Schlacht von Angbar 2: Auf die Mauern, an die Tore!

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Pra 1028 BF
Auf die Mauern, an die Tore!
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Kapitel 9

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Autor: Blauendorn, weitere


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Ausgabe Nummer 38 - Praios 1028 BF


Der Angriff auf die Eherne Stadt

Anghalm Eisenstrunk, Mauergreve von Angbar und Zunftmeister der Waffenschmiede
Ein Angbarer von altem Schrot und Korn - Mauergreve Anghalm Eisenstrunk. © BB

Mittlerweile verstehe ich die alten Kämpen, wenn sie sagen: Das Schlimmste ist die Warterei, bis es losgeht. Ich weiß nicht, wie lange wir so standen und in die Nacht starrten. Dann hörten wir plötzlich ein Hornsignal – der Feind war also da. Aber seltsam, der Warnruf kam aus Südwest vom Fürstentor her und nicht von Norden, wie wir erwartet hatten. Das hat uns alle verwundert – und bestürzt. Ich eilte hin, sammelte im Laufen noch Verstärkung zusammen. Dann standen wir oben am Idamilsturm und sahen es aus der Ferne: eine Wolke aus Feuer knapp über der Oberfläche des Sees, die näher und näher kam. Doch es war keine Wolke, sondern ein Wesen aus Flammen und Glut das sich bedrohlich im Wasser spiegelte, ein riesiger Vogel – zumindest sah es so aus. Das ist so schwierig zu beschreiben, zumal man auch nicht lange hinschauen konnte. Das Wesen stürzte sich nieder auf die ersten Häuser vor der Stadtmauer, und wo es sie berührte, da fingen die Dächer sofort Feuer, und im Nu waren die Gehöfte und Lager ein Raub der Flammen. Doch das war nur der Anfang, ein erster Gruß des furchtbaren Wesens. Es flog einen Bogen nach Südwesten, streifte die Kronen des Stadtwaldes, die sogleich lichterloh brannten, dann kam es zurück und jagte dicht über die Mauer hin. Schreiend suchten die Posten ihr Heil in der Flucht, sprangen hinab in den Graben – und entgingen so dem sicheren Tod. Denn diejenigen, die wacker aushielten und sich dem Ungetüm entgegenstellten – ach! In einem einzigen Augenblick wurden sie verbrannt, und nichts blieb von ihnen übrig als Asche und verkohlte Knochen. Was nützten da die besten Armbrüste, die sichersten Schüsse? Keine unserer Waffen war geeignet, das Flammenwesen zu verletzen. Nur Wasser... Wasser musste her! Dem zweiten Angriff wollten wir einzig mit Herrn Efferds Element begegnen. Aber was half es, dass wir uns in nasse Tücher wickelten und randvolle Eimer und Kübel herbeischleppten? Tropfen waren es auf den gewaltigen Flammenleib! Und wenn sie das Wesen wirklich irgendwie verletzten oder schwächten, dann nur wie Nadelstiche einen Drachen. Wir mussten weichen.


Ontho von Koschtal, Geweihter der Hesinde zu Angbar

Mit einem Mal durchfuhr mich ein schrecklicher Gedanke gleich einem Blitze, und ich eilte, so rasch ich es vermochte, aus dem Tempel, gedankenlos und überstürzt, was einen leicht ins Verderben führen kann. Alle Feuer hatten wir im heiligen Hause des Herrn Ingerimm verwahrt, alle offenen Feuer – doch es gab noch ein schlafendes, ein schlummerndes Feuer in der Stadt: Das Feuerwerk, das Hopfmann und Larosch, die Alchemisten, für den Abschluss der Warenschau gefertigt hatten – es lag noch immer in deren Werkstatt im Stadtteil Kruming vor den Mauern, ein gefundenes Fressen für den Flammenaar. Göttin, wie hatten wir das nur vergessen können? So schnell mich meine Beine trugen, eilte ich dorthin, vorbei am Altmarkt und am Fischmarkt hin zum Fürstentor, bei dem die Werkstatt lag. Ich war gerade auf der Höhe des Darpatischen Cron-Consulats, als ein Ohren betäubender Knall den Lärm des Kampfes jäh übertönte, ein Krachen und Bersten, und dann erblickte ich rote, grü-ne und silberweiße Flammenzungen, die zum schwarzen Alveranszelt aufstiegen wie Kometen und dann zerbarsten, um als bunter Regen über Angbar niederzugehen. Ich war zu spät gekommen. Da sah ich das Flammenwesen über die Stadt schweben und auf das Feuerwerk zuhalten. Und es schien, als nähme es die bunten Feuerfunken in sich auf und labe sich an ihnen, gleich einem Dürstenden an einem Quell – nur just im gegensätzlichen Element. Ich muss wohl starr vor Furcht und Staunen gleichermaßen dort gestanden haben, und sicher wäre ich durch diese Unbedachtheit zu Tode gekommen, hätten mich nicht ein paar beherzte Burschen von der Mauerwehr mit sich fort gerissen und in Sicherheit gebracht.


Aus dem Kosch-Kurier 38