Nach einundzwanzig Götterläufen auferstanden: Aufstellung eines neuen Angbarer Sappeure geplant

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Kosch-Kurier 62 - Phex 1042 BF

ANGBAR, im Phex 1042. Seit dem Amtsantritt der neuen Wehrmeisterin, Alvide von Eichental, brodelt die Gerüchteküche auf der Angbarer Zitadelle. Von einer Umstrukturierung der Koscher Truppen und der Wiederauf stellung der Angbarer Sappeure war gar die Rede. Lange war fraglich, ob sich hier nicht ein paar Hitzköpfe bei zu viel Angbarer Dunkel etwas zusammengesponnen hatten, aber die Gerüchte verbreiteten sich derart hartnäckig in der Reichsstadt, dass ich mich dazu entschloss, der Sache auf den Grund zu gehen.

Schnell ergriff auch mich eine Vorahnung, dass etwas im Gange war, denn tatsächlich waren ungewöhnlich viele Boten unterwegs, und nicht nur das. Ich selbst konnte den langjährigen Oberst der Sappeure Murgrim Kupferblatt, Graf Growin von Ferdok, die Wehrmeisterin und einen mir unbekannten Zwergen in angeregtem Gespräch erblicken. Auch die Brüder Ribbenstiel, eifrige Verfechter der Wiederaufstellung des Regimentes, waren häufige Gäste auf der Zitadelle.

Ich versuchte freilich direkt bei den hohen Herrschaften vorzusprechen, aber alle Beteiligten gaben sich zugeknöpft, auch wenn mir ein gewisses Glitzern in den Augen somancher Beteiligter nicht entging. So richtete ich es mir also in der Angbarer Altstadt gemütlich ein, war ich mir doch sicher, dass sich bald etwas tun würde.Ich musste lediglich drei Tage, bei guter Kost und hervorragendem Blaubeerkuchen, warten, dann sollte ich einen ganzen Trupp Herolde und Ausrufer aus der Angbarer Zitadelle aufbrechen sehen. Bereits auf dem Vorplatz der Burg machte einer von ihnen den neuesten Beschluss des Fürsten bekannt.

Im Namen seiner Durchlaucht Anshold vom Eberstamm, Fürst des Kosch, Baron von Fürstenhort etc.pp.
Geben wir hiermit kund und zu wissen, dass das Fürstlich Technische Regiment „Fürst Vitus“ aufgestellt werden soll.
Dieses Regiment wird in der Tradition des I. Kaiserlich und Königlich Koscher Garderegiments „Angbarer Sappeure“ stehen.
Rekruten mögen sich vom 1. bis zum 7. Peraine 1042 auf der Angbarer Zitadelle einfinden.
Eine ausführliche Ausbildung sowie guter Sold sind jedem Rekruten gewiss.
Gutes Können mit Axt und Armbrust und das Beherrschen eines Handwerks sind gern gesehene Qualitäten, aber keine Voraussetzungen zum Dienst im Regiment.
Insbesondere Veteranen der Angbarer Sappeure werden ihren Dienstgrad entsprechend ihrer Erfahrung zugeteilt bekommen.
Am 23. Ingerimm, dem letzten Tag der Angbarer Warenschau, wird seine Fürstliche Durchlaucht dem Regiment das Regimentsbanner überreichen.
Im Anschluss wird der Regimentsoberst die einzelnen Banner nach und nach, bei Erreichen ihres gewünschten Ausbildungsstandes, in Dienst stellen.
Im Namen seiner Durchlaucht,gegeben auf dem Erlenschloss im Frühjahr 1042 BF

Die Zuhörer waren ganz aufgeregt und viele diskutierten noch lange nachdem die Ausrufer weitergezogen waren über das Gehörte. Ich bin mir sicher, dass sich die Nachricht wie ein Lauffeuer im Kosch verbreiten wird. Ich wollte der Sache noch etwas weiter auf den Grund gehen und mehr über die Hintergründe erfahren. Es sollte aber noch zwei Tage dauern, bis es mir gelang Oberst Murgrim für ein Zwiegesprächzu gewinnen – doch lest selbst.


IM ZWIEGESPRÄCH MIT MURGRIM KUPFERBLATT

„Wie kommt es, dass die Sappeureausgerechnet jetzt wieder aufge-baut werden sollen?“

MURGRIM KUPFERBLATT „Da muss ich etwas ausholen. Es gibt ja schon seit der Vernichtung des Regimentes an der Trollpforte den Wunsch im Kosch, das Regiment wieder aufzustellen. Bereits 1033 BF hat Kaiserin Rohaja die Wiederaufstellung unter dem fürstlichen Banner gestattet, aber bisher haben die Stimmen überwogen, die fanden, dass das Regiment nicht wiederaufgestellt werden dürfte, bis das verlorene Banner wiedergewonnen sei.“

„Und das Banner ist nun gefundenworden?“

MURGRIM KUPFERBLATT „Leider nicht, aber dafür wissen wir aus sicherer Quelle, dass es zerstört wurde. Und zwar nicht etwa an der Trollpforte, wie man vielleicht hätte denken können, sondern in der Schlacht in den Wolken. Das Banner hatte nämlich Galotta in seinen Palast bringen lassen. Als die Fliegende Festung dann über Gareth abstürzte, wurde auch das Banner zerstört.“

„Und woher stammt diese neue Erkenntnis? Das Jahr des Feuers liegt ja nun schon eine ganze Weile zurück.“

MURGRIM KUPFERBLATT „Das haben wir dem Hauptmann Ruglax Sohn des Regolosch zu verdanken. Er entging der Vernichtung seines Regimentes, weil er das Krankenlager hüten musste, als der Feuerdämon seinen Kameraden den Tod brachte. Jahrelang versuchte er das Banner wiederzufinden, aber erst während des Jahres des Feuers konnte er herausfinden, dass Galotta es in seiner Fliegenden Festung mitgeführt hat. Ruglax hat dann die Trümmer durch sucht, von denen es ja doch recht viele gibt, um sicherzugehen, dass das Banner nicht doch noch irgendwo zu finden war. Erst kürzlich ist er in den Kosch zurückgekehrt und hat mir von seinen Erlebnissen berichtet. Ruglax hat nämlich als junger Rekrut unter mir gedient, dass müsste so in etwa 935 BF gewesen sein.“

„Ihr mögt mir die Nachfrage verzeihen, aber dann hat Ruglax jaganz schön lange in den Trümmern gesucht.“

MURGRIM KUPFERBLATT „Das stimmt, aber es gibt ja viele Trümmer und ein Zwerg ist eben gründlich. Er wollte ganz sicher sein, dass das Banner wirklich vernichtet worden ist. Er hat ja auch kaum mehr als zehn Jahre gesucht. So lange ist das für uns Zwerge ja nicht.“„Die Tradition der Sappeure wurde ja bisher von den Bergschützen und dem Ferdoker Schanz- und Bombardenbanner fortgeführt.

"Was wird nun aus diesen Verbänden?“

MURGRIM KUPFERBLATT „Das werde ich euch jetzt noch nicht verraten, nur so viel: Die Wehrmeisterin und Graf Growin sind sich einig geworden.“

„Werdet Ihr erneut eine Rolle im Regiment übernehmen? Etwa gar den Obersttitel tragen?“

MURGRIM KUPFERBLATT „Ach was. Ich bin mittlerweile zu alt. Ich habe dem Regiment über hundert Jahre meines Lebens gegeben, jetzt sind andere dran. Ich war nur froh, bei der Anbahnung der Wiederaufstellung eine kleine Rolle zu spielen.“

„Oberst Murgrim, wir bedanken uns im Namen unserer Leser ganzherzlich für das Gespräch.“

Garubold Topfler