Unruhige Zeiten - Bessere Zeiten

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20. Ron 1043 BF
Bessere Zeiten


Kapitel 1

Flucht in Dunkler Nacht
Autor: Bega

Schloss Falkengrund in Garetien, Ende Rondra 1043 BF:

Gemächlich schlenderte Romelio von Agur den wohl gut 100 Schritt langen Steg entlang. An seiner Seite Jandor von Darben-Dürsten und Salerian von Feenwasser. Ihre Reittiere hatten die Höflinge des Gerbaldsmärker Hofes am Gutshof am Ufer des Falkensees in treusorgende Hände gegeben. Vom Gutshof aus führte ein hölzerner Steg erst zu einer kleinen Insel und vor dort aus weiter zum Jagdschloss Falkengrund.

„Mir ist unergründlich warum die Erbauer die längstmögliche Distanz zum Schloss für den Zugang gewählt haben“, echauffierte sich der großgewachsene Jandor sichtbar erregt. Lange Fußwege lagen dem beinfaulen und zu extravaganter Bekleidung neigenden Hofmagier nicht sonderlich. „Dort hinten sind es höchstens 20 Schritt zwischen Schloss und Ufer, aber nein, ich werde dazu genötigt das Vielfache davon über diese ollen Holzplanken zu laufen. Ich habe mein Schuhwerk gestern neu aus Gareth kommen lassen, das wird doch hier total verschlissen.“

„Warte mit dem Brodeln bis zum Dampfbad um Mitternacht!“ Salerian grinste breit und war voller Vorfreude. Jeden Mond fieberte er den gesellschaftlichen Empfängen auf Schloss Falkengrund entgegen, waren sie doch für ihn die Möglichkeit unter seinesgleichen zu debattieren, zu tanzen und dem Müßiggang zu frönen.

„Also ich weiß nicht was du hast, die Aussicht hier ist doch malerisch.“ Romelio ließ seinen Blick schweifen. „Diese unzähligen blühenden Seerosen sind doch ein Traum. Für diesen Anblick gehe ich gerne ein paar Schritte mehr.“

„Ein Albtraum wohl eher!“, grummelte es hinter Romelio.

„Das sie dich noch nicht aus der Gilde rausgeschmissen haben ist eh ein Wunder“, amüsierte sich Salerian, „Deine Garether Mode ist nicht gerade nach dem Codex.“

Jandor entschied sich die Lästereien der beiden einfach zu ignorieren und weite in Selbstmitleid zu baden wie so manche Dirne in billiges Parfüm.

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Einige Schimpftriaden später erreichten die drei Männer schließlich den Innenhof des pittoresken Jagdschlosses. Am Eingang des Palas standen sehr ansehnliche Diener mit Erfrischungsgetränken bereit. Das Praiosmahl hatte seinen Zenit schon lange überschritten und würde in ein paar Stundengläsern dem nächtlichen Madamahl Platz machen.

Während die Ankommenden freudig die ersten Tropfen besten Perricumer Wein genossen und mit dem Schlossverwalter und Hofkaplan Stipen Undersiek plauschten, musterte sie ein Mann fremdländischer Herkunft, der lässig an einer der Säulen der schmucken Eingangshalle lehnte. Der athletisch gebaute Mittdreißiger mit dunkelbraunen Haaren und schmalen Oberlippenbart nahm einen letzten Schluck Wein und schlenderte dann auf die drei Männer zu.

„Da seid ihr ja endlich!“ Die dunklen, schwarz umrandeten Augen begannen zu strahlen, besonders als sein Blick Jandor traf, der seinen Blick nicht weniger feurig erwiderte. Zwischen den beiden Männern lag eine Spannung die zum greifen war und Romelio ein amüsiertes Lächeln entlockte.

Salvan Feqzaïl, du altes Schlitzohr.“ Salerian kniff seine Augen ungläubig zusammen. „Wie hast du es denn hierher geschafft?“

„Na na, du lahmer Schreibtischhengst, ich bin der Hoflieferant des Gerbaldsmärker Burggrafenhofes und als solcher natürlich die erste Wahl wenn es um die Hofhaltung eines Grafen geht.“

„Du hast für die Verköstigung der heutigen Festivität des Grafen gesorgt? Du raffiniertes Stück!“ In der Stimmer Salerians klang wohlmeinende Anerkennung mit.

