Odilbert und Niope - Reaktion in Zwietrutz

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Burg Zwietrutz, Arbeitszimmer von Grimm zu Zwietrutz, Praios 1042

Langsam ging der alte Amtmann Zwietrutzes auf seinen Herrn zu, den er bereits seit dessen Kindheitstagen kannte. „Grimm, auf ein Wort!“, hob er an.

In einem Foliant lesen schreckte dieser auf, als sei er bei einem Streich ertappt worden.

„Edelbrecht“, begann er, „mit Euch habe ich wahrlich nicht hier oben gerechnet. Was muss ich Wichtiges fürchten, dass Ihr Euch die Treppen zum Arbeitszimmer hocharbeitet?“

„Ein Schreiben für Euch“, antwortete der alte Mann, sich auf den großen Stuhl vor dem Schreibtisch setzend. „Eine Einladung. Eine Einladung zu einer Hochzeit. Eine Einladung zu einer wichtigen Hochzeit!“

„Und dafür nehmt Ihr diesen beschwerlichen Weg auf Euch“, fragte Grimm zu Zwietrutz erstaunt nach.

„Ach Wohlgeboren“, antwortete Edelbrecht von Schattenau, mit ein wenig aufgesetztem Jammerton. Ich wollte persönlich mit Euch sprechen…“ „Weil Ihr mitwollt?, unterbrach ihn der Burgherr.

Ingerimm bewahre mich“, lachte Edelbrecht auf. „Nein, nein! Ach Wohlgeboren, seit 50 Jahren diene ich nun Eurem Haus, also fast die Hälfte seiner eigenen Geschichte. Und nur einmal möchte ich erleben, dass ein Kind Zwietrutzes das Erbe seines Vaters antritt.“

„Ihr seid also traurig, dass ich das Erbe meines Onkels Angwart angenommen habe“, drehte Grimm die Worte seines Bediensteten verschmitzt um.

„Ach hört auf mit Euren Spielchen, Grimm“, antwortete dieser nun etwas genervt. „Ich möchte, dass Ihr die Einladung annimmt, dass Ihr dort feiern geht und“. Nach einer kurzen Pause fuhr er fort: „Und Euch eine Frau sucht und Kinder bekommt!“ Und ich verlasse diesen Turm nicht, bevor ich Euer Einverständnis habe, die Einladung anzunehmen!“

Grimm nahm sich eine Sekunde Zeit, dann schaute er den alten Mann an: „Haben wir nicht andere Probleme? Wer soll in meiner Abwesenheit alles in Ordnung halten? Wer sorgt sich um das Lehen, den Steinbruch, die Mühle,…?

Nun unterbrach sich Grimm selbst, als er sah, wie frustriert Edelbrecht schaute.

„Ach Edelbrecht, jetzt guckt doch nicht so!“

„Wohlgeboren, nehmt mich und auch Euer Haus mal ausnahmsweise ein wenig ernster! Ihr tut ja gerade, als sei eine Einladung etwas Schlechtes.“

Grimm schaute ins Gesicht des Amtmannes: „Schon gut, alter Freund!“ Lauter setzte er mit übertriebener Freude an: „Edelbrecht, mein treuer Amtmann, schaut her. Ich habe eine Einladung erhalten zur Hochzeit von Odilbert und Niope. Bitte antwortet in meinem Namen, dass ich sehr gerne kommen und mit zwei Getreuen anreisen werde. Eine Hochzeit!“.

„Habt Dank, Grimm“, antwortete Edelbrecht, „ich werde alles veranlassen.“

Mit säuerlichem Gesicht drehte er sich um und ging langsam zurück zur Treppe. Als ihn der Burgherr nicht mehr sehen konnte, begann er zu Grinsen