Rabbatzabend

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In den Tagen vor einer Hochzeit, oft am Vorabend derselben, treffen sich Freunde und Familie von Braut und Bräutigam zum Rabbatzabend. Während dieser gemütlichen Feier werden allerlei Geschenke überbracht, die dem Brautpaar nicht nur als Grundlage für den zu gründenden Hausstand dienen, sondern die von einem ehrbaren Bürger (meist der Geweihten, die später auch die Trauungszeremonie vollziehen wird) hinsichtlich ihres tatsächlichen und ideellen Wertes geschätzt werden. Diesen Brauch bezeichnet man auch als das Namenswiegen, denn derjenige von beiden - Braut oder Bräutigam - welcher letztlich die wertvolleren Geschenke erhielt, bringt auch den Namen in die Ehe. Hat man sich bereits vorher geeinigt, wird dies oft durch einen symbolischen Zwergentaler entschieden, der als letztes Geschenk überbracht wird. Auf diese Art haben sich wohlhabende und ehrbare Familien über die Wirren der Jahre bis in die heutige Zeit gehalten ohne auszusterben, während manch entehrter Name schnell erlosch. Es soll aber auch seltene Fälle gegeben haben, bei denen sich zwei Familien nach einem solchen Fest böse verstritten.

Da dieser Brauch zunehmend auch im Adel wiederentdeckt wird, ist die Zahl der anderswo weit verbreiteten Doppelnamen spürbar rückläufig.

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