Sommer von Feuer und Blut

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Als "Sommer von Feuer und Blut" während der Sonnenfürsten-Zeit 414 BF übers Land hereinbrach, brach auch im - bis dahin eher gemäßigten - Kosch die Herrschaft der tyrannischen Priesterkaiser herein.

Der koscher Priesterkaiser

Von Kathay, dem zweiten der Priesterkaiser (Erhebung 412 BF), erhoffte sich mancher im Koschland eine Milderung – war Seine Erhabenheit (heut’ mag man sich dessen nicht mehr rühmen) doch ein gebürtiger Bragahner!

Er dankte es seiner Heimat mit dem Bau einer Burg in seinem Heimatort, zweier weiterer Zwingfesten und einer ebenso harten Herrschaft wie überall. Den Koschern ersparte er kein Taggebet und keinen Kreuzer. Als der Erhabene im Götterlaufe 414 BF mit prunkvoller Bagage das Reich durchzog, schickte er sich gar an, den Fortgang der Arbeiten selbstselbstens in Augenschein zu nehmen.

Das Attentat

Zu Leuwensteyn im Vinansamtschen hatte die Hofgesellschaft Gastung genommen, als es einer Frau aus dem Volke gelang, an all den Geweihten, Greifenreitern, Söldlingen und Dienervolk vorbei, unerkannt, mit sündiger Hexenkraft wohl - wie der Groß-Inquisitorius hernach verkündete – in das Gemach des Erhabenen Einlass zu finden. Zu töten aber vermochte die Tochter Satuarias ihn nicht – es heißt, dass niemand anders als Graf Gurvan von Wehrheim, ein Wahrer der Ordnung, der Versuchung der Macht erlag und den verwundeteten Kaisers hinterrücks erschlug.

Die Rache der Praioskirche

Aller Welt aber tat man kund, die Krötenhexe habe den Erhabenen gemeuchelt, und sie ward dafür gerichtet. Doch kein Fluch kam über ihre Lippen, da man sie blendete und ihr das Augenlicht nahm, bevor man sie den Flammen übergab. Ihr Scheiterhaufen war nur der Funken, der viele weitere entzündete: Rachsüchtig durchstreiften die Schergen der Inquisition das Land, ohne Gnade suchten sie wahrhaftige und vermeintliche Feinde ihrer Herrschaft zu strafen und „metenarischen Zustände“ auszumerzen, wo immer noch eine Geweihte oder ein Baron besondere Milde gegenüber den Rondra-Geweihten und magisch begabten hatten walten lassen. Generell galt der Kosch bis dahin als vergleichsweise sicherer Grund für andernorts Verfolgte der fanatischen Praioten. Nach der Ermordung des Lichtboten auf koscher Grund drehte sich dies jedoch in sein Gegenteil um. Ein Sommer von Feuer und Blut brachte schreckliche Vergeltung über die Hexen, Druiden und Geoden des Kosch, aber auch ganz gewöhnliche Kräuterfrauen, Imkerinnen oder Krambolde. Manch bislang milder Adeliger wurde abgesetzt, zog sich nun zurück oder wechselte gar auf die Seite der Praioten. In Wirtztal wurde die Jungfer Selissa als Freundin der Elfen und Kräuterweib verraten und als Hexe verbrannt. Das Dorf Rankhag im Nadoretschen wurde niedergebrannt nachdem die Bewohner sich der Zahlung des Greifenzehnts widersetzten - an seiner Stelle ließ man zur Mahnung das Stift Prasunk errichten. Auch die letzten Anhängerzirkel der Rondra wurden nun verfolgt und es mag der Gnade der Leuin selbst zuzurechnen sein, dass wenigstens der kleine Geweihte Leubold aus Rhôndur einige geistige und weltliche Schätze über die Priesterkaiserzeit retten konnte.

Die Hinterlassenschaften der Hexe

Da die Attentäterin selbst aber gestorben war, bevor sie die Flammen reinigten, ließ man sie in acht Teile zerhacken und hernach die Gliedmaßen in Gefäße aus Eisen und Glas einschließen, den Gläubigen zum frommen Erschaudern und den Frevlern zur Warnung. Das blutige Gewand der Hingerichteten jedoch brachten die Hexen an sich, und es heißt, dass sein Anblick noch heute jeden Praiosgeweihten binnen 13 Herzschlägen dem Irrsinn verfallen lässt. Diese Artefakte befinden sich seither in Obhut des Klosters Prasunk im Nadoretschen.