Ein verschmitztes Lächeln zauberte sich auf die vollen Lippen Salvans. „Aber selbstverständlich. Nun aber genug des Geplänkels, wir sind doch wohl zum amüsieren hier, oder etwa nicht?“ Mit diesen Worten zog der Alt-Aranier aus Perricum Jandor fest an sich heran und küsste ihn leidenschaftlich auf dem Mund. „Ihr erlaubt mir doch wohl, wenn ich diesen adretten jungen Mann entführe, die letzte Runde Walsarella beginnt in wenigen Augenblicken.“ Mit einem Augenzwinkern zog Salvan den wie verzaubert wirkenden Jandor hinter sich her.

„Na, unseren Jandor hat es aber ordentlich erwischt“, stellte Salerian belustigt fest. „Das wird dem eitlen Pfau gut tun und seine Flausen austreiben. Romelio, lass uns auch in den Rittersaal gehen, ich erwarte dort nämlich auch noch jemanden.“

„Denkst du ich etwa nicht?“, blinzelte Romelio jovial zurück.

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Die beiden Männer schoben sich an den gut gebauten Wachen vorbei und betraten erst das so genannte Festumer Zimmer. Romelio blickte leicht beschwingt hinter sich. Ihm war, also ob der Aufzug der strammstehenden Männer deutlich knapper und körperbetonter war als sonst üblich. Ein Umstand, der ihn persönlich natürlich nicht gerade störte.

Das Festumer Zimmer wirkte auf dem ersten Blick etwas bornisch bieder, war aber dennoch geschmackvoll eingerichtet. Am prägnantesten war zweifelsohne der große ausgestopfte bornische Elchkopf über der zweiflügeligen Tür. Auf einem ausladenden Sofa lümmelten sich, eng ineinander verschlungen, die beiden Jungritter Roban Leuenstolz vom Berg und Thyrian von Zweifelfels. Beide hingen wie gebannt an den Lippen des alternden, aber dennoch sehr ansehnlichen Rahja-Geweihten Redenhard von Wingeren. Die Fetzen, die Romelio von dem Gespräch mitbekam, handelten wohl von der Kunst des Weinkelterns. Er kannte beide Ritter gut von den berüchtigten Männerrunden, an den er mit seinem Herrn teilnehmen durfte. Roban war Herr eines reichen Gutes in Vierok, während Thyrian Studioso am Rechtsseminar für angewandte Staatskunde im nahegelegenen Hesinde-Kloster St. Ancilla war und als aufstrebender Stern der Juristerei galt.

Ohne die beiden begrüßen zu können, wurde Romelio von Salerian weiter in den großen Rittersaal der Jagd geschoben. Der Name des Saals sollte zu den Festivitäten, so wie sie an diesem Abend stattfanden, sicherlich eine weitere Bedeutung bekommen. Denn auf die Jagd nach Rotwild war hier keinem zumute, jedoch durchaus auf die holde Männlichkeit in all ihrer Pracht.

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Der Rittersaal der Jagd war über und über mit Jagdtrophäen geschmückt und sehr festlich hergerichtet. Frische Blumengestecke ließen den Saal in den buntesten Farben des Tsa gefälligen Regenbogens erstrahlen und berauschten die Sinne. Musikanten umschmeichelten mit den Melodien aus ihren Instrumenten die Anwesenden und forderten sie zum Tanze auf. Belustigt stellte Romelio fest, dass auch Salvan und Jandor bereits beschwingt das Tanzbein schwangen. Aber auch viele andere taten es ihnen gleich, wie die beiden Knappen seines Herren, Salix Borontreu von Zolipantessa und Tolmario Silem von Aralzin, die beide in enger Vertrautheit gemeinsam tanzten und offenkundig nur Augen für sich hatten. Da musste doch die holde Rahja ihre Finger mit im Spiel haben. Das er den sonst so schüchternen und verkopften Tolmario mal so ausgelassen erleben würde, hätte sich Romelio niemals erträumt. Nach den Wirren um den Beginn seiner Knappenschaft war der Horasier wohl nun endlich in seiner neuen Heimat angekommen und blühte geradezu auf.

