Man erntet, was man sät - Narmur der Gnädige

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Tsa 1040 BF
Narmur der Gnädige
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Kapitel 6

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Autor: Brumil


Baronie Drift, Markt Drift, Tsa. 1040 BF

Narmur der Gnädige

Frischer Schnee glänzt weiß auf den Dächern. Die Eiszapfen an den Traufen haben in der gleisenden Wintersonne zu tropfen begonnen. Brumil von Westbühl und sein Magd Ilma, beide tief in Mäntel, Schals und Hauben verborgen, stehen im dichten Gedränge des Drifter Hafenmarktes. Ilma ist gerade dabei, mehrere Rollen Soff zu einem Bündel zu schnüren, während Brumil sorgsam Münzen abzählt.
Da trägt der Wind helles Glockengeläut über den Platz. Die Marktschreier verstummen, das Feilschen und Plaudern der Marktbesucher erliegt und alle wenden ihre Blicke einem Podest vor dem Marktamt zu, das gerade von einem beleibten Herold im Livree der Baronie bestiegen wird. Der Herold räuspert sich und beginnt von einer kleinen Handtafel vorzulesen: „Hört! Hört! Hochgeboren Narmur von Karma, unser geliebter Baron! – Gibt sich die Gnade eine Ankündigung zu machen!
Der durch die Liebe zu seinen treuen Untertanen geschuldeten Aufmerksamkeit unsres huldvollen Herrn ist es nicht entgangen, dass viele seiner Schutzbefohlenen, sowohl unter hoher Steuerlast, als auch ob der vielen Räuberei zu leiden haben.
Freilich ist der Aufmerksamkeit unsres Barons auch nicht die Empörung seiner ihn liebenden Untertanen entgangen, die durch die Verbreitung schändlicher Schmähschriften gegen Hochgeboren hervorgerufen wurde.
Derlei Lügenschriften empören das Volk von Drift, das seinen Baron liebt, zu Recht!“

Das allgegenwärtige Raunen der versammelten Volksmenge schwillt zu lautem Gezeter an, sodass der Herold seine Ansprache unterbricht und heftig mit seiner Handglocke zu läuten beginnt.

Herold: „Hört! Hört! … Das Ungemach hat nun ein Ende!
In den Kerkern des Barons haben mehrere Räuber – Dank der Arbeit unsrer tüchtigen Drifter Garde! – gestanden im Dienst und Sold des Schatzmeisters - Urbald Zarabas! - zu stehen und in seinem Auftrag gehandelt zu haben!“

Der Herold wird abermals durch aufbrausenden Lärm der Zuhörer unterbrochen.
Mit energischem Glockengeläut versucht er die Aufmerksamkeit der Marktbesucher wieder auf sich zu richten: „Ruhe! Hört! … Der Missetäter Urbald Zarabs, wird wegen Hochverrats, zusammen mit seinen Komplizen - Heute zur Praiosstunde - dem freiherrlichen Gericht zu Mirkagarten vorgeführt, um sein gerechtes Urteil zu empfangen!
Davor aber werden sie drei Mal an der Kette durch den Ort geführt werden, dem Volke zur Anschauung und zur Warnung, den Pfad der göttlichen Tugenden nicht zu verlassen!
In Bälde wird unser geliebter Herr Baron in seiner Weisheit einen neuen Schatzmeister ernennen.
Unser gnädiger Herr wird hierauf sein hochgeneigtes Augenmerk richten und seine ihn liebenden Untertanen zukünftlich sowohl von Zarabas‘ Räubern, als auch von Zarabas‘ unerträglichen Steuererlässen zu befreien bemüht sein!“

Nun versinkt der Marktplatz vollends im Lärmen schreiender, plärrender und keifender Bürger. Parolen wie: „Nieder mit den Verrätern“, oder: „Der Baron gehört ja selber vors Gericht“ gellen über den Platz. Mehrere Marktbesucher kriegen sich in die Haare. Als die ersten Rüben und Eier Richtung Herold fliegen, steigt dieser eilig vom Podest und verlässt, flankiert von zwei Drifter Gardisten den Marktplatz.

Ilma packt Brumil am Mantel: „Komm Herr Brumil - verschwinden wir von hier."