Dohlenfelder Thronfolgestreit - Bei Hagens Reiterei

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Texte der Hauptreihe:
K28. Sieg
K95. Kajax
F25. Epilog
1033 BF
Bei Hagens Reiterei
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Kapitel 94

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Nordmarken, 1033

In der ersten Reihe seiner Ritter stand Baron Hagen von Sturmfels. Der junge Hochadlige ließ den Blick über die Linien Angronds schweifen.
Die Zahl an Rittern, die sein Bruder aufgeboten hatte, war beeindruckend, es waren fast doppelt so viele wie auf seiner Seite. Man konnte dort die Banner zahlreicher nordmärkischer und auch albernischer Baronien erahnen – was all diese Adligen nicht selten höchsten Ansehens dazu bewogen hatte, sich gegen das ausdrückliche Testament seines Vaters zu stellen, das konnte und wollte er nicht verstehen. Und nun zählte das auch nicht mehr. Nun stand man sich auf dem Schlachtfeld gegenüber. In Kürze würde man mit eingelegter Lanze aufeinanderprallen und sich gegenseitig durchbohren, anschließend würden die Überlebenden mit ihren Schwertern, Äxten und Streithämmern aufeinander losgehen und einander an Rondras Tafel schicken. Bedauerlich nur, dass Angrond bei diesem feigen Attentat – Hagen würde den dafür Verantwortlichen am liebsten auf der Stelle erschlagen – schwer verletzt wurde und nicht selbst würde kämpfen können!
Für einen kurzen Augenblick musste Hagen an die Schlacht von Crumolds Auen denken. Damals – nicht lange nach seinem Ritterschlag, den er aufgrund besonderer Tapferkeit bei der Belagerung der Burg Tannwacht im Eisenwald vorzeitig erhalten hatte – übernahm er spontan das Kommando über die Isenhager Reiterei und führte sie in den Kampf gegen die Ritter der Stepahan. Das war nun schon fünf Jahre her, das Haus Stepahan stand nun auf Seiten Angronds auf dem Schönbunder Grün. Hoffentlich hatten sie ihre bittere Niederlage nicht vergessen!
Dann schweiften seine Gedanken ab. Seine Mutter Frylinde hatte Hagen vor einigen Wochen gesagt, dass er als Adliger niemals an sich denken solle, sondern nur an seine Dynastie. An die lange Linie seiner Vorfahren, die all das mit ihrem Blut und ihrem Schweiß erstritten hätten, was ihm sei. Und an die lange Linie seiner Nachfahren, deren Seelen, noch körperlos, darauf hofften, dass Hagen sein großes Erbe mehren und nicht mindern würde. Die Namen der ehrwürdigen, hochadligen Familien Salmingen und Sturmfels zu tragen, das erfüllte Hagen mit großem Stolz. Hagen hatte nicht vor, seine Mutter zu enttäuschen.
Ritter Korbrandt Leuerich von Bösenbursch, ein knapp zwei Schritt hoher Hüne von 28 Jahren, der im albernischen Sezessionskrieg der beste Freund Hagens wurde und den dieser zu seinem persönlichen Waffenmeister gemacht hatte, saß auf seinem Streitross zur Rechten des Barons und konnte es nicht leiden, wenn Hagen so ein grüblerisches Gesicht bekam. Er sprach mit seiner wie immer donnernden, tiefen Stimme zu dem Baron:
„Hagen, wenn wir noch länger herumstehen, schlagen unsere Rösser noch Wurzeln! Gib der Reiterei endlich den Angriffsbefehl! Ich kann’s kaum noch erwarten, bei Rondra! Das Fußvolk kann sich ja noch ein bisschen ausruhen, während wir die Schlacht gewinnen!“
Durch die Worte seines Freundes wurde Hagen noch nachdenklicher, wurde er doch daran erinnert, dass die meisten Streiter hier nicht von Stande waren, insbesondere die Fußkämpfer. Diese Gemeinen würden ihr Leben in einer Schlacht lassen, die nicht die ihre war. Sie würden ihr Leben lassen und dabei nicht einmal Rondra mit einem guten Kampf erfreuen können, weil sie nie gelernt hatten, einen guten Kampf zu fechten. So hatte es ihm einmal sein Vater erklärt, und ihn sogleich im Anschluss daran erinnert, dass so eben die praiosgefällige Ständeordnung sei.
Dennoch fragte er Korbrandt: „Tun wir das Richtige?“
Der raubeinige Ritter stutzte: „Wie kann eine offene Feldschlacht am höchsten Feiertag der Himmlischen Leuin das Falsche sein?“
Richtig, es war das Schwertfest! Hagen schaute erleichtert zu Korbrandt, der ihm in manchem albernischen Hinterhalt das Leben gerettet hatte, und sagte nur knapp, voller Erleichterung: „Danke, mein Freund.“
Hagen hatte mit der Koscher Baronin Alvide von Eichental, von der er erst vor ein paar Tagen erfahren hatte, dass sie seine Halbschwester war, vereinbart, mit dem Angriff abzuwarten, bis die Reiterei Angronds sich in Bewegung setzen würde. Es war üblich, dass das stärkere Heer die Schlacht eröffnete. Das stärkere Heer, das war das von Baron Garmwart von Quakenbrück kommandierte Heer seines Bruders. Doch schnöde Zahlen entschieden keine Schlachten, schon gar nicht am Heiligen Schwertfest!