Ein liebreizendes Paar

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Ort der Handlung: Im Schlafgemach von Ardor und Leonora von Ochs, Burg Ox, Baronie Viehwiesen, Garetien, Ende Rondra 1041 BF, während eines Familientreffens des Hauses Ochs

Das erste Mal seit ihrer Hochzeit vor über fünf Götterläufen und somit das zweite Mal in ihrem Leben hatten sich die beiden nun erst getroffen. War bei den letzten Familientreffen immer nur einer von beiden anwesend.

Das Verhältnis war firungefällig unterkühlt und nicht von rahjagefälliger Lust umspült. Verschiedener als die beiden konnte ein Pärchen kaum sein. Leonora las gerne Bücher, umso anspruchsvoller, desto besser. Ardor war ein Naturbursche. Auf dem Pferderücken und in der Wildnis, das war sein Leben. Ein Mann der Tat und nicht ein Mann des Buches.

Die Worte waren auch nicht seine Stärke, aber dieses borongefällige Schweigen zwischen den beiden gestaltete ihre Ehe auch nicht angenehmer, so entschloss er sich zu handeln. „Wir können uns jetzt auch weiter wortlos anstarren oder wir reden miteinander.“

Leonora guckte mehr als gelangweilt in seine Richtung. „Gut, dann rede ich“, sprach der muskulöse Perricumer. „Ich mag Dich nicht und Du mich nicht.“

„Dem will ich nicht widersprechen“, schnaubte seine junge Ehefrau, die ihr Herz längst an den Schlunder Ritter Alrik Herdan von Ruchin verloren hatte und mit diesem ellenlange Briefwechsel austauschte.

„Guck mal, dann gibt es ja schon eine Gemeinsamkeit. Du bist zurzeit in Sindelsaum und gehst danach weiter zum Rechtsseminar in Elenvina. Ich denke, wenn Du das Dererund bereist hast, wirst Du wenig Lust haben, nach Hordenberg zu ziehen. Und ich bin jetzt einfach ehrlich, ich habe auch gar keine Lust, mehr Zeit mir Dir zu verbringen.“ Erstmal im Redefluss ließ der Junker von Hordenberg seinem Frust vollen Lauf.

„Gut, dann reden wir. Ich beende bald meine Knappschaft beim Sindelsaumer und gehe dann nach Elenvina. Ich hoffe, ich muss niemals in dieses Kaff ziehen, aus dem Du kommst.“ Zumindest waren die beiden einer Meinung.

„Dann haben wir das schon mal geklärt. Wir müssen uns nur einigen, wie wir unsere Ehe bestmöglich verkraften. Von uns werden Erben erwartet, somit wirst Du mich wohl ranlassen müssen. Aber auch hier habe ich einen Vorschlag für Dich. Wir werden gemeinsam ein Kind zeugen, danach können sich jegliche unserer Wege trennen. Das Kind, da Erbe des Junkertums, bleibt in meiner Obhut. Was Du machst, bleibt bei Dir, was ich mache, bei mir. Ich biete Dir an, dass ich bis zu drei weitere Kinder von dir als meine eigenen anerkenne, egal, wer der Vater mal sein sollte, und du wirst meine Bastardherde, so ich denn eine zeugen werde, klaglos anerkennen.“

„Das hört sich vernünftig an. Ich fasse zusammen: Ein Kind zeugen. Danach macht jeder, was er will und auch bei den Ausführungen zu Kuckuckskindern und Bastarden gehe ich mit.“

Leonora stand auf und entkleidete sich. „Dann lass es uns hinter uns bringen, umso eher ich dir einen Erben geboren habe, desto eher bin ich dich los.“

Irgendwie hatte sie sich ihr erstes Mal romantischer vorgestellt. Und so schweiften ihre Gedanken zu ihrem Angebeteten, während ihr Mann sie bestieg.

(derselbe Text im GGP-Wiki)