Odilbert und Niope - Zu Pferd oder nicht zu Pferd, das ist hier die Frage

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Baronie Greifenpass, Trottweiher, Schloss Libellensee, 28. Efferd 1042, am Mittag

„Ich reite auf Effa!“, schimpfte Nale von Boltansroden mit vor Zorn geröteten Wangen und schritt ungehalten vor dem Schloss auf und ab, „Habe ich angewiesen, die Kutsche anspannen zu lassen?“

Sie hielt einen Moment inne und schaute die Mitglieder ihrer Reisegesellschaft zornig an.

„Nein, das habe ich nicht!“, gab sie schlussendlich selbst die Antwort, „Ich habe angewiesen Effa zu satteln! Und ich werde auf Effa reiten!“

„Aber Euer Hochgeboren“, mittlerweile rang selbst der Braniborier angesichts der Sturheit der Baronin um Fassung. All seine Versuche sie von ihrem Vorhaben abzubringen, waren kläglich gescheitert. Sie wollte einfach nicht in die Kutsche steigen. „Ihr seid hochschwanger.“

„Ich reite auf Effa!“, wiederholte die Baronin und stampfte wütend mit ihrem Fuß auf – nicht zum ersten Mal – und wirkte dabei wie ein kleines, äußerst dickes Kind, „Das ist mein letztes Wort!“

„Euer Hochgeboren“, hob der Geweihte da erneut an, „Ihr seid hochschwanger! Seid Ihr denn vollkommen wahnsinnig?“

„War ich etwa wahnsinnig, als ich hochschwanger mit meinem Sohn Aldiran diesem stinkenden Oger meine Dschadra durch eines seiner Augen stieß?“

„Ja!“, erwiderte der Geweihte da trocken, „Eindeutig! Das war nicht nur hochgradig wahnsinnig sondern auch absolut unver...“

„Ich warne Euch!“, zischte die Baronin da, „Überspannt den Bogen nicht. Ich habe mir viel von Euch gefallen lassen, aber irgendwann... irgendwann ist es...“ Sie holte Atem. „Genug! Es reicht!“

„Und was genau ist es, Euer Hochgeboren, dass gegen eine Reise in der Kutsche spricht?“, versuchte er es nun anders, „Es wird ganz sicher nicht weh...“

„Ich habe ein Pferd!“, kam die Antwort prompt.

„Ja, eine alte Mähre, der man das Heu einweichen muss und...“

„Ihr redet nicht so von meiner Ef...“

Fernando, sattel das Pferd Deiner Pagenmutter!“, sprach nun Rondradan Zweiflamm vom Rhodenstein ein Machtwort, „Und zwar schnell!“

Der Page eilte davon, schließlich hatte die ganze Reisegesellschaft schon seit geraumer Zeit aufbrechen wollen. Unterdessen verschwanden Zorn und Wut aus dem Gesicht der Baronin und mit verklärtem Blick schaute sie ihren Gatten an.

„Mein Ehrwürden“, wisperte sie da, „Ach, mein Ehrwürden. Liebe meines Lebens. Was wäre ich nur ohne Dich?“

„Nicht schwanger“, erwiderte der Braniborier leise.