Ritter Boromils Gespür für das Moor - Kontakt

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1032 BF
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Kapitel 6

[[Ritter Boromils Gespür für das Moor - Die Wächter Rohals#_e03a0565fb9f06949c61c6ab6a602f6b|]] [[Ritter Boromils Gespür für das Moor - Die Wächter Rohals#_e03a0565fb9f06949c61c6ab6a602f6b|▻]]
Autor: Kunar

Neuvaloor im Frühling 1032 nach Bosparans Fall

Am nächsten Morgen wurde Boromil von seinem Rossknecht geweckt. "Herr, eine Gruppe Zwerge nähert sich der Siedlung. Sie sehen grimmig aus und sind bewaffnet!" In großer Eile zog sich Boromil an, richtete sein Haar und legte seinen Waffengurt an. Tatsächlich hatten die Angroschim das frühere Klippbrühl beinahe erreicht. Allerdings machte sich Boromil wenig Sorgen, denn sie gingen gemächlichen Schrittes und hatten auf das Tageslicht gewartet, um herzukommen. Räuber hätten anders gehandelt.

Sie kamen zu fünft, dem Äußeren nach zu urteilen Ambosszwerge. Boromil hatte schon eine Ahnung, wer sie seien würden. "Den Zwölfen zum Gruße und ein herzliches Willkommen in unserer neuen Siedlung!", rief er ihnen bewusst fröhlich entgegen. "Angrosch zum Gruße!", erwiderte der erste der Zwerge knapp. "Seid Ihr Boromil vom Kargen Land, der Magier?" "Ja und nein. Der Name stimmt, doch es steckt nicht ein Funken magische Kraft in mir." Daraufhin drehte sich der Zwerg zu einem seiner Gefährten um und lachte ihm freundlich zu: "Hast Du gehört? Nicht ein Funken! Zauberer, von wegen!" Der Angesprochene blickte noch düsterer drein als vorher und fragte Boromil: "Aber Ihr kommt doch aus einer Magierfamilie, richtig? Und Ihr siedelt bei einem alten Magierturm, nicht wahr?" "Mein Haus bringt immer wieder Magier hervor, das stimmt. Und Vogt Morwald Gerling hat mir den Siedlungsplatz mit dem Turm zugeteilt, den angeblich Zulipan von Punin bewohnt haben soll." Bei Nennung des verderbten Magiers blitzten die Augen der Angroschim wütend auf. Nie würde das kleine Volk vergessen, was dieser so vielen von ihnen angetan hatte. "Aber wir wissen nicht, ob das wahr oder nur ein Gerücht ist. Und es ist schlecht, sein Handeln von so unklaren Informationen abhängig zu machen. Daher beabsichtige ich, den Keller des Turmes, der überschwemmt und halb verschüttet ist, wieder freizulegen und alle Gegenstände, die sich dort unten noch befinden mögen, genauestens auf eine eventuelle magische Beschaffenheit zu untersuchen." "Ha! Wie wollt Ihr denn Magie ohne Magie erkennen?" Wieder war es der griesgrämige Zwerg, der eine Frage stellte. "Dafür werde ich mir in der Tat magische Unterstützung holen müssen. Aber die ersten Schritte sind einfacherer Natur und erfordern vor allem Kraft und Sachverstand, was das Ausgraben und Trockenlegen betrifft." Der erste Zwerg zog nun die Augenbrauen hoch. "So einfach ist das nicht. Um einen Keller von Wasser zu befreien, müsst Ihr am besten Spezialwerkzeug einsetzen. Aber aufs Graben verstehen wir uns, nicht wahr?" Mit diesen Worten nickte er lächelnd zu seinen Gefährten, die ihm ausnahmslos beipflichteten. "Ausgezeichnet, denn es gibt noch mehr zu graben! Die Keller der früheren Häuser sind zum Teil verschüttet. Ich will sie wieder freilegen lassen. Außerdem müssen Keller ausgehoben werden für die neuen Gebäude, die hier gebaut werden sollen!"

