Sprößlinge von des Ebers Stamm!

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Ausgabe Nummer 35 - 1027 BF

Sprößlinge von des Ebers Stamm!

Prinzessin Nadyana gesegneten Leibes, Markgräfin Irmenella von Sohn genesen

ANGBARGREIFENFURT. Gleich zweimal ward Angbars Fürstenschloß in den vergangenen Monden in den regenbogenen Farben der Herrin Tsa geschmückt, und an beiden Tagen machte Fürst Blasius selbst den Weg zum kleinen Tempel der Göttin auf der Halbinsel Neuland unweit des Schlosses. Daß man der Jungen Göttin im Kosch soviel der Ehre erweist, das kann nur eines bedeuten: Nachwuchs im Fürstenhause!

Umso frohgemuter war der Dank des Fürstenhauses, als daß der Sproß des Fürstensohnes Edelbrecht vom Eberstamm und der Greifenfurter Markgräfin Irmenella von Wertlingen, Prinz Ulfried Halmdahl, im Morgengrauen des 1. Praios 34 Hal gesund das Derenlicht erblickte und sofort von einem Geweihten des Herrn Praios gesegnet ward. Denn seine Geburt war keine leichte, und mancher bangte um Markgräfin und Söhnlein, als diese während des letzten der Namenlosen Tage im Kindbett lag. Am meisten, das ist gewiß, ihr Gemahl Edelbrecht, der sich wohl an die Umstände seiner eigenen Geburt und das traurige Schicksal seiner Frau Mutter, der Fürstin, erinnert gefühlt haben mag.

Die koscher Fürstin Gunelida von Quindtian-Quandt war weiland von Frau Tsa mit Zwillingen gesegnet, und als sie Prinz Edelbrecht das Leben geschenkt hatte, schien es, als müsse sie womöglich ihr eigenes — und das des zweiten Kindes! — geben müssen. Einer Geweihten der Frau Tsa gelang es mit kundigen Wissen, sanften Händen und zufürderst ihrem frommen Glauben zwar, dem Prinzen Idamil zu seinem Derensein zu verhelfen, doch war es ihr nicht beschieden, auch das Leben der Fürstin zu erretten.

Damit die geschwächte Markgräfin von jeder Last befreit werde, sandte der Fürst, kaum daß die Nachricht aus Greifenfurt nach Angbar gelangt war, nach dem Mütterchen Brimoscha. Die tüchtige Hügelzwergin hat nämlich nicht nur seine Durchlaucht selbst, sondern auch dessen Söhne und seinen Neffen, Tobriens künftigen Herzog Jung-Jarlak von Ehrenstein, an ihrer Brust getragen und wird nun Amme am markgräflichen Hof sein.

Nicht lange darauf, und es schritt erneut der Fürst zum Haus der Tsa, an seiner Seite seinen Ältesten, den Erbprinzen Anshold, und dessen Gemahlin, die frische und tatkräftige Nadyana aus Wengenholms gräflichem Hause. Und selten — vielleicht nicht einmal am Tage seines Traviabundes — hatte man das Paar so voll Leben, den in seiner Jugend oftmals kränkelnden Erbprinzen so voller Stolz gesehen. Der Fürst selbst schritt leichten Fußes und stützte gar seine ehrwürdige Mutter, Alt-Fürstin Thalessia, in deren Antlitz ein Lächeln zu spielen schien.

Obwohl niemand große Worte machte und kein Herold vorausging, lief bald das Volk von überall zusammen, und als die Fürstenfamilie nach gemessener Zeit das Tsatempelchen verließ, ließ man sie hochleben und jubelte. Zur starken Hamvide aber, der Metzengesellin aus Alt-Angbar, die mit nach Neuland gelaufen war wie alle anderen, sagte man ihr auf ihre Frage das, was doch offensichtlich war: „Ja, beim Rabbatzmann, sperr doch die Augen, Frau, und freu’ dich aufs Freibier! Der Erbprinz und seine Gemahlin haben’s Herrn Edelbrecht nachgetan, sie ist von Tsa gesegnet und trägt den künftigen Fürsten von Kosch im Leib! Dûr Koschima borod egrai!”

Und da hatten die braven Angbarer in der Tat recht, und bald wird Seine Durchlaucht nicht nur zum zweiten Mal Großpapa werden, sondern auch mit einem wahren Erben geschenkt werden (denn Edelbrechts Sohn Ulfried Halmdahl soll fürnehmlich Name und Lehen des beinahe ausgelöschten Hauses Wertlingen tragen, so steht es geschrieben im Hochzeitskontrakt).

Stitus Fegerson

1 – Prinz Idamil war der Geweihten, die in Angbar verblieb, darob in seiner Jugend sehr zugetan, was seinem fürstlichen Vater nicht zu jeder Zeit gefiel, ebensowenig wie schließlich die Entscheidung des Knaben, ohne Wissen des Vaters in Gareth vom Erzwissensbewahrer die Aufnahme ins Haus Hesindes zu erbitten. Doch hat man sich unterdessen versöhnt.