Ein neuer Streich des Jergenquell?

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Ausgabe Nummer 21 - Tsa 1021 BF

Ein neuer Streich des Jergenquell?

Wegelagerer rauben Glefen der Geistmärker Wehr

GEISTMARK. Ein dreistes Bubenstück spielte sich am 3. Travia auf der Angenstraße ab: Eine Bande gewissenloser Schurken aus dem Zwergenvolke, die wohl den Schergen des Answinisten Ulfing von Jergenquell zuzurechnen sind, plünderte einem Transport des Barons von Geistmark.

Die Baronie Geistmark hatte ein von Peraine und Phex außergewöhnliches letztes Jahr erlebt, so daß Baron Kordan zum ersten Mal größere Geldmittel zur Verfügung standen. Angesichts der Schrecken, die unsere armen Brüder im Osten heimsuchen, entschloß er sich, einen guten Teil des Geldes zur Aufwertung der Wehrbereitschaft der Geistmark zu investieren. Unter anderem bestellte er zu diesem Zweck bei der Angbarer Waffenschmiedezunft zwölf trefflich gefertigte Glefen für die Landwehr.

Ende Efferd sandte Baron Kordan daher die Büttel Lane und Dappert mit einem Ochsenkarren nach Angbar, um die fertiggestellten Glefen abzuholen sowie weitere Kommissionen zu tätigen. Doch sollte dieser Auftrag kein gutes Ende nehmen. Auf der Brücke über den Sankt-Kupersbach unweit von Wengerich liefen die Büttel in eine Falle. Als der Karren gänzlich auf die Brücke gerumpelt war, sprangen unter dieser plötzlich vier in Schwarz gekleidete Angroschim hervor, erkletterten flink wie Phex beidseits die Böschung und richteten gespannte Armbrüste auf die Überrumpelten. Was folgte, berichten wir hier mit den eigenen Worten der Büttelin Lane:

„Von diesen Zwergen, da war einer, der hatte einen wirklich großen Bart und auch die größte Fresse, also ich meine wirklich, der hatte ein unglaublich breites Grinsen. Viel geschwatzt haben sie alle, denen schien das irgendwie Spaß zu machen. Beim heiligen Baduar, das war nicht auszuhalten, denen hätte ich gern eins gefedert, wenn nur die Armbrüste nicht gewesen wären! Was sie sagten? Der Grinser machte glatt einen Knicks vor uns und sprach uns als „tapfere Krieger“ an — die andern wollten sich schütteln vor Lachen, die Säcke — und versicherte uns, es würde uns kein Haar gekrümmt, wenn wir nur unsere Wanderstäbe beiseite legten — wir hatten aber nämlich erstklassige Angbarer Spieße, die sollen nur warten, bis der Herr Gildenmeister sich aufregt — schreib das auf!’

‘Wo war ich? Ach ja, der Scherzbold meinte, sie seien nur an unserer Ferrara und nicht an unsern kümmerlichen Leben interessiert. Naja, was sollten wir machen, da haben wir ihnen eben den Strick des Ochsen in die Hand gedrückt, einer meinte noch, das Tier sei etwas schwächlich und man sollte wohl uns davor spannen, aber dann verschwand einer mit dem Karren in Richtung Ange, während die andern uns wohl noch ein halbe Stunde in Schach hielten. Dann machten sie sich in alle Richtungen aus dem Staub, und wir gingen zerknirscht weiter, um dem Baron Meldung zu machen.“

Den Karren fand man später am Ufer der Ange. Die Güter, neben den kostbaren Glefen auch Nahrungsmittel, Ferdoker und anderes im Wert von beinahe hundert Dukaten, wurden offenbar auf ein Boot verladen.

Im Albuminschen glaubt man in dem sogenannten „Grinser“ den Erzzwerg Drugol, Sohn des Drogosch, erkannt zu haben, einen engen Freund des Jergenquell. Der aufgebrachte Baron von Geistmark setzte ein Kopfgeld von 10 Dukaten auf jeden der vier Schurken aus. Außerdem will er einen Brief an seinen Vetter, den fürstlichen Cantzler Duridan, aufsetzen, er möge bei der Markgräfin von Greifenfurt intervenieren, da der Schurke offenbar immer noch von Nardesfeld oder Hesindelburg aus operiere.

Stordan Mönchlinger