Unter Schurken - Noch eine Nacht

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Hinterkosch, 1021

Die Nacht kam, bedeckt und ohne das frostfunkelnde Sternengewölbe zu enthüllen. Hin undwieder schwebte ein leichter Schauer aus weißen Ifirnsdaunen auf Derens breiten Rücken nieder. Einmütig hatte man die Wache bestimmt. Zuerst den Baron, der zwar behauptete, zur Gänze genesen zu sein von seiner Schwertwunde, doch dessen Schlaf ihm ebenso niemand mißgönnen wollte, dann die Ritterin Rena, danach der Edle von Toroschs Aue, und als letzte Wache der Ritter von Siebental, welcher den Abend ungewohnt schweigsam verbracht und nur hin und wieder in seinen Bart gebrummelt hatte – Schimpf und Schande wider den Jergenpelle, dessen verderbte Mißhandlungen die Gruppe erst in diese kalte, sämtlichen Genüssen abholde Lage gebracht hatte.
Ereignislos vergingen des Vinansamters und der Arbasierin Wachen. Nur der Firunswind fuhr klagend durch der Föhren Zweige und sang ein trauriges Lied. Das Schneefeld, vor kurzem erst von der Flanke des hohen, abweisenden Riesen niedergekommen, seufzte und knirschte, als lockerer Kies und Eis sich setzte und verbuk in ein Gemenge, das allein des Sonnenherrn Feuerblick wieder zu lösen verstände. Ein Wispern war im Wald und noch immer das Klagen des Hundes ohne Antwort von seinen graufelligen Brüdern.
Die Ritterin grübelte. Was es wohl mit jenem seltsamen Kinde des Allvaters auf sich haben mochte, das der alte Zwerg erwähnte. Hohl schrie ein Kauz, und die Frau erschauerte.