Panoptikum - Von Panoptikum zu Panoptikum

Aus KoschWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen


 Wappen Mittelreich.svg  Wappen Koenigreich Kosch.svg   Wappen Grafschaft Ferdok.svg   Wappen-Drift.svg  
 Burg.svg
 
15. Rah 1042 BF
Von Panoptikum zu Panoptikum
Kleinere Irritationen


Kapitel 4

Beginn
Autor: Brumil

Mirkagarten, Baronie Drift, Mitte Rahja 1042 BF

„Ein Panoptikum, ein Jahrmarkt und ein Knappenturnier? – Alles auf einmal?“ Sindian von Hirschingen, Kustos des Panoptikums von Mirkagarten, hielt die Einladung aus Zwietrutz stirnrunzelnd in Händen. Diese Konstellation erschien ihm augenscheinlich seltsam.

Brumil paffte Pfeife und ließ seinen Blick durch Sindians Schreibstube schweifen, die über und über mit sonderlichem Tand vollgestellt war: „Es scheint so, als würde der Herr von Zwietrutz sicher gehen wollen, dass für jeden etwas dabei ist. – Außerdem ist ein Turnier zu Jahresbeginn nichts ungewöhnliches. Was hältst du also davon hinzufahren, Kustos?“

„Zum Turnier?“ antwortete Sindian erschrocken.

Brumil ging auf einen Schrank zu und besah sich eine bauchige, zerschrammte Ton-Vase: „Zum Panoptikum natürlich. Vielleicht kannst du eine neues Stück für unsere Sammlungen erstehen. Oder Kontakt zu Raritätenhändlern knüpfen.“

Sindian blickte nachdenklich zu Boden: „Mit ausreichenden Mitteln würde sich bestimmt etwas passendes kaufen lassen. Ein echter Valpodinger wäre für unsere Sammlung der Koscher Fauna sicherlich eine Bereicherung!“ Mit verdrießlichem Unterton merkte er an: „Die meisten Valpodinger in unserem Panoptikum sind ja wahrscheinlich Fälschungen, wie die Jagdmeisterin meinte.“

Brumil murrte missmutig: „Mittel? Was für Mittel? – Es gibt keine Mittel! Die Reparaturen der Schäden am Schloss, die der Brand Anfang des Jahres verursacht hat, haben alle Pfründe der Baronie aufgezehrt.

Tausche Dinge, die wir nicht brauchen. Was ist zum Beispiel mit dieser Vase?“ Brumil nahm die bauchige, zerschrammte Ton-Vase hoch und begutachtete sie von allen Seiten. „Die ist doch kaputt!“

Sindian nahm Brumil die Vase vorsichtig aus den Händen und stellte sie auf ihren Platz zurück: „Die ist Prä-Güldenländisch. Eines der wenigen Zeugnisse dieser Epoche auf Koscher Gebiet!“

Brumil zog die Augenbraue zusammen: „Wenn du etwas über die Zeit vor den Güldenländern wissen willst, frag die Zwerge. Die sind auch Prä-Güldenländisch. Was dir die Gelehrten aus Koschim nicht sagen können, war es nicht wert, niedergeschrieben zu werden. Wozu brauchen wir also diese kaputte Vase?“

Sindian blinzelte und schien seine Gedanken zu ordnen: „Diese Vase ist von der gleichen Machart wie traditionelle Vasen der Thorwaler. Was bedeuten könnte, dass Menschen in diesem Gebiet bereits vor Jahrtausenden mit den Nordleuten in kulturellen Austausch standen, oder aber, Thorwaler einst hier siedelten. Wir brauchen diese Vase als Referenzobjekt für diese These.“

Brumil betrachtete die Vase erneut: „Hm verstehe, durchaus nicht uninteressant. Ich finde aber die Erforschung der Hybridgestalten aus den Koschbergen interessanter! Also – suche einige Objekte aus, die für einen Tausch in Frage kommen.

Ich werde nach der Jagdmeisterin schicken. So wie sich die Einladung ließt, wird es dort vor allem Tiere zu bestaunen geben.“ Sindian nickte: „Ich werde alles vorbereiten, Väterchen.“