firuns Werk, durch Rajok, den füchsischen Begleiter des Herrn Firun, geläutert wurde, mag der treue Leser im KOSCH-KURIER 28 auf Seite 6 nachlesen.

Überhaupt waren viele Grafenhäuser fortan dem Vorbild ihres Vetters Firutin hold — so das Haus Wengenholm, eingedenk der Gnade, die Firun den Wengenholmer Siedlern zuteil werden ließ und lässt. Auch das Haus Falkenhag, das von dem einstigen Landes-Jagdmeister Jörch abstammt, blieb seiner firungefälligen Herkunft treu und förderte das waidmännische Jagdwesen. Gerade Graf Orsino von Falkenhag ist, nicht zuletzt nach seiner Pilgerfahrt zum größten Heiligtum des Gottes nach Bjaldorn, als frommer Anhänger des Eisigen, aber auch seiner milden Tochter Ifirn, bekannt.

Koscher Eigenheiten

Die Koscher Sicht des Herrn Firun zeigt sich überwiegend in zwei Varianten — der urtümlichen in den Koschbergen, speziell in Wengenholm, und der Sicht der herrschaftlichen Jäger am Angbarer See oder in der Grafschaft Ferdok.

In den entlegenen Bergen Wengenholms, wo man tagtäglich dem Zorn oder der Gnade des Gottes ausgesetzt ist, scheinen sich alte Weisen von Waldgnomen oder Berggeistern mit volkstümlicher Frömmigkeit zu mischen. Am Tag von Adlergang etwa legt man einen Ring aus Steinen um das Haus, um es im Winter vor den gefürchteten Firunschlägen (oder „Lawinen“, wie die Zwerge sie nennen) zu schützen; die Tennichter Bauern dagegen pflegen, wenn sie durch einen Wald laufen, stets Lieder zu Ehren Firuns zu singen, um die Wichtel des Waldes zu besänftigen.

Immer wieder hört man auch die Mär von den Tierherren, die als Gefolge Firuns über die Wilden Lande wachen. Manch einer sieht in den Tierherren die Koscher Version der „Wilden Jagd“, die nach vorherrschender Lehre im Gefolge Firuns über die winterlichen Lande zieht. Interessant erscheint auch eine fast vergessene Sage aus dem Hungertal, in der davon die Rede ist, dass der Alte Grimm in Tiergestalt (meist wird hier ein Hirsch, aber auch ein Kauz oder Waldschrat genannt) noch immer durch die Wälder ziehe und die Tiere vor Wilderern beschütze. Manch anderer hält gar den Berggeist Rabbatz für eine Verkörperung des Grimm oder einen Vertrauten Firuns, soll er doch immer wieder gegen Frevel an Gebirge, Wald oder Getier eingeschritten sein — eine Theorie, die bei den meisten anderen firunfrommen Leuten eher Kopfschütteln auslöst. Wahrlich, der Geschichten gibt es in den Tälern und Almen des Nordens gar viele.

Südlich der kargen Wengenholmer Berge tritt die Rolle Firuns deutlicher hinter jene von Ingerimm, Travia und Peraine zurück. Hier sind es vor allem die adeligen Jagdgesellschaften und ihre Jägersleut’, die dem Herrn Firun huldigen — allen voran der Heilige Orden unseres Fuchses Rajok von Oberangbar (die „Hanghasenjäger“), in dem ein Großteil des Wengenholmer und Seeländer Edlenblutes vereinigt ist. Die waidmännischen Regeln werden streng beachtet, etwa kein Gift und keine Fallen eingesetzt, keine trächtigen Muttertiere oder Jungwild gejagt. Dennoch sieht man Firun im Kosch weit weniger als gestrengen Hüter seiner Gesetze, sondern eher als freundlich-väterlichen Helfer der tüchtigen und ehrbaren Jäger. Von der ansonsten in der Kirche stark hervorgehobenen Tugend der Entbehrung, Ernsthaftigkeit und Härte ist hier kaum die Rede. Möglicherweise ist das der Grund, warum man bei den Dankopfern und Gottesdiensten lieber auf Laienschwestern oder -brüder als auf echte Geweihte zurückgreift. Diese werden als eisige, geheimnisumwitterte Einzelgänger eher gemieden und finden sich meist zurückgezogen in den Bergen und dichten Gehölzen.

Feiertage

15. Travia: Tsatag des Fürsten Blasius — Entenschießen des Ordens der Hanghasenjagd.

Meist an einem Abend zwischen Boron und Hesinde: Raugriff. Tag des ersten Schneefalls, in manchen Regionen auch des ersten Eises auf den Seen oder der ersten ausgeatmeten frostigen Wölkchen. Sobald sie diesen Vorboten von Firuns bevorstehendem Zorn bemerken, schicken brave Bauersleute und Krambolde ein Stoßgebet an Firun, um ihn um einen milden Winter zu bitten.

