Panoptikum - Vom Arsch der Provinz

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30. Ing 1042 BF
Vom Arsch der Provinz
Einladung


Kapitel 2

Kleinere Irritationen
Autor: Kordan

Burg Halmwacht, Ende Ingerimm 1042 BF

Der Baron der Geistmark schüttelte den Kopf. „Da gehen wir ganz bestimmt nicht hin, Adalinde. Weißt du eigentlich, wo dieses Zwietrutz liegt? Für einen besseren Jahrmarkt reiten wir nicht an den Arsch der Provinz!“

Die Knappin des Barons lachte hell. „Hochgeboren, bei allem Respekt, die Geistmark liegt am Arsch der Provinz. Verglichen zu unserer Burg steht die Zwietrutz geradezu im Herzen des Kosch. Und verglichen mit meiner Heimat Garetien ist hier alles ödes Hinterland.“ Bevor Kordan von Sighelms Halm sein Kopfschütteln zu einem Widerspruch ausformulieren konnte, fuhr sie fort: „Ihr wisst, dass mich weder Markt noch Tierschau interessieren, Hochgeboren. Ihr vergesst absichtlich das Knappenturnier. Weshalb wollt Ihr mir verweigern, mich mit den Knappen des Fürstentums zu messen? Fürchtet Ihr, dass ich Euch blamiere, misstraut Ihr Euren eigenen Fähigkeiten als Knappvater so?“

Es war dem Baron anzusehen, dass er zwischen Ärger und Belustigung über die Frechheiten seiner Knappin hin- und hergerissen war. Er seufzte. „Deine Ausbildung macht bessere Fortschritte, als man bei einer Göre deines Temperaments erwarten dürfte. Aber eine Reise in den Schetzeneck bedeutet beachtliche Ausgaben, zumal wir die Namenlosen Tage unterwegs verbringen müssten. Lohnt sich das, um ein paar drittklassigen Zöglingen unbedeutender Provinzritter dein Können zu demonstrieren?“

Adalinde zeigte sich unbeeindruckt von Kordans Riposte und brachte nun ihre Geheimwaffe zum Einsatz: „Zufällig weiß ich, dass wir nicht die einzigen Wengenholmer sein werden. Euer Freund Lucrann von Auersbrück reitet hin mit seinem Knappen, der, wie Hochgeboren wohl wissen, Euer eigener Sohn ist!“

„Lucrann und Baduar besuchen dieses Panoptikum? Wieso erfährst du das vor mir? Nun gut, das Argument lasse ich gelten. Wenn Mechtessa keine Einwände hat, ziehen wir also Ende Rahja in den Schetzeneck. Bis dahin wirst du mir aber üben, was das Zeug hält!“ Adalinde nickte übertrieben unterwürfig und wandte sich lächelnd ab.