Hausbau und Architektur

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Koscher Fachwerk im Tallon © Radon Labs

„Die Koscher sind doch ein pfiffiges Völkchen, nunja, haben ja auch bedeutende Baumeister. Aber auch ihre ältesten Stadthäuser stehen noch gerade und lotrecht, als wäre der Mörtel noch frisch, und stammen doch aus Kaiser Gerbalds Zeiten! Dabei bin ich mir nicht sicher, ob die geduckten, einstöckigen Granitquader der oberirdisch lebenden Zwerge für die Idee Pate gestanden haben? Die Koscher Baumeister nämlich stellen das Holzgerüst der oberen Stockwerke auf einen massiven Sockel, ein gemauertes Erdgeschoß. Das schützt vor der Erdfeuchte und verspricht den Traghölzern langes Leben, die ja bei den in Garetien und Albernia üblichen Pfahlgründen leicht zu modern beginnen. Nicht so im Kosch. Dieses unterste Geschoß ist dickwandig und oft aus dem dunklen Stein des Kosch, mit schmalen Fenstern und starken Türen. Darauf ruht das Gerüst. Die Ausführung des Firstständerbaus bietet den Häusern wohl auch bei widrigem, winterlichem Wind beste Stabile, allzumal gerade in jüngster Zeit nicht allein drei oder vier Ständer aufgestellt werden, sondern bis zu zehn, was – wie ich annehme – eine Vielzahm von Möglichkeiten in der inneren Raumaufteilung bietet. Da die Gefügeausstreifungen, die verhindern sollen, daß das ganze Grüst sich schiefneigt, immer an der Innenseite angebracht werden, ja außen zwischen die Ständer noch Längsbalken eingefügt werden, ergibt sich auf dem dunkeln Sockel ein schlanker, nachgerade gestreifter, hochgeschossener Aufbau.

Die neueren Häuser werden stockweise abgezimmert – ich habe beim Bau eines Kontors in Metenar genau zugesehen. Dabei reichen die Ständer allenfalls in das zweite Stockwerk hinein, womit sie auf der Traufenseite das Dach tragen. Am First aber schiebt sich jedes Stockwerk mindestens einen halben Schritt in den Weg und über das untere Stockwerk. Man sagte mir, so spare man Steuern. Außerdem dient diese überstehende Abzimmerung auch der Repräsentation, werden doch die herausragenden Balkenköpfe kunstvoll bearbeitet, so daß über den Gassen der Städte fröhliche und greuliche, bunte wie schwarze Fratzen ihre unbewegten Grimassen schneiden. In den Obergeschossen gibt es viele Fenster an der Firstseite, seitlich steht meist ein Haus direkt am anderen, allenfalls die Untergeschosse, die wohl die kleinste Fläche aller Geschosse haben dürften, lassen bisweilen niedrige, dunkelfinstre Gäßchen, über denen sich die Balken des Obergeschosses schließen.

Zwergische Architektur. Mit freundlicher Genehmigung von Ulisses und Caryad

Bei den Reichen der Städte sind Fensterscheiben aus engmaschigem, grünem Bleiglas in Rombenmuster, weshalb man auch von den Grünlingen, den Stubenhockern spricht - gemeint sind Schreiber oder Magister. Die Bürger begnügen sich mit Pergament, wie allenthalben im Mittelreich.

Curioses widerfuhr mir in Angbars Gassen: Dorten werden nämlich viele dieser dicken Erdgeschosse von Zwergen bewohnt – so als stünden diese Steinquader schon viel länger - und die Obergeschossen von Menschen, die ihre Wohnstätten nur über Leitern und schmale Stiegen erreichen können. An anderer Stelle sind mehrere Kellergeschosse in die Tiefe getrieben und teilweise von der Hangseite aus durch Tunnel erreichbar. Hier lebt sich’s munter zusammen bei Zwerg und Mensch. Auch stammt aus Angbar die Sitte, in die steinernen Außenwände nicht nur kunstvolle Muster zwergischen Stils zu meißeln, sondern obendrein noch Runen und Symbole, aus denen man leicht ersehen kann, welches Handwerk in diesem oder jenem Haus gepflegt wird.“

„Auf dem Lande sieht es ganz anders aus. Wohl versuchen die Bürger in den größeren Dörfern, die Städter nachzuahmen – so sah ich das Koscher Fachwerk auch in Städtchen wie Rhôndur, Uztrutz oder Rohalssteg und auf der Heimreise auch in Steinbrücken, doch ist das eher die Ausnahme.

