Unter Schurken - Fast nackt

Aus KoschWiki
Version vom 20. Januar 2020, 20:00 Uhr von VerschiebeBot (D | B) (Textersetzung - „{{KoschBriefspielindex}}“ durch „“)
Zur Navigation springen Zur Suche springen


Hinterkosch, 1021

Die ersten Schritte wankte der Baron doch beträchtlich und hatte große Mühe, sich auf seinen wacklingen Beinen zu halten. Rena eilte ihm entgegen, und auf halber Höhe sank er mit seinen Händen auf ihre Schultern.
“Rena, Wolfhardt, wie ich mich freue, Euch hier zu sehen.“
Man konnte seine matte Stimme nur vernehmen, weil Ritter Falk inzwischen aufgehört hatte zu jodeln.
“Wo sind wir denn?“
“Keine Sorge Hochgeboren; ihr wurdet von den Goblins, die uns überfallen haben, gesund gepflegt!“ antwortete der Wiesner, der nun zu den beiden getreten war. Die Goblins beobachteten die ganze Szene noch kurz, dann gingen wieder alle an die ihnen angestammte Arbeit.
“Wenn es denn wieder geht, sollten wir die Höhle sobald wie möglich verlassen; man weiß ja nicht, ob es sich die Goblins nicht noch anders überlegen. Immerhin stehen wir hier fast nackt... äh, ohne Waffen!“
Bei den Worten der Ritterin fiel Wolfhardt kurz die Kinnlade nach unten, doch dann stimmte er kopfnickend zu.
“Ja, wir sollten unsere Sachen packen und uns davon machen.“
“Nein, nein, so einfach geht das nicht, schließlich haben mich diese Goblins vor dem Fiebertod bewahrt. Ich muß mich dafür erkenntlich zeigen“, wisperte Merwerd, der nun von Rena und Wolfhardt gestützt wurde.
“Wo steckt eigentlich Ritter Falk?“
“Hallo, da bin ich!“ und wie gerufen trat der Ritter in die Höhle, gefolgt von einer ganzen Horde Goblins. Nun schien der Plan doch noch fehlzuschlagen, denn im Gegensatz zu unserer Heldengruppe waren die Rotpelze sehr wohl bewaffnet!
So umringten dann gut und gerne zwei Dutzend Goblins die vier, als die zornige Glatzköpfige hervortrat, der es offenbar gar nicht gefallen hatte, daß sie der Baron so unsanft zur Seite gestoßen hatte. Doch Merwerd konnte die Zahnlose nicht verstehen, versuchte ihr aber deutlich zu machen, daß er ihr ein Beutelchen mit Kräutern als Dank und Bezahlung geben wollte.
Da trat ein zweiter Goblin in den Kreis, nahm die Häuptlingin (oder war es eine Art Medizinfrau?) zur Seite und tuschelte kurz mit ihr. Diese nickte, und ein kurzer Befehl des anderen genügte, damit ein weiterer Goblin in den Kreis trat. Die anderen schienen ihn anzufeuern, als der plötzlich begann, zu jodeln und dazu auf den Sohlen seiner nackten Füßchen zu platteln!
Ein breites Grinsen hielt Einzug ins Gesicht des Siebentalers, während sich die anderen mit Grausen abwandten. Den Goblins aber schien das offenbar zu gefallen, und mit Glückwünschen und freundlichen Worten wurde die Gruppe der Großlinge aus der Höhle verabschiedet. Der Baron konnte ob des Auftritts des jodelnden Goblins nur den Kopf schütteln, Ritter Falk grinste noch immer bis über beide Ohren, und Wolfhardt und Rena schmunzelten sich verstohlen zu, während sie den Baron behutsam auf einem glatten Felsen absetzten, um anschließend die versteckten Waffen zu holen.