Wilbur der Starke

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Ausgabe Nummer 43 - Ingerimm 1029 BF

Aus Koscher Sagenwelt: Wilbur der Starke

In jungen Jahren war Wilbur Sumspflog, der erste Krambold, viel neugieriger und unvorsichtiger mit Zauberdingen als späterhin. Eines Tages geriet er in den Besitz eines Knopfes aus grünlichem Stein, wie man ihn im Kosch nirgends findet. Es hatte mit diesem Knopf, so wurde ihm gesagt, aber die Bewandtnis, dass er seinen Träger ungeheuer stark machen sollte, stark wie einen Oger, mindestens. Wilbur steckte den Knopf also in seine Tasche, vergaß ihn aber bald.

Einige Zeit später traf er im Gebirge eine junge hübsche Frau, die mit einer Kiepe Kohl auf dem Weg zu einem Berghof war. Auf dem steinigen Pfad hatte sie sich den Fuß vertreten und jammerte, wie sie den Weg noch schaffen solle. Wilbur erinnerte sich seines Knopfes und prahlte damit, dass es ihm ein Leichtes sei, die junge Magd samt ihres Kohls zum Berghof zu tragen — zusätzlich, versteht sich, zu seiner eigenen Last.

Die Frau schulterte also ihre Kiepe und setzte sich vorsichtig auf die Wilburs obenauf. Der junge Krambold merkte schon, dass die Sache nicht so einfach ging, wie er gedacht hatte, aber jetzt stand er im Wort, und die Sonne ging auch schon unter, er konnte die junge Frau nicht allein am Berg sitzen lassen. Vielleicht, dachte er, musste er den Knopf reiben? Oder in der Hand halten? Oder sich unter die Zunge legen? Aber nichts davon wollte helfen, und fast auf allen Vieren erreichte er in der Dämmerung den Hof.

Am nächsten Tag warf er den trügerischen Knopf in hohem Bogen fort. Da soll er heute noch liegen, und wer ihn findet, braucht ihn sich bloß ans Wams zu nähen, dann wird er stark wie ein Oger. Mindestens. Aufgezeichnet von

Sisimbria Q. Firkelstein