Auch ein weiteres junges Paar erregte Romelios Aufmerksamkeit. Der Ochsenbluter Junkerssohn Rahjadri von Heiterfeld schien nahezu ausgelassen und vollkommen in einer Welt mit seinem Tanzpartner Ajax Praiotin von Sturmfels-Feuerfang über die Tanzfläche zu schweben. Ein erheiterndes Detail am Rande war, dass der junge Ajax mit Rahjadris älterer Schwester verlobt war. Nun, so blieb die rahjagefällige Leidenschaft wenigstens in der Familie möchte man meinen – und die Nähe der Familie Heiterfeld zur Kirche der holden Rahja war allseits bekannt, so dass diese Turtelei noch nicht einmal einen Skandal wert war.

Unvermittelt stieß Salerian Romelio in die Seite und deutete auf eine Art Podest. Dort, am anderen Ende des Saals war sonst Platz für einen Thron, doch stattdessen waren dort unzählige Kissen und Polster zum verweilen ausgelegt. Hier hatte sich der Gastgeber des Abends, Graf Wilbur vom See, niedergelassen um bei entspannter Stimmung mit seinen Gästen zu plaudern. Der Koscher Graf residierte nun schon seit geraumer Zeit auf Schloss Falkengrund um die kulturellen Annehmlichkeiten der Goldenen Au zu genießen und zu zelebrieren, wie es hieß. Stets an des Grafen Seite war sein Liebhaber, der fesche Ritter Yolpert von Trade-Tannenheim. Beide jungen Männer galten als der schönen Künste zugetan und Freunde vieler Künstler, Musiker, Spielleute und Gelehrten. So war Falkengrund ein Hort der hesindianischen Segnungen geworden, was auch aufgrund seiner Nähe zum Hesinde-Kloster St Ancilla nicht verwunderlich war.

Neben dem Grafen, der in einem vertrauten Gespräch mit dem Präfekten der Klosterlande St. Ancilla Bander Linderhold vertieft war, erkannte Romelio seinen Herrn Reichsvogt Reto Eorcaïdos von Aimar-Gor, sowie Kronvogt Leomar von Zweifelfels, die sich angeregt mit dem Hesinde-Geweihten Hesander Munter zu unterhalten schienen. Neben dem Präfekten und halb an diesen gelehnt, saß dessen Liebhaber Simion Grimmbart – ebenfalls ein Geweihter der Allwissenden und Lehrmeister in St. Ancilla. Der adrette und sehr athletische Ancillaner lauschte zusammen mit Ritter Yolpert den durch wildes Gestikulieren begleiteten Ausführungen von Junker Alrik Leuwin von Trenck.

Eine illustre Runde, dachte sich Romelio lächelnd und wandte sich wieder den Tanzenden zu. Seine Eigenschaft als Sekretär seines Herren würde an diesem Abend nicht mehr verlangt werden, da war er sich sicher. Die Musiker hielten kurz inne, nur um in nächsten Augenblick eine feurige Bornessa anzustimmen, was zu jauchzenden Jubel unter den Anwesenden führte, war dieser leidenschaftliche Tanz doch besonders bei den Jüngeren sehr beliebt.

Es war schon ein besonderer Anblick, schön anzusehende Männerkörper, die im schnellen Rhythmus zueinander fanden, sich wieder entfernten, nur um sich dann um so heftiger wieder zu vereinen. Das Fehlen von Tänzerinnen störte hier hingegen keiner, denn das weibliche Geschlecht war es nicht das was die anwesenden Männer hier an diesem Abend begehrten.

Während sich Romelio noch an den Tänzern erfreute, hatte Salerian offenbar die Person gefunden die er suchte und stieß Romelio unsanft mit seinem Ellenbogen in die Seite.

„Er ist hier!“, flüsterte er kaum hörbar.

„Wer ist hier?“, fragte Romelio unwissend, bis Salerian versucht unauffällig auf einen eher unscheinbaren, mittelgroßen Mann mit schlankem Körperbau und adrett gestutztem Bart deutete.

„Ach der Palmyr-Donas? Natürlich ist der hier, was denkst du denn? Er ist der Kammerherr meines Herrn und zudem noch für seine Sicherheit zuständig.“ Romelio nahm sich ein neues Glas Wein von einem der Tabletts.

„Meinst du er ist dann nicht zum amüsieren hier, sondern auf Befehl des Reichsvogts?“ Enttäuschung klang in der Stimme Salerians mit.

Romelio dachte einen Moment nach. Er wusste, dass Salerian unsterblich in den wortkargen Perricumer verliebt war, sich aber eher ungeschickt in Liebesdingen verhielt. Dem besagten Kammerherrn irgendwelche Gefühlsregungen zu entlocken, war in der Vergangenheit nahezu unmöglich gewesen. Doch Romelio war sich sicher, dass auch er Interesse an Salerian hatte. Es waren die kleinen Gesten, ein bewusst platziertes Wort, die ihn verrieten.

„Hier, nimm das Glas Wein und geh zu ihm hin.“ Romelio stupste seinen Freund an. „Na mach schon!“

„Aber ich kann doch nicht …“, stammelte dieser.

„Doch, doch. Husch, husch!“

Mit erwartungsvollen Blick verfolgte Romelio wie Salerian sich langsam an Timshal von Palmyr-Donas heranpirschte und ihn ansprach. Dieser war augenscheinlich einem kleinen Plausch nicht abgeneigt, nahm er doch den Wein entgegen und … ja war das tatsächlich ein Anflug eines Lächelns auf seinen Lippen? Amüsiert kopfschüttelnd überließ er den beiden Männern ihr Glück, schließlich erwartete er auch noch jemanden.

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Ziellos stromerte Romelio durch die vielen Räume des prächtigen Jagdschlosses. Hier und da hatten sich Gruppen zusammengefunden um zu disputieren, oder den Darbietungen von Spielleuten oder Barden zu lauschen. So gaben in der gut ausgestatteten Bibliothek der genau so jung wie exzentrische Dichter und Maler Iserian von Manlaith und sein Schüler Hesindiago Valdris ihre neusten literarischen Ergüsse zum Besten. Wieder andere zogen mehr der holden Rahja, denn der weisen Hesinde gefällige Spielereien vor. Doch sein Liebster war unauffindbar.

Ein süßlich-herber Duft zog Romelio in das Tulamidische Raucherzimmer. Der Raum wirkte wie aus Tausend und ein Schleier und ließ einen jeden der ihn betrat in eine andere, fremde Welt abgleiten. Kunstvoll geknüpfte Teppiche die leicht bekleidete Jünglinge und Maiden zeigten, oder von der Kunst der Falknerei kündeten. Ein Meer aus samtenen Kissen und exotischen Düften luden zum verweilen ein.

Romelio ließ seinen Blick schweifen. Um eine Wasserpfeife herum lagen die alternden Herren Marbert vom Berg, Marnion von Sturmfels und Solmar Hoffing zusammen mit dem jungen Rahja-Geweihten Salvan von Pfiffenstock. Der kunstsinnige Vieroker Ritter aus dem Kaisermärker Hause vom Berg genoss den leicht benebelnden Rauch sichtlich und auch der Briskengrunder Vogt Hoffing schien friedlich beseelt und mit sich und allem im Reinen zu sein. Der Sturmfelser, der dem Reichserzkanzler und Sighelmsmärker Burggrafen Alarich von Gareth-Sighelmsmark an dessen Hof als Seneschall diente, musterte unterdessen die beiden Jünglinge Thallion von Greifstein und Linnert von Hartwalden-Hartsteen. Diese folgten gebannt den Darbietungen zweier leicht bekleideter, tulamidischer Tänzer, die den sogenannten Bel-Dechi - einen tulamidischen Männertanz - kunstvoll und leidenschaftlich zugleich vollführten.

Doch auch die sinnlich betörende Aura aus dem Land der ersten Sonne konnte Romelio nicht halten. All seine Gedanken schwirrten nur um ihn, seinen Helden. So entzog er sich den tulamidischen Klängen und Düften, so verführerisch sie auch waren und entschwand in eines der Turmzimmer. Er genoss die Ruhe nach all dem Trubel und Eindrücken und blickte aus dem Turmfenster ins Freie. Mittlerweile war das Praiosmahl hinterm Horizont verschwunden. Der Falkensee war erleuchtet und von Tausend schwimmenden Lichtern und ließ ihn ganz warm ums Herz werden. Welch ein Anblick. Zu gerne würde er diesen Moment mit jemanden teilen. Wobei, nicht mit irgendjemanden, sondern nur mir ihm.

Wehmütig blickte er in die Ferne. Wie dankbar er doch sein konnte all das hier zu erleben. Dabei kam ihm der Gedanke, wer wohl eigentlich für all diesen Luxus hier aufkommen würde. Sicherlich fänden es die Koscher nicht so toll, wenn ihr Graf hier ein Leben führte wie Bardo und Cella. Doch, er besann sich an ein Gespräch mit seinem Herrn. Demnach waren es die einflussreichen und spendablen Freunde des Grafen, die in seinem Namen zu dieser Art Festivität luden. An diesem Abend war es der Junker Trenck, soweit er sich erinnern konnte. Doch schüttelte er diesen Gedanken wieder ab. An den ollen Junker wollte er jetzt nicht denken.

„Suchst du jemanden?“, raunte es von hinten und Romelio spürte einen heißen Atem auf seinem Nacken. Diese Stimme, er wagte es nicht sich umzudrehen. Sein Herz begann zu springen.

„Vielleicht“, flüsterte er kaum hörbar zurück, ohne sich dabei umzudrehen, während zwei starke Arme seine Körper umschlungen.

„Ich habe dich vermisst.“ Die Stimme des blonden Mannes legte sich wie Balsam um Romelios Herz, das noch stärker zu pochen begann. Linnert war sein Held.

„So wie du jetzt deine Frau vermisst?“, antwortete er betont neckisch, konnte aber den ernsthaften Unterton jedoch nicht ganz unterdrücken.

Der Blonde mit den starken Armen drehte seinen Gegenüber mit einem Ruck um. Tiefblaue Augen tauchten in die von Romelio ein. „Spiel nicht mit mir, Agur. Meine Gemahlin stammt aus Perricum und nicht aus Rommilys. Ich lass ihr ihre Freiheiten und sie lässt mir die meinen. So ist es bei uns Bürgerlichen üblich und auch bei euch Adligen soweit ich weiß. Mein Herz gehört euch beiden, dagegen kann ich nichts machen und will es auch nicht. Die liebliche Rahja ist mit uns. Sie weiß also von dir und ist nicht unglücklich darüber, schließlich arbeitest du für den Aimar-Gor.“ Ein schelmisches Lächeln zauberte sich auf die ebenmäßigen Gesichtszüge des Garether Patriziersohns.

„So ist das also.“ Romelio knuffte seinen Liebsten spielerisch in die Seite. „Ich akzeptiere deine Liebe zu ihr in den Maßen wie ich dankbar bin für deine Liebe zu mir.“

„Na dann ist ja gut.“ Linnert zwinkerte Romelio zu. „Dann lass uns endlich den Abend genießen und hier nicht rumpalavern wie schnatternde Gänse.“

„Deine Worte in Rahjens Ohren.“ Ohne viel Federlesen griff der junge Mann die Hand seines Liebsten und zog ihn hinter sich her. Schließlich waren die beiden Männer im Rahjazimmer angekommen und Romelio deutete auf das ausladende Himmelbett. Es war an der Zeit die Wirklichkeit auszublenden und nur das Hier und Jetzt mit jeder Faser ihres Körpers aufzunehmen.

So brach über das beschauliche Schlösschen die Nacht hinein und als der letzte Tropfen Wein gekostet, die letzte Melodie verklungen und der Liebe und der Lust das letzte Mal gehuldigt wurde, legte sich Stille über die Goldene Au.

Blutrot dämmerte der Morgen als drohende Vorsehung.