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Thorben kehrte von der Befragung der Soldaten zu dem Falkenritter und Lanzelind zurück.
„Sie behaupten, die Frau sei eine entlaufene Leibeigene ihres Herrn und deshalb sollten sie sie zurückholen! Aber ich glaube ihnen das nicht! Es waren zu viele, und das sie sich mit einem Falkenritter anlegen…“ sagte der Hammerschlager stirnrunzelnd.
„Ich werde sie trotzdem gehen lassen müssen, denn Ärger bedeutet das so schon genug. Außer die beiden hätten euch angegriffen!“ sagte er an den Falkenritter gewandt. Der Angroschshorner schüttelte den Kopf.
„Der eine ist geflohen und der andere tot. Diese beiden haben mich nicht angegriffen.“
Thorben seufzte.
„Nun, dann sollen sie nach Hause gehen! Bernhelm, nehme er sie mit! Sie werden eine Nacht unsere Gäste“, wie der Wehrmeister das sagte, ließ keinen Zweifel über den wenig komfortablen Ort aufkommen, an dem die beiden die Nacht verbringen würden, „sein und morgen den Heimweg antreten. Zu Fuß, die Pferde werden wir als Entschädigung für unsere Mühen und die Unterbringung behalten.“
Dann war das Klappern von Pferdehufen zu vernehmen und aus dem Halbdunkel schälten sich drei Gestalten zu Pferde heraus. Es waren der Baron zu Sighelmshalm, Arnulf und die Frau. Thorben hieß alle aufsitzen.
„Wir besprechen alles auf Hammerschlag! Eilen wir uns, damit es nicht zu dunkel wird!“
Bei Helmrich hielt er nochmals kurz an.
„Gut hat er das gemacht, und auch auf seine Söhne kann er stolz sein!“
An die anderen beiden gewandt sagte er: „Gut habt ihr das alle gemacht! Ich bin stolz auf euch.“
Der Erbvogt zog eine Flasche feinen Brandes aus seiner Satteltasche, reichte sie Helmrich und sagte: „Nehmt diese Flasche als meinen Dank und genießt den Abend! Jetzt ab mit euch nach Hause!“
Helmrichs Augen leuchteten dankbar, und seine Söhne stießen sich gegenseitig die Ellbogen in die Seiten und grinsten breit. Der Hammerschlager aber drückte seinem Pferd die Fersen in die Seiten und schloß schnell den anderen auf. Zuerst erreichte er Lanzelind, die ein Stück hinter den anderen ritt und die das Ganze beobachtet hatte. Thorben sah seine Knappin aufmunternd an, denn er sah, dass sie ihn etwas fragen wollte.
Lanzelind, nur auf dieses Zeichen wartend, hub sofort an zu sprechen: „Wer ist die Frau, Herr? Warum sind die Soldaten, denn wirklich hinter ihr her gewesen? Wird es Ärger mit meinem Vater geben? Was geschieht dann mit mir? Warum habt ihr Helmrich den Schnaps gegeben, er hat doch nur seine Pflicht getan? Und…“
Thorben hob beschwichtigend eine Hand und gebot Lanzelind schweigen.
„Nun, viele Fragen, mein Kind, wie immer“, sagte er und lächelte. Wie schön so eine aufgeweckte Knappin zu haben, dachte er bei sich.
„Jetzt werde ich Dir nur eine Frage beantworten, weil ich über die Antworten auf Deine anderen Fragen erst nachdenken muß“, sagte Thorben. „Es ist richtig, Helmrich und seine Söhne haben nur ihre Pflicht getan, aber eigentlich sind sie Bauern und keine Soldaten, genauso hätte sie vor Angst wie angewurzelt stehen bleiben können. Doch selbst Soldaten hätte ich gelobt, denn Anerkennung ist wichtig und bindet die Männer enger an mich“, fuhr er fort.
„Hast Du gesehen, wie Helmrichs Augen glänzten?“ fragte der Wehrmeister. Lanzelind nickte.
„Nun,“ sagte er, „dort konntest Du die Freude über das Lob und die Belohnung sehen. Der Schnaps war weder besonders teuer noch wirklich sehr gut, für uns zumindest nicht, aber für Helmrich ist er etwas besonderes, denn er hat ihn von mir als Anerkennung bekommen. Verstehst Du, was ich sagen will?“
Wieder nickte Lanzelind und schwieg. Thorben nahm das zum Anlaß sein Pferd anzutreiben, um die anderen einzuholen, und Lanzelind folgte ihm.