Man erntet, was man sät - In der Wunderkammer

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Baronie Drift, Schloss Mirkagarten, Ende Travia. 1040 BF

In der Wunderkammer:

Narmur von Drift und Neralda von Nadoret sitzen auf zwei tulamidischen Diwanen bei einander. Der Raum rund um sie ist mit Kleinodien aus den Tulamidenlanden und dem tiefen Süden geschmückt. Aus der Ferne hallt die Musik des Fests durch die Gänge des Schlosses.

Zwei Diener entrollen Teppiche und halten sie zur Begutachtung hoch, während eine ältere Archivarin mit merklicher Begeisterung spricht: „ Dieses Exemplar nun, stammt aus dem Raum Arratistan und wurde vom Volk der … ähm … Shoko Bunga gewebt. Man erkennt hier bemerkenswert ähnliche florale Muster wie bei dem vorherigen Teppich aus Selem, auch wenn er deutlich einfacher gewebt ist. … Neuzeitlich …“

Weder Narmur noch Neralda schenken den Teppichen oder der Archivarin sonderlich Beachtung. Sie sind in einem intensiven Gespräch vertieft.
Neralda: „ … So meinte ich das nicht, geschätzter Freund. Ich sage nur, dass ihr etwas diplomatischer sein solltet. Durch eure direkte Art bietet ihr unseren gemeinsamen Feinden eine unnötige Angriffsfläche.“
Narmur, erregt: „Vielleicht ist es an der Zeit die Konfrontation zu suchen! Soll ich mich wie ein Hund schlagen lassen und dann Graf und Kanzler noch die Stiefel lecken?
Das schlechteste für unsre Sache wäre es, jetzt nicht scharf zu reagieren. Es könnte die Meinung entstehen, die Alttreuen sind eine Runde zahnloser Jammerlappen!
Wir sollten ein Waffenbündnis eingehen Neralda! Wenn sich Nadoret und Drift – und vielleicht sogar die junge Uztrutzerin verbünden, wird es niemand mehr wagen sich in unsere Belange zu mischen!“
Neralda lächelt milde: „Narmur … Sagt ehrlich. Was hätte Nadoret davon? Die Uztrutzerin ist eine junge Stute. Sie ist aufbrausend und unberechenbar. Heute sitzt sie an unsrer Tafel – morgen vielleicht schon an der des Grafen. Niemand weiß, was sie eigentlich will – wahrscheinlich nichtmal sie selbst.
Und ihr, Narmur? … Ihr habt kein Geld … Ihr könntet Nadoret auch nicht helfen. Jedenfalls nicht ohne vorher euren Pfeffersack Zarabas anzuschnorren – und der ist Grafentreu.“

Narmur wirft Neralda einen verächtlich distanzierenden Blick zu.

Neralda: „Verzagt nicht. Was nicht ist, kann ja noch werden, guter Freund. Löst euch aus Zarabas Würgegriff, sodass ihr wieder Herr in eurem Hause seid.“
Narmur: „Wie soll ich das anstellen? Ich stehe bis zu den Ohren bei ihm in der Kreide.“
Neralda, betont sachlich: „Seinem Stand steht der Strick zu. Das Schwert wäre zu viel der Ehre.“
Narmur: „Ich … Ich soll ihn hängen? Kein Kaufmann würde mir je wieder Geld leihen, wenn ich einen Gläubiger aufknüpfen lasse!“
Neralda: „Vertraut mir und folgt meinem Rat.
Das Handelshaus Neisbeck wird gerne in Drift … investieren. Ihr braucht euch darüber nicht zu sorgen.“
Narmur lehnt sich zurück und nimmt einen Schluck Ferdoker. Dabei lässt er Neralda nicht aus den Augen: „… Gut … Und Uztruzt?“
Neralda seufzt, begutachtet die Teppiche und folgt einigen Augenblicke den Ausführungen der Archivarin, bevor sie sich wieder Narmur zuwendet: „Ihr könntet eine aus dem Hause Uztrutz ehelichen. Dann hättet ihr das Bündnis das ihr anstrebt so gut wie in der Tasche.“
Narmur verzieht die Mundwinkel: „Niemals. Die ganze uztrutzer Sippe ist hässlich wie die Nacht. Ich könnte meine eigenen Kinder nicht ansehen! – Nehmt doch einen aus eurem Hause und verheizt ihn an diese Waldschrate!“
Neralda seufzt abermals: „Narmur … was seid ihr doch für ein Kindskopf.
Ich werde mit meinem Neffen Hakan und seiner Frau Firuna sprechen.
Zuerst aber mit Derya von Uztrutz. Lasst sie doch herbringen ja?“
Narmur schnippt mit den Fingern einen Diener herbei und schickt ihn nach Derya von Uztrutz.
Dann wenden sich beide den Teppichen zu. Neralda etwas gelangweilt, Narmur sichtlich nervös.
Archivarin: „ … und zwar aus golddurchwirkter Seide! Er war ein Geschenk des Kalifen Mustafa des Dritten an Flarach von Durstein, zum Dank für dessen Treue während des Khomkrieges.“