1. Firun: Tag der Jagd. In Wengenholm im Morgengrauen Auszug auf der Suche nach dem Winterunhold. Nur noch selten findet sich ein versprengter Ork oder Goblin, weit häufiger wird der Unhold durch einen in eine schauerliche Maske gehüllten Jüngling verkörpert. In den anderen Grafschaften wird ein symbolisches Winterbiest aus Stroh gebastelt. Jährlicher Winterfirunsdienst des Hanghasenordens mit anschließender Schleichjagd.

30. Firun: Ifirnsnacht. Verbrennung des Strohunholds bzw. symbolische Vertreibung des Winterunholds, verbunden mit der Bitte um baldigen Frühling.

24. Phex: Hornungshatz. Große Treibjagd des Hanghasenordens.

4. Rahja: Tsatag des Grafen Orsino; Falkenjagd des Ordens der Hanghasenjagd als feierlicher Abschluss des Jagdjahres.

Wichtige regionale Heilige

Hier sei zunächst der Alte Grimm genannt, der den Koschern der Legende nach die Gaben Firuns näher gebracht haben soll. Immer wieder berichten Wanderer im Norden des Kosch, bisweilen gar im Hinterkosch, dass sie ihm begegnet seien. Meist handelt es sich um unbedachte Waidfrevler, die durch ihn an die Regeln des Herrn Firun gemahnt werden.

Weiterhin genießt Iralda von Firnholm als Märtyrerin einen hohen Stellenwert — sie wird vor allem um Beistand gebeten, wenn es heißt auf der Jagd besonders geduldig und standhaft zu sein.

In den adeligen Jagdkreisen sieht man dagegen eher den großen Waidmann Graf Firutin (einst Gelphart) von Schetzeneck als Patron und Vorbild. Weiterhin sind es vor allem Sagengestalten und Fabeltiere, die im Gefolge Firuns genannt werden, weniger tatsächliche Heilige.

Heilige Artefakte

Der Bogen des Grafen Firutin befindet sich im Besitz des Schetzenecker Grafenhauses, soll jedoch ein eher unbeachtetes Dasein in einem Winkel der Koschtaler Burg Götterzahn fristen.

Weit größere Verehrung wird der Hellebarde zuteil, die vom Gründer des Hanghasenordens getragen worden sein soll — sie wird treu in der Obhut des Ordensreliquiars Baron Kordan von Geistmark verwahrt.

Weiterhin nennt so manch waidfreudiges Adelshaus eine stattliche Sammlung an Jagdtrophäen sein Eigen, die freilich nicht heilig sind, aber dennoch in der eigenen Familie fast ebenso gehütet werden. Beispielhaft ist hierbei die Hirschgeweihsammlung im Baronsschloss von Nadoret.

Heilige Orte

Im Glauben der meisten frommen Bewohner von Amboss- und Koschgebirge ist jeder dauerhaft schneebedeckte Berg ein heiliger Ort Firuns. Fast in jedem abgeschiedenen Bergbauernhof weiß man über jenen Gipfel, der die jeweilige Region beherrscht, eindrucksvolle Legenden zu erzählen — etwa dass der ewige Frost dort von Firun eifersüchtig gehütet werde und man sofort selbst zu Eis erstarre, sobald man einen Fuß darauf setze, so man nicht schon vorher ersticke, weil auch der Atem gefriere.

Überhaupt sind es eher sagenumwobene Stätten in der Natur, die als heilige Orte Firuns verehrt werden. So beginnt eine gute Jagd mit einem Firunsdienst an einem jener Heiligtümer — sei dies eine uralte Föhre, eine entlegene Lichtung oder ein markanter Fels, der an ein wildes Tier gemahnt (etwa der Dreifindlingsweiher im Angengrund, an welchem der Graf von Wengenholm üblicherweise seine Jagden beginnt). Meist findet man an solchen Orten nur einen schlichten Altar, bestenfalls einen Schrein. Echte Tempel dagegen sind eher selten.

Wichtige Tempel

Der vielleicht wichtigste Tempel des Wintergottes hierzulande befindet sich in Firnholm — hoch in den Fürstenhorter Bergen, wo dereinst die unbeugsame Iralda lebte. Graf Firutin selbst soll die Wiedererrichtung des niedergebrannten Heiligtums angeordnet und damit den Grundstein für die Beendigung der Bärenplage gelegt haben. Heute ist das Innere der eher bescheidenen Holzhütte über und über mit bemalten und geschnitzten Votivtafeln geschmückt.

Während die meisten Tempel ähnlich schlicht aussehen, fällt der neue Ifirntempel am Falkenhag, nahe dem Ufer des Angbarer Sees, etwas aus dem Rahmen. Wenngleich, wie die meisten anderen seiner Art aus Holz, ist er über und über mit edlem Schnitzwerk verziert. Graf Orsino hat ihn erst vor wenigen Jahren errichten lassen, nachdem er von seiner Pilgerfahrt aus dem eisigen Bjaldorn zurückgekehrt war.

Bei Hirschingen findet sich der einstige Jagdtempel der Ferdoker Grafen. Wenngleich hier schon die alten Fürsten geopfert haben sollen, steht er schon seit Jahrzehnten leer und verfällt — und es ist nicht zu erwarten, dass aus dem zwergischen Grafen Growin noch ein passionierter Jägersmann wird.