"Nicht so schnell!" fuhr der Kritiker dazwischen. "Bevor ich hier auch nur einen Spatenstich tue, möchte ich wissen, zu welchen Bedingungen ich das mache. Ursprünglich hieß es, ich käme zusammen mit einem Dutzend Zwerge an einen Ort mit Angroschschrein. Jetzt sind wir nur noch zu fünft und in der Nähe eines Magierturms!" "Das ist allerdings richtig", stimmte ihm der Anführer zögernd zu. "Wir sollten uns nicht blind in Arbeit stürzen, sondern vorher besprechen, wie wir vorgehen wollen." "Nun, dann gehen wir doch dorthin", wies Boromil auf eines der Gebäude. Die Zwerge nahmen das Angebot an. Drinnen wartete gleich die erste Überraschung auf sie: Boromil hatte mit der gestrigen Warenlieferung einige Fässer Bier heranschaffen lassen, von denen er gleich das erste, "zu Ehren der Angroschim", wie er betonte, anstechen ließ. Mit dieser Geste machte er sich zumindest bei den drei Zwergen beliebt, die bisher geschwiegen hatten. Doch auch die Gesichtszüge des Grimmigen entspannten sich für kurze Zeit. "Naja, kein Vergleich zu dem Bier in unserer Heimat, aber für einen Großling gar nicht schlecht, uns so etwas anzubieten." Nun war der Zeitpunkt gekommen, an dem sich die Angroschim vorstellten. Der, den Boromil für den Anführer hielt, weil er zuerst gesprochen hatte, hieß Olgosch, Sohn des Ogrim. Sein scheinbar stets schlecht gelaunter Gefährte nannte sich Dugobalosch, Sohn des Dramosch. Die beiden Zwillinge waren Korok und Krimog, Söhne des Korbosch. Der Zwerg mit blonden Haaren und ebensolchem Bart hörte auf den Namen Duglim, Sohn des Dergam.

"Welcher Keller soll den zuerst ausgehoben werden, wenn wir den Turm nicht sofort in Angriff nehmen können?", fragte Olgosch. "Das ist im Prinzip egal, ich würde fast sagen, dass man den am leichtesten auszubuddelnden als erstes anpackt." "Dugobalosch, schau doch mit den anderen nach, in welchem Gebäude wir anfangen sollten. Ich denke, mit unserem Gastgeber komme ich allein zurecht." "So soll es sein! Taten statt Worte, das nenne ich angroschgefällig!" Mit diesen Worten stapfte der Angesprochene hinaus, dicht gefolgt von den drei anderen Zwergen. "So, jetzt können wir uns ruhig unterhalten. In der Gruppe ist das meistens schwieriger", begann Olgosch. "Ganz unrecht hat mein Gefährte nicht. Wir waren dem Aufruf von Etosch Gabelbart gefolgt, um seinem alten Freund Edelbrecht von Borking zu helfen. Kaum auf Burg Birkendamm angekommen, erfahren wir, dass sich die Pläne geändert haben. Nun befinden wir uns plötzlich an einer ganz anderen Stelle im Sumpf und sollen jemanden unterstützen, den selbst Etosch Gabelbart nicht persönlich kennt. Gerüchte besagen, dass es sich um einen Magiersprössling handeln soll. Das ist schon etwas viel verlangt von einem anständigen Angroscho." "Das kann ich nachvollziehen. Mir wäre lieber gewesen, ich hätte Euch persönlich werben können, doch die Zeit ist äußerst knapp bemessen. Während Edelbrecht sich an Etosch Gabelbart wandte, war ich in meiner Heimat am Angbarer See, um weitere Verbündete zu gewinnen." "Und? Ist es Euch gelungen?" "Oh ja! Ich erwarte einige Angroschim. Es sind Hügelzwerge." "Hm.... das Hügelvolk ist in mancherlei Hinsicht anders als wir. Das kann durchaus zu Konflikten führen. Nur weil wir alle Angroschim sind, heißt das nicht, dass wir immer gut miteinander auskommen. Wenn Ihr direkt neben einem Thorwaler und einem, sagen wir, Liebfelder wohnen würdet, wären das auch nicht automatisch gute Nachbarn, bloß weil sie Menschen sind wie Ihr." "Das mag sein, aber die Hügelzwerge verstehen sich auf gute Speisen und Ihr aufs Kämpfen und Graben. Hier werden mancherlei Talente nötig sein. Dafür bin ich bereit, mir entsprechenden Rat anzuhören, denn jeder Siedler soll sich hier wohlfühlen, egal ob Mensch oder Zwerg." Der Sohn des Ogrim nickte. "Das klingt gut. Ihr scheint tatsächlich aus einer gebildeten Familie zu stammen." "Aus einer neugierigen dazu. Sagt, wenn Eure Gruppe schon kurz nach der Rückkehr Edelbrechts nach Burg Birkendamm von den geänderten Plänen wusste, warum seid Ihr erst heute hier eingetroffen?" "Ihr wart sehr schnell wieder aufgebrochen, so dass wir keine Gelegenheit hatten, Euch persönlich anzutreffen. Dadurch waren wir nicht sicher, ob wir der Bitte Edelbrechts entsprechen sollten, denn Etosch Gabelbart gegenüber haben wir uns nicht dafür verpflichtet, Euch zu helfen. Andererseits hatten wir unsere Heimat bereits verlassen und es ist offensichtlich, dass hier zwergische Unterstützung nur gut tun kann. Also beschlossen wir, bis zu Eurer Rückkehr zu warten, und in der Zwischenzeit abzuwägen, ob wir uns Euch anschließen wollen oder nicht. Letzten Endes siegte die Überzeugung, dass wir Euch eine Chance geben wollen. So wenig, wie wir Gründe kennen, die für Euch sprechen, so wenig können wir Dinge benennen, die gegen Euch ins Gewicht fallen. Wenn Ihr uns Wohnraum und Lebensart zugesteht, wie wir sie als Ambosszwerge gewohnt sind, dann sind wir gewillt, eine ganze Weile zu bleiben. Letzten Endes entscheidet jeder selbst, ob er nach zwanzig bis dreißig Jahren wieder in den Stollen der Sippe zurückkehrt oder gar sechzig Jahre wartet. Es hängt viel davon ab, wie Ihr uns behandelt." "Mein Wort drauf", beeilte Boromil sich zu sagen, "ich habe Euch nicht nur für einfache Arbeiten angeworben. Ich will offene Ohren für Eure Bedürfnisse haben, wenn Ihr mir mit Rat und Tat zur Seite steht." Olgosch brummte zufrieden. "So sei es!" Er streckte Boromil die Hand entgegen und beide besiegelten mit einem Händedruck die Abmachung. "Gestattet mir eine Frage: Warum werbt Ihr so sehr für uns Angroschim? Wäre es denn nicht viel naheliegender, Magier in Euren Dienst zu stellen?" "Magier von der richtigen Sorte können mit ihren Methoden erreichen, was anderen mit Muskelkraft unmöglich wäre. Sicherlich soll man ihre Kräfte bei der Beseitigung von Hindernissen, insbesondere solcher magischer Art, in Betracht ziehen." Nun rang Boromil ein wenig nach den richtigen Worten. "Aber Magier haben andere Ziele als Siedler. Sie streben nach Wissen, nicht nach einem geordnetem Leben. Ich kann mir schwer vorstellen, einen Magier hier dauerhaft zu halten. Es fehlt ein Forschungsgebot, dass längere Zeit interessant sein könnte – zumindest sehe ich keins. Dazu kommt, dass manche diejenigen gering schätzen, die zwar Verstand, aber nicht die Gabe besitzen. Deswegen sind mir Angroschim als Siedler lieber als Magier." "Das sollte Dugobalosch mal hören!", flachste Olgosch. "Da sprecht Ihr vielleicht mehr recht, als Ihr wollt. Euer Gefährte schien nicht sonderlich erbaut über die Vorstellung, hier zu bleiben..." "Ihr dürft seine Aussagen nicht wörtlich nehmen, auch wenn er ein Angroscho ist und zu seinem Wort steht. Das, was Euch vielleicht als Mäkeln erscheint, ist oft in Wirklichkeit seine Art, frühzeitig auf Probleme aufmerksam zu machen. Indem er sich grob gebärdet, erspart er es mir, eine größere Diskussion vor anderen zu führen, denn wenn ich seine Hinweise nicht annehmen möchte, dann kann ich sie einfach als unhöflich ansehen und nicht weiter beachten. Außerdem zieht er auf diese Weise allen Ärger auf sich, so dass ich immer als vermittelnder Anführer dastehe." Der Sohn des Ogrim lächelte. Boromil freute sich, dass der Angroscho nach ihrer Abmachung so offen mit ihm redete.

In diesem Moment stapfte Dugobalosch herein. "Die Keller der Häuser kriegen wir schon wieder frei, das wird zwar ein Stück Arbeit, aber nichts, was uns aufhalten kann! Die anderen meinen jedoch ebenfalls, dass wir lieber wie richtige Fachleute ganz neu graben sollten!" Nachdem Olgosch den Vorschlag seines Gefährten gehört hatte, drehte er sich zu Boromil um, offenbar dessen Reaktion abwartend. "Ich hatte sowieso vor, mindestens ein Haus neu bauen zu lassen. Dann wird der erste Neubau das Haus der Ambosszwerge." Dugobalosch, sichtlich zufrieden, sich durchgesetzt zu haben, nickte brummend. Dann fiel ihm etwas ein. "Wie heißt diese Siedlung eigentlich?" "Sie wird den Namen Neuvaloor tragen." Damit war Dugobalosch offensichtlich nicht einverstanden, denn er verzog das Gesicht. "Klingt wie ein elfischer Name! Wo habt Ihr den denn her?" "Das ist ein traditioneller Name für einen Ort, den meine Familie seit Generationen bewohnt.", sagte Boromil betont ruhig. Olgosch zog die Augenbrauen hoch, wohl um Dugobalosch anzudeuten, dass er besser keine abfälligen Bemerkungen über den Namen machen sollte. Dieser brauchte denn auch nicht lange, um zu verstehen. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, seine Meinung zu sagen. "Also, ich würde die Siedlung Mortar Brodrom nennen!" Boromil überlegte kurz, bis er das Rogolan übersetzt hatte. "Magiewacht... meint Ihr Wacht mit Hilfe von Magie oder etwa Wacht vor Magie?" Dugobalosch nickte nur, anscheinend gut gelaunt. "Ich sehe, Ihr habt verstanden!" Olgosch wollte das Gespräch wieder in unverfängliche Bahnen lenken. "Lass uns einen Keller aussuchen, mit dem wir anfangen. Sobald wir den fertig haben, heben wir den für uns selbst aus und dann machen wir systematisch weiter." "Klar, so machen wir's!" Ein überraschend fröhlicher Dugobalosch kehrte zu seinen Gefährten zurück, um gemeinsam mit der Arbeit zu beginnen.

Boromil weihte Olgosch nun in seine weiteren Pläne ein. Er hielt es für sinnvoll, sich mit dem Anführer der Zwerge zu besprechen, damit diese ihre Interessen berücksichtigt sahen und somit bei guter Laune blieben. Gerade hatte er auf dem Tisch, den er für Karten verwenden wollte, mit einigen Steinen ein grobes Modell der geplanten Siedlung gelegt, als plötzlich der Glockengießer in der Tür stand. "Herr, gerade ist noch ein Zwerg eingetroffen, der Euch sprechen will!" Boromil nickte. "Lass ihn reinkommen!" Der Angbarer machte Platz und ging wieder an seine Arbeit, während ein Zwerg mit dottergelbem Bart und konzentriertem Gesichtsausdruck den Raum betrat. Als er sah, dass ein weiterer Angroschim im Raum war, hellte sich seine Miene auf. Doch zunächst wandte er sich Boromil zu. "Ihr seid Boromil vom Kargen Land, richtig?" "Genau so ist es!" "Mein Name ist Denderan, Sohn des Dragoran. Ich bin ein Freund von Hardger Kusi von Mönchbach und wurde gebeten, Euch beim Aufbau Eurer Siedlung zu helfen." "Seid willkommen! Wir haben soeben ein Fass aufgemacht, bedient Euch! Nach der Reise seid Ihr sicher durstig." "Sehr gerne, denn Ihr habt recht mit Eurer Vermutung." Nun stellte sich auch Olgosch vor und gemeinsam stießen sie an und tranken, bevor Denderan weitersprach. "Ich bin von Haus aus Mechaniker. Man sagte mir, es müsse ein Keller trockengelegt werden. Das kann ich mit meiner Spezialausrüstung sehr beschleunigen. Allerdings ist sie noch in mehreren Kisten auf Burg Birkendamm. Ich wollte damit nicht sofort nach meinem Eintreffen in den Sumpf ziehen." "Das ist kein Problem. Ich werde meine Leute sofort losschicken." "Ich würde gerne mitfahren, um aufzupassen, dass auch alles sorgfältig verladen wird. Doch zuvor zeigt mir, wo ich mein Werk verrichten soll." "Das läßt sich einrichten." Gemeinsam begaben sie sich zum Turm. Boromil öffnete die Klappe im Boden. Denderan schaute kurz hinunter. "Das kann natürlich etwas dauern, aber was noch nicht eingestürzt ist, sollten wir auf jeden Fall wieder hinbekommen!"

Und so geschah es. Während die fünfköpfige Zwergengruppe fleißig grub, installierte der Mechaniker eine Art Pumpenvorrichtung, deren genaue Funktionsweise sich jedoch Boromil verschloss. Um das Wasser abzuleiten, musste ein kleiner Entwässerungsgraben angelegt werden, was dank der Zwerge jedoch keine größere Schwierigkeit darstellte. Als der Keller trockengelegt war, inspizierten die Angroschim die Kellerwände und stellten fest, dass sie soweit intakt waren. Nun wusste Boromil, dass der nächste Teil seines Plans ausgeführt werden konnte.