Ein einfacher Auftrag - Bei der Baronin von Otterntal

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Albernia, 1032

Gegen Abend des zweiten Tages erreichten sie schließlich die Burg Turaca. Auf der Burg wurden sie schnell freundlich aufgenommen, und so führte ein Diener die Waffenklirrende Gruppe in den großen Saal der Burg.
Dort tafelte gerade Baronin Melinde Neidenstein von der Graufurt. Die Dame erhob sich von ihrem Platz, als die beiden Barone mit ihrem Gefolge den Saal betraten. Ein Diener hatte sie wohl bereits informiert.
Galebquell, Sindelsaum. Seid mir willkommen auf meiner Burg. Bitte seid meine Gäste und setzt euch zu uns an die Tafel, damit ihr euch stärken könnt.“
Der Anführer des kleinen Trupps sah kurz zu Erlan, der allerdings keine Miene angesichts des Angebotes verzog. Es war also Roklan überlassen, der Baronin zu antworten. Melinde von Neidenstein, die fürstliche Baronin von Otterntal, war ihrer Schwester nur zu ähnlich – also vom Liebreiz einer al’anfanischen Dogge. Das Haus ihrer Schwester war für seine travianischen Umtriebe bekannt, die ähnliche Ausmaße annahmen, wie jene des Hauses Rabenmund. Beinahe jeder nordmärkische Ritter oder Baron mochte einen Neidensteiner unter seinen Vorfahren vermerken. Die Leihenhofer waren dieser Bindung jedoch selbst bis in die tiefste Vergangenheit ihrer stolzen Familie entgangen. Roklan also war nicht mit der Baronin von Otterntal verwandt.
„Travia zum Gruße, Euer Hochgeboren…“ grüßte er die Baronin eines geteilten Lehens noch einmal artig und verbeugte sich mit jugendlicher Eleganz vor ihr, seinen Umhang in einer weiten Falte über seine Schulter werfend. Er richtete sich wieder auf.
„Ich danke Euch im Namen der Götter für Eure Gastfreundschaft und nehme sie gerne an. Dies hier…“ Mit einem breiten Lächeln im Gesicht und einer schwungvollen Bewegung seiner großen linken Hand deutete er auf seinen Reisegefährten. „…ist seine Hochgeboren Erlan von Sindelsaum aus dem Fürstentume Kosch.“
Erlan hatte als Untergeordneter in der Situation lieber geschwiegen und verbeugte sich nur knapp, als sein Name genannt wurde. Schon wurden neben der Baronin Plätze freigemacht und so konnten sich Erlan und Roklan neben die Dame setzen, während ihre Gefolgsleute ihrem Rang gemäß an der Tafel verteilt wurden. Die Baronin von Otterntal war sichtlich nervös, doch verbrachte sie das gesamte Essen mit einem Gespräch über Triviales. Die ernsten Dinge waren eben nicht für die Ohren aller bestimmt.
Nachdem sie ihr Mahl beendet hatten, wandte sie sich an Roklan und Erlan.
„Es gibt sicherlich einiges, dass wir gemeinsam besprechen sollten. Folgt mir doch bitte in mein Arbeitszimmer.“
Schweigend folgten die beiden Barone der Nordmärkerin. Kaum waren sie in dem Arbeitszimmer angekommen brach die Baronin von Otterntal das Schweigen.
„Seid versichert, dass ich mich mit meinen Leuten dem Heer der Kaiserin anschließen werde, sobald sie meine Burg passieren, aber bevor die Kaiserin hier nicht mit dem Heer auftaucht, kann ich nicht weg. Meine Baronie wird schwer umkämpft und zahlreiche feindliche Haufen halten sich hier in der Nähe auf. Seid ihr gekommen, um mehr über die Situation vor Ort zu erfahren?“
Roklan schüttelte den Kopf. „Nein Hochgeboren. Wir wurden ausgesandt, um zu Vogt Ewain von Dolbenstein durchzubrechen, um von ihm Informationen einzuholen. Dabei sollen wir natürlich auch bei Euch den Stand der Dinge erfragen.“
Die Baronin nickte verstehend und so wies sie die beiden Ortsfremden die halbe Nacht in die kritische Situation vor Ort ein. Es stand schlecht um ihre Sache, denn sie kontrollierte mittlerweile nur noch ein knappes Viertel ihres eigenen Landes.