Darüber hinaus gibt es mehrere kleine Tempel von regionaler Bedeutung, etwa im metenarschen Wolftal oder in Tennicht unweit der Hallen von Koschim. Doch mehr als derlei Tempelchen sind es oft die Wohnstätten einer oder eines Geweihten, die von Gläubigen aufgesucht werden. Meist sind es entlegene Holzhütten, einfache Bergsteinkaten oder gar Höhlen, in denen alte, des Wanderns müde Priester einsam leben — wie jene der alten Berna in der Bärenklamm.

Bedeutende Geweihte

Knorrbart (geb. etwa 970 BF im Wengenholmschen)

Ein bärenhafter Hüne, schweigsam und mürrisch — und dennoch erfreut sich der alte Geweihte und sein treuer Bornländer Hund Knöttel in den Koschbergen großer Beliebtheit. Es heißt, der Mann mit seinem markanten Zottelbart sei in jungen Jahren ein normaler Krambold gewesen, der dereinst in einen Gletscherspalt brach. Nachdem ein Murmeltier ihm den Weg aus dem Tod bringenden Spalt gewiesen hatte, verschrieb er sein Leben dem Herrn Firun und streift seither durchs Gebirge, das er kennt wie kaum ein Zweiter, um in Not Geratene zu retten. So mancher verdankt ihm inzwischen gar sein Leben, und als sein alter Hund Knöttel (der erste) bei der Rettung einer lawinenverschütteten Alm umkam, sammelte das gesamte Tannichter Tal Geld, um dem Geweihten einen neuen Welpen (eben jenen heutigen Knöttel II.) zu kaufen. Wie es heißt, hat man den alten Knorrbart in diesem Moment zum ersten und einzigen Mal seit Zwergengedenken für einen Moment lächeln sehen.

Jastian vom Roten Tann (geb. 995 BF in den Ambossbergen)

Einst war Jastian ein ungestümer Wilderer, der vor allem in den Jagdgründen der Barone von Nadoret ungeniert Hirsche, die Wappentiere des hochedlen Hauses, schoss. Der alte Baron Dajin ließ ein hohes Kopfgeld auf den dreisten Schützen aussetzen. Es dauerte fast zwei Jahre, in denen sich Jastian selbst wie Wild in den Wäldern versteckte, bis er schließlich doch gefasst wurde. Inzwischen jedoch war der alte Baron als Answinist gestellt und Nadoret vom Grafen Growin dem Kaiser zum Lehen geschenkt worden. So führte der gute Graf selbst Gericht — und als Jastian, nach den Jahren im Wald fromm geworden, gelobte, sein Leben fortan in Firuns Wacht stellen zu wollen, ließ Growin von einer weiteren Strafe ab. Heute streift Jastian bekehrt, doch noch immer von heiterem Gemüt, durch die Ferdoker Mark und den Amboss, und es heißt, seine Jagd gelte heute weniger dem Wild als den holden Maiden im Land.

Firuna von Falkenhag (geb. 982 BF auf Schloss Grauensee)

Keine Geweihte, aber dennoch die wohl einflussreichste Fürsprecherin Firuns im Kosch ist die fürstliche Lands-Jagdmeisterin. Als treue Begleiterin der fürstlichen Gesellschaft wurde die beleibte Waidfrau eher durch ihre ruhige und gemütliche Art denn durch ihre gestrenge Ernsthaftigkeit auffällig, und erfreut sich nicht zuletzt beim guten Fürsten Blasius selbst großer Achtung. Erst kürzlich hat sie die kleine Padora in ihre Obhut genommen, eine Bastardtochter ihres Vetters Orsino, die auf dem Rückweg von dessen Pilgerfahrt nach Bjaldorn entstanden sein soll. Nach dem Willen ihres firunfrommen Vaters soll sie dereinst als Geweihte des Wintergottes dienen.

Weitere nennenswerte Vertreter der Gottheit

Die meisten Firungeweihten kommen aus der Ferne in den Kosch und verlassen ihn irgendwann wieder. Nur wenige, wie die alte Bärenklammer Einsiedlerin Berna oder der blinde Wolfhold aus Wolftal in Metenar, sind — häufig wegen ihres Alters — sesshaft geworden. Besondere Bedeutung hat die Wintergeweihte Walderia von Firntrutz, die im geschichtsträchtigen Tempel von Firnholm das Erbe von Iralda und Graf Firutin aufrecht erhält.

Weit größer als die Zahl der Geweihten ist jene der Laien, die an so manchem herrschaftlichen Hof die Jagdaufsicht ausüben. Eine herausgehobene Stellung hat hierbei die Jagdmeisterin des Ordens der Hanghasenjagd — derzeit hat die Edle Eisegrina von Rübfold die ehrenvolle Aufgabe als Wahrerin des Geistlichen Gutes.

Born von Stedtler, Ratsschreiber zu Angbar

In der nächsten Ausgabe:

Der Herr PRAios, der gestrenge Hüter von Ordnung und Gerechtigkeit

Irdischer Hinweis: Dieser Artikel bildete die Grundlage für den Wiki-Artikel Firun.