Zwietrutz' Frühling - Der Frühling beginnt

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19. Per 1041 BF
Regen in Wogenschlag
Mühlenbräu und Barlatzwässerchen

Kapitel 7

Autor: Korkron

Zwietrutz, 19. Ingerimm 1041

Wogenschlag, am 19. Ingerimm 1041 BF

„Und so hat unser Baron bestätigt, dass es mein Vorrecht ist, die Geschicke unseres Zwietrutzer Landes zu lenken“ „Ich habe somit die Vögtin aus Zwietrutz verwiesen.“

Grimm zu Zwietrutz hatte einen guten Tag ausgewählt, um eine erste Bilanz nach zweieinhalb Monaten zu ziehen. Es war ein warmer, sonniger Tag.
In letzter Sekunde hatten die zwergischen Schmiede das Denkmal fertig stellen können und alle benötigten Informationen und zugesagten Hilfen waren pünktlich in der Burg angekommen.
Er stand auf einem Podest in der Nähe des Wogenschlager Boronangers.
Rechts von dessen Eingangstor standen drei alte Ulmen. Und daneben war das Podest aufgebaut worden, unter dem der von den Zwergen Magmortars geschaffene und in der Nacht mühsam hierher transportierte Höhepunkt seiner Ansprache wartete.
Hinter ihm saßen sein Burgmann, sein Amtmann, seine Knappin und auch der dunkelhäutige Magister.

Den Großteil seiner Rede hatte er schon hinter sich gebracht. Er hatte über die vergangenen zwei Jahre ohne Burgherrn gesprochen und hatte sich den allgemeinen Hass auf Grothissa Götnisch zu Nutze gemacht, um Unterstützung für eine gemeinsame und bessere Zukunft zu bekommen.

Grimm hatte vor, einige Veränderungen in seinem Lehen umzusetzen und wusste, dass er hierbei auch seinen Vasallen einiges abverlangen würde.
So hatte er zunächst alle Punkte aufgeführt, die aus seiner Sicht keine Jubelschreie hervorrufen würden.
Einen zusätzlichen Frontag hatte Grimm befohlen. Dazu einen regelmäßigen Trutzdienst eingefordert, der sowohl Grenzturmdienst als auch regelmäßigen Waffendienst und Übungen vorsah.
Gemurmel hatte anschließend eingesetzt.
Ungeachtet dessen hatte der Burgherr fortgeführt, dass die Kinder Zwietrutzes jede Woche in Kusliker Zeichen und Zahlen geübt würden.

„Nun fragt Ihr Euch sicher, warum diese zusätzliche Arbeit?“ „Nach den ganzen Jahren mit den Verlusten und dem wenigen Ertrag.“ Er machte eine kurze Pause.
„Nun, ich habe mit vielen von Euch in den vergangenen zwei Monden gesprochen und nun Rat gehalten.“
„Zwei Punkte werden wir verbessern: Unseren Schutz und unseren Ertrag!“
„Dafür werden wir nicht nur den Leuchtturm wieder bemannen, sondern auch einen südlichen erbauen.“ „Und wir werden eine Garde ausbilden, um den Räuberbanden und Lumpen Einhalt zu gebieten.“
„Neue Handwerker und Vasallen werden bereits diesen Sommer nach Zwietrutz kommen und Prekolosch hat es geschafft, Angroschim aus Xagihra Pforte anzuheuern, die uns in unserem Steinbruch helfen werden.“

Das Gemurmel hatte aufgehört und Grimm hoffte, dass seine Untertanen nun daran dachten, dass bereits dies auf lange Sicht allen gut tun würde.
Bisher lief seine Rede und die Reaktionen seiner Vasallen so wie er es geplant hatte. Nun war es an der Zeit, noch ein paar deutliche Verbesserungen bekannt zu geben. „Alles dies ist für die Zukunft Zwietrutzes.“
„Beginnend ab heute werden wir am 19. Ingerimm ein Zwietrutzer Grenzfest, im Travia ein Weinfest feiern.“ „Und im Rondra werden wir das Zwietrutzfest wieder einführen, das von nun von einem großen Markt und einem Panoptikum begleitet wird.“

Grimm hatte die richtigen Worte gefunden. Das sah er in den Augen seiner Untertanen. Die Freude an Festen hatte man Koschern noch nie nehmen können und die Aussicht, dass ihr zusätzlicher Dienst mit zwei neuen Feiern vergolten würden, gefiel allen. Einzelne zustimmende Rufe und ein breites Gemurmel unterstützten seinen Eindruck.

Grimm gab ein Zeichen an seine Vertrauten auf dem Podest, die daraufhin aufstanden und die provisorische Treppe hinabstiegen. Sein Amtmann Edelbrecht von Schattenau wurde hierbei von Tara von Darbonia gestützt.
Grimm zu Zwietrutz ging anschließend selbst zum Rand des Podestes und erhob noch einmal seine Stimme: „Unsere Zukunft ist das Wichtigste, aber unsere Vergangenheit wollen wir nicht vergessen!“ Nach einer kurzen Pause sagte er noch ein Wort: „Niemals!“
Er folgte der Treppe nach unten, suchte den hier postierten Zimmermannshammer und hoffte, dass alles funktionieren würde.
„Dies ist für alle, die unser Zwietrutz mit Travias Treue und Rondras Furchtlosigkeit beschützt haben.“
Die Vasallen wurden aufgrund der Wartezeit bereits etwas unruhig als Grimm den Hammer hob und auf die Stelle des hölzernen Podests schlug, die ihm Prekolosch mit einem kleinen Kreuz angezeichnet hatte.

Ein lautes Krachen folgte und Grimm sah zufrieden, wie die Seiten des Podestes umfielen und den Blick frei gaben auf ein großes Denkmal für alle Gefallenen Zwietrutzes.
Es dauerte einen Moment, bis alle verstanden, was dieses Denkmal bedeutete. Dann erkannten sie in der Mitte des Denkmals die Gesichter der Gefallenen Zwietrutzer aus dem Heerzug von vor zwei Jahren. Prekolosch hatte sie aus dem Gedächtnis heraus in Stein gebannt und sie sinnbildlich für alle als Mittelpunkt des Denkmals ausgesucht.
Offene Münder und Augen starten das Denkmal und Grimm an.
Ruhe trat ein.

„Papa,“ rief plötzlich ein kleines, vielleicht 5 Jahre altes Mädchen, das gebannt auf die Gesichter des Denkmals schaute und fing an zu weinen. Ergriffen von dem Denkmal und insbesondere von den von den Zwergen geschaffenen Gesichtern begannen viele zu schluchzen und Grimm sah, wie sich viele seine Untertanen in den Armen lagen.

Einige stille Minuten vergingen. Grimm überraschte die starke Ergriffenheit seiner Zwietrutzer und nahm aber an, dass sie dafür stand, dass das Denkmal von allen als gut befunden wurde.

Winne Tiefmoor kam mit ihrem Enkelsohn ein paar Schritte auf Grimm zu. Er wusste, dass auch ihre Tochter, die Mutter des Jungen, im Heerzug gestorben war und Prekolosch nun auch ihr Gesicht verewigt hatte.

Schluchzend flüsterte sie Grimm ein „Danke“ zu.
Sich an die die Zwietrutzer wendend rief sie mit stockender, schluchzender Stimme: „Der Frühling ist endlich wieder in Zwietrutz angekommen.“ Danach fiel sie weinend und schluchzend auf ihre Knie und umklammerte das Kind.