Neue Zeiten - Des Fürsten letzte Reise

Aus KoschWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Angbar, Ende Boron 1041

Noch immer stand der gesamte Kosch unter Schock. Für die Mitglieder des fürstlichen Hofstaates war der Tod des Fürsten Blasius vom Eberstamm nicht sehr überraschend gewesen, hatten sie doch über die letzten Wochen und Monate bemerkt, wie er immer schwächer geworden war. Für das einfache Volk und den Großteil der Adligen des Kosch jedoch kam der Tod des Fürsten völlig unerwartet. Für viele Menschen war Blasius der einzige Fürst, den sie je gekannt hatten, und selbst die Zwerge hatten sich an den beständigen Blasius gewöhnt.
Nachdem der Fürst am 15. Travia friedlich entschlafen war, hatten die Angbarer ihm am 20. Travia ihre Aufwartung machen können, war der Leichnam an diesem Tag doch auf dem Platz des Feuers aufgebahrt worden. Volk und Adel strömte aus dem gesamten Umland heran, um Blasius die letzte Ehre zu erweisen.
Am 1. Boron machte sich schließlich ein Trauerzug unter Führung von Prinz Anshold auf den Weg nach Fürstenhort. Es sollte an diesem Tag den ersten Schnee geben und die Kälte spiegelte den Gemütszustand der vielen Anwesenden wider. Neben Abgesandten der Kirchen, Bergkönige und benachbarten Provinzen war fast das gesamte Haus Eberstamm anwesend. Es fehlten einzig Prinz Edelbrecht, der bis Mitte Travia an den Friedensverhandlungen zu Mantrash Mor teilgenommen hatte und eilig gen Angbar ritt, und Halwart, der als Burgsass die Ankunft des Trauerzugs auf Fürstenhort erwartete.
Es sollte ein langsamer Trauerzug werden. Die sämtlich zusammengerufenen Fürstlichen Schlachtreiter bildeten den Anfang. Sie alle trugen schwarze Schilde und Wehrmeister Thorben Raul Baduar von Hammerschlag, der sie anführte, führte das alte Schlachtross des Fürsten am Zügel. Sein Sattel sollte für die Reise leer bleiben. Daraufhin folgte eine Musikkapelle, die getragene Trauerlieder spielte, dann die Abordnungen der Kirchen, die sich mit ihren Chorälen abwechselten. Dann endlich marschierten die Fürstlichen Hellebardiere und die Bergschützen heran. Ihre Waffenröcke waren allesamt schwarz und sie bildeten ein dichtes Spalier um das Fuhrwerk, dass den offenen Sarg des Fürsten zog. Vorwitzige Vögel, die sich dem Sarg nähern wollten, wurden von den Bergschützen ohne viel Federlesen aus dem Himmel geschossen. Direkt hinter dem Fuhrwerk folgten der Erbprinz und Markgräfin Irmenella mit den restlichen Familienmitgliedern sowie enge Gefolgsleute, wie etwa der Cantzler Nirwulf Sohn des Negromon oder die Mitglieder der Gesellschaft der 42. Sie alle zogen zu Fuß hinter dem Wagen her.
Den Abschluss bildeten hunderte Adlige und Gesandtschaften aus dem Kosch und den benachbarten Reichen.
Man hatte mit Absicht den langen Weg über den Grevensteig bis Rhôndur und dann über den Rittersteig gewählt, damit das Volk, dass zu hunderten den Wegesrand säumte, Abschied vom Fürsten nehmen konnte. Entlang des Weges schlossen sich immer mehr Adlige und Abordnungen dem Zug an. In Fürstenhort waren schließlich sämtliche Barone des Kosch anwesend, ebenso wie Abordnungen aus jeder bedeutenderen Siedlung der Provinz. Der Untere Hof der Burg Fürstenhort schien aus allen Nähten zu platzen und die Fürstlichen Hellebardiere hatten alle Mühe, die Ordnung aufrechtzuhalten und nur die geladenen Gäste in den Oberen Hof vorzulassen. In die Familiengruft wiederum wurden nur die wichtigsten Würdenträger vorgelassen.
Da selbstverständlich nicht derart viel Volk auf längere Zeit auf Fürstenhort bewirtet werden konnte, fand am Tag nach der Ankunft, am 7. Boron, eine allgemeine Abschiedsfeier statt. Die Hofgeweihte Berngundis und Väterchen Lorthax Sohn des Loin hielten bewegend Rückblick auf das lange Leben und segensreiche Wirken des Fürsten, dann blies man die Jagdhörner des Fürsten (von denen er eine Menge besass) zum letzten Abschied, und von den Bergen antworteten Wengenhörner aus allen Richtungen.
Nach dem Totenschmaus, zu dem auch im ganzen Dorf Freibier und Würste gereicht wurden, zerstreute sich der Zug wieder und Volk und Adel kehrten in ihre Heimat zurück. Die Treuesten der Barone und Ritter harrten aber aus, bis Prinz Edelbrecht endlich auf Fürstenhort eintraf und der Leichnam des Fürsten feierlich im Sarkophag in der Fürstengruft zur Ruhe gelegt wurde.

(Siehe auch Kosch-Kurier Extrablatt)