Ein Winter in Sindelsaum - Aus der Asche auferstanden

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Winter 1033 BF, Angbar

Erlan von Sindelsaum traute seinen Augen nicht, als seine Augen über das Steueraufkommen aus der Grafschaft Ferdok wanderte. Konnte das stimmen, oder hatte er da etwas missverstanden?
Lechdan?“
„Ja, Herr.“
„Würdest du Brin bitten, mir Gesellschaft zu leisten? Diese Abrechnungen aus Ferdok erscheinen mir merkwürdig.“
„Natürlich, Herr.“
Während Lechdan sich auf den Weg machte, Brin von Garnelhaun zu holen, glitt Erlans Blick aus dem Fenster. Die Abendsonne tauchte den Angbarer See in ein magisches Licht. Für einen Moment vergaß Erlan seine Trauer über den frühen Tod seines Sohnes, doch dann öffnete sich die Tür und sein Stellvertreter betrat den Raum.
Brin nahm auf einem der bequemen Sessel am Kamin neben Erlan Platz und blickte ihn fragend an. Erlan reichte ihm die Dokumente aus der Grafschaft Ferdok.
„Kann das sein, Brin? Die Neisbecks scheinen mehr Gold zu machen, als vor Ulwines Tod. Ich dachte, die Stoerrebrandts hätten ihnen kräftig Anteile abgejagt.“
Brin nahm die Papiere, warf aber keinen Blick darauf, bevor er antwortete.
„Ja, das dachte ich auch, aber seitdem Gidiane das Ruder übernommen hat, geht es stetig bergauf mit dem Handelshaus. Die Stoerrebrandts gelten eben doch als Ausländer, denen nichts am Fürstentum Kosch gelegen ist. So gesehen war Ulwines Tod das Beste, was dem Handelshaus passieren konnte.“
Erlan blickte Brin verständnislos an.
„Worauf willst du hinaus?“
„Der Graf hat das Handelshaus für eine Weile - zumindest theoretisch - geführt, das hat dem Handelshaus verlorenes Ansehen bei Zwerg und Mensch verschafft. Außerdem haben sich einige Hügelzwergensippen eingekauft und das hat das Ansehen noch einmal angehoben.“
Erlan nickte verstehend.
„Ja, natürlich. Wer will schon mit Bornländern Handel treiben, wenn es auch einen respektablen Koscher Abnehmer gibt. Ist es denn wahr, was man sich erzählt? Haben die Stoerrebrandts wirklich bartlose Unterhändler zu den Zwergen geschickt?“
Brin zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß nicht. Mag sein, dass das nur von den Neisbecks gestreut wurde, aber unvorstellbar ist das nicht. Das sind ja schon rechte Außerkoscher, da kann so ein Ausrutscher schon einmal vorkommen. Egal ob wahr oder nicht, dem Geschäft hat es den Bornländern jedenfalls nicht geholfen.“
Erlan nickte.
„Wenn du einmal in der Gegend bist, solltest du einen Blick auf die Bücher der Neisbecks werfen. Wer weiß, ob die nicht einfach ihre alten Gewohnheiten beibehalten haben. Ansehen hin oder her. Vielleicht bekommst du ja auch raus, woher Gidiane das Geld hat.“
Brin nickte zustimmend.
„Man munkelt, die Nadoreter hätten das Geld vorgestreckt, aber das lässt sich schwerlich nachweisen und geht uns streng genommen ja auch nichts an.“
Erlan schmunzelte.
„Natürlich geht uns das nichts an. Falls du aber trotzdem etwas hören solltest, wäre es natürlich nicht uninteressant. Ich weiß gerne, worin die ihre Finger stecken haben.“
Auch Brin schmunzelte.
„Ich werd mal sehen, ob ich was tun kann.“