In den ungeschützten Orten im Schatten der Koschgipfel, von denen herab sicherlich so manche Gefahr gelaufen kommt in langen Winternächten, werden die Gerüstfelder nicht mit Flechtwerk und Lehm gefüllt, sondern mit dicken Bohlenverspannungen. Das kostet zwar viel Holz, aber davon hat man wahrlich genug im Kosch. Die Häuser der Bauern und Landleute sind eingeschossige, aber hochwandige Häuser mit der nämlichen Bohlenverspannung, und nur wer sich's leisten kann, läßt sich vom Metzen zumindest einen Mauerstreifen als Sockel erbauen. Die alten Rittergüter hingegen sind bisweilen recht trutzig angelegt und aus Steinen errichtet. Hier – wie auch bei den Stadttürmen von Angbar und so manchem Kloster im Kosch – wird das Mauerwerk (das die Gehöfte nur nach außen tragen) ordentlich verputzt. Dazu nimmt der Koscher nicht die Maurerkelle, sondern die Zwergenschelle, die freilich genauso aussieht, aber einen doch recht provinziellen Namen trägt, wie mir scheint. Als Schmuck der dunklen Felsmauern werden die Binder des bossierten Buckelquaderverbandes an den Ecken der Mauern – was auch Zahnreihe genannt wird – weiß getüncht. Bisweilen wird auf ein auch bisweilen mehrgeschossiges Steingebäude noch ein Geschoß Fachwerk aufgerüstet. Diese Bauweise will mir sehr abwechslungsreich und dem Ingerimm wie auch Mutter Travia, die das sichere Heim schätzt, höchst gefällig erscheinen.“

Typisches Hügelzwergendorf. Mit freundlicher Genehmigung von Ulisses und Caryad

„Die Dächer werden auf verschiedene Arten gedeckt, je nach Geldbeutel des Hausherren. Die reichen Zünfte und Handelsherren wie die Stippwitzens oder der Markwardt lassen sich ihre Hauser mit roten Ziegeln decken, die aus herbeigeschafftem Ton hartgebrannt und danach lasiert werden, so daß neue Dächer im Regen glänzen! Ein Gildenhaus im südlichen Kosch, in der Grafschaft Ferdok, habe ich gesehen, das hatte gar grün lasierte Ziegel! Doch Ziegel sind sehr teuer und brechen bei starkem Schneefall selbst in den steilen Dächern der koscheren Häuser ein. Sehr viel häufiger sieht man hier Schieferdächer, zumal das Material dafür vor der Haustür liegt - und das meine ich wörtlich! Schieferdächer finden sich vom Norden bis zum Süden des Kosch, in den Bergen wie am Großen Fluß bei den meisten Häusern größerer Dörfer. In einzelnen Orten in den Bergen, in deren Nähe Schiefer gewonnen wird, ist es dagegen Brauch, die gesamte Hausfassade damit zu verkleiden und Tür und Fensterrahmen zu weißeln. Lediglich kleine Weiler von Fischern, Köhlern, Kleinbauern und Holzfällern haben stroh- oder reisiggedeckte Hütten und Häuser.“

"Die Häuser der Hügelzwerge sind freilich eine andere Sache, von ihnen ist gesondert zu erzählen."

Aus „Hausbau & Architectur im Neuen Reich“ des Hesindegeweihten Widugard Jerander aus Gareth, 7 Hal

Begabteste Baumeisterin der jüngeren Geschichte ist sicherlich Xargrama Labenrahm.

(Originaltext von BB)

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