Neue Kulte überall - Gefahr oder Segen?

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Ausgabe Nummer 3 - Peraine 1013 BF


In folgenden Traktat beschäftigt sich Hochw. Pohan Jaulnes mit einem ernstzunehmenden Phänomen unserer Tage, dem verstärkten Auftreten religiöser Splittergruppen und Kleinstgemeinschaften, die, teilweise mit modernsten Mitteln, versuchen, Anhänger und Spendengelder zu gewinnen.
Der Verfasser ist Geweihter der Travia mit Sitz im Großen Familienrat zu Rommilys und Mitglied der Hl. Badilikanischen Mission.

Nun, da die Tage oft dunkel, die Prüfungen, vor welche uns das Schicksal stellt, aber hart und zahlreich sind, möchte man meinen, daß sich selbst die rauhsten Gesellen auf Frömmigkeit besinnen und sich den Zwölfen anvertrauen um ihnen und dem eigenen Seelenheil zu Diensten zu sein. Doch leider ist dem nicht gänzlich so, die KrŠfte des übels sind stark und vielerortens von Präsenz, und verstehens es nur zu gut mit ihren Waffen von List und Tück, schwache oder verderbte Seelen in ihren Bannkreis zu ziehen.
Diese neuen, oder, wie man ebenfalls des öfteren zu hören bekommt, angeblich "wieder-entdeckten", Kulte versprechen einer wie der andere ihren Anhängern sämtliche Pracht von Alveran und versuchen nicht selten auch, ihre Gefolgschaft mit gemeinen Quacksalbertricks oder ähnlichen Volk anziehenden Wohltätigkeiten zu vergrössern.
Doch diese Scheinversprechen zahlen sich für die Verführten oft schon auf Deren bitter aus. Meist nämlich führen die verdammenswürdigen Lehren dieser selbsternannten "Glaubenserneuerer" oder gar "Propheten" gerade die schwächsten und unschuldigsten Seelen geradewegs ins Verderben. So erreichte uns aus einem im Süden der Svellt-Ebene gelegenen Dorf die schreckliche Kunde, daß eben dort in der Stunde größter Not eine Visarsjüngerin erschien, und wohl drei Dutzend verzweifelter Bauersleute mit nichts als einem jener stümperhaft erdichteten Visar-Sänge auf den angst-trockenen Lippen den anstür-menden Orken entgegentraten, um diese zu beschwichtigen.
Einzig die Verführerin, die falsche Hoffnung versprochen hatte und den Tod brachte, entkam dem blutigen Masssaker, als die Schwarzpelze mit höhnischem Gelächter die Verblendeten niedermetzelten, ein Beipiel, das uns nur allzu gut die tragischen Folgen des Hinwendens zu einem leeren Götzenglauben zeigt.
Seit Anbeginn der Zeiten haben uns die Zwölfgötter gnadenreich geleitet, zu Wohl geführt und von Wehen bewahrt, die da lauerten. Ohne ihre unendliche Zuneigung zum Menschengeschlechte währen wir beizeiten den bösen Mächten zum Opfer gefallen, nicht dem Vergessen anheim fallen dürfen jene wie die edle Thalionmel und all die anderen heilegen Männer und Frauen, oder gar die höchstselbste Manifestation der Vier Hohen, die in der zweiten Däm-nenschlacht dem Guten auf Dere den Sieg schenkten.
Was aber haben uns die neuerleuchteten Sektierer von eigene Gnaden zu bieten, was will ein verkrachter Al`Anfaner Rabendiener mit seinen selbstproduzierten Kritzeleien beweisen? Den Götzen ruft er bei anderm Namen, doch kann er seine wahre Herkunft nicht verleugnen, ganz offensichtlich sehen wir uns hier nach dem gescheiterten Wüstenabenteuer nur einem weiteren Dämonenplan aus der Pestbeule des Südens gegenüber.
Wo bleiben die Akte der Obrigkeit? Nicht länger können wir zusehen, wie die verdammenswürdigen Sektierer und Spalter ihr namenloses Treiben weiter ungestört fortsetzten!