Lindwurm auf Fürstenhort

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Ausgabe Nummer 7 - Peraine 1015 BF

Denkwürdige Ereignisse begleiteten die Rückkehr Seiner Durchlaucht auf alten Stammsitz Am letzten Tage der Turnei im Greifenmonde hatten es Seine Durchlaucht verkünden lassen: daß er, der Fürst, nämlich gedenke, alsbald wieder eine Zeit des Jahres auf Fürstenhort zu residieren, wie‘s seine Ahnen und Vorgänger auf dem Throne einstens taten. So benannte er seinen Verwandten, den Prinzen Kuniswart Heôdlin vom Eberstamm, zum Burgsaß mit allen Rechten und Pflichten, damit jener die lang verwaiste Feste von neuen als fürstliche Residenz genehm mache. Bedeutsames hat sich zugetragen seit jenem Praioslaufe, manches, von dem wir uns glücklich schätzen können, überhaupt Kunde erlangt zu haben. Doch mag der Leser die Geschichte der Reihe nach vernehmen… Es berichtet der Vertraute des Prinzen, Ritter Viburn von Rohenforsten:

Es gegen Ende des Praiosmondes gewesen, als wir von Angbar aufgebrochen waren. Meinen Herrn Kuniswart angeschlossen hatten sich der fürstliche Profoß, Endracosch, Sohn des Endrasch, nebst sechs der Garde-Greven unter seinem Befehl, sowie einiges an Dienerschaft und Knappen, so daß unsere Gesellschaft wohl zwei Dutzend Köpfe zählte. Zumeist ritt der Prinz selbst voraus, voll Ungeduld seiner kommenden Aufgabe harrend, und ließ unser Fußvolk und den hohen Profoß in seiner Kutsche gar etliche Meilen zurück.
Am 1. Tage der Löwin schließlich sahen wir unser Ziel vor uns. Hinter uns lag die steinige und oftmals steile Straße, grad' unter uns die Ortschaft Fürstenhort, die Häuserlein dicht beineinand' gedrängt, doch dahinter empor ragten die mächtigen Wälle der Feste derer vom Eberstamm. Hoch, hoch, droben sah man die Zinnen klein auf der Brustwehr, die sich von einer Seite zur andern über die ganze Breite der Schlucht bis zum anderen erstreckte. Der Anblick, rondragefällig, ingerimmheilig, ließ uns verstummen und verharren, und alle Mühsal des Weges vergessen. Eilends sprengten wir durch die Gassen des Ortes, nicht Rast noch Ruhe gönnend, als bis wir vor der Festung Toren standen. Die Burg zu betreten aber blieb uns verwehrt, denn ein tiefer Graben zog sich den Fuß der Mauer lang, und nirgends ein Steg oder Überlaß. „Heