Menagerie

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Aus dem Kosch-Kurier 26

Zum Hasenfeste gefiel es Seiner Allerprinzlichsten Durchlaucht, Herrn Anshold vom Eberstamm, nicht nur den adeligen Vasallen seines Vaters (unseres guten Fürsten) sondern auch allen Bürgers- und Landvolk eine Gnade zu gewähren. An diesem Tage nämlich war es ihnen gestattet, durch die Gärten und Höfe von Erlenschloss, dem Sitz des Thronfolgers, nach Lust und Laune zu flanieren.

Allergrößtes Aufsehen erregte freilich die Menagerie zahmer, aber auch wunderlicher und wilder Tiere, welche der Erbprinz dort hält. Schmucke Schetzenecker Langohrschafe aus zwergischer Zucht gab es da zu bestaunen und robuste tobrische Schnucken, die Prinz Anshold weiland auf seiner Base (der boronseligen Herzogin Efferdane) Hochzeit zu Ysilia erwarb, zutrauliche Hügelpüschel und Hanghasen in großer Zahl, in einem festen Gitterpferch zwei Säbelzahnkaninchen, einen tatsächlichen Basaltsalamander, einen jungen Bären, einen (freilich schon recht alten und übel riechenden) Wolf, ein zutrauliches Rehkitz, die prächtigen Jagdvögel der Falkenhager Zucht, eine greuliche Sumpfechse in einem Pfuhl aus Moorbrücker Torf und zuletzt einen Großen Schröter.

Auf jenem konnten die jungen Hügelzwerge und Menschenkindlein gar reiten, und weil die Stallmeisterin Mechte Brumzwieb ein waches Auge hatte, fürchtete sich gar niemand, geschweige, daß ein Kind etwas Böses erlitt. Wenige ehrbare Bürger und die Herrschaften von Stande hatten zudem Gelegenheit, das Curiositäten-Cabinett des Schlosses zu besichtigen, dessen neuester Erwerb die Felle zweier wahrhaftiger Valpodinger seien, welche der Prinz vom Hügeling Fobosch, Folrams Sohn, verehrt bekam, welchen er sich, wie es heißt, prächtig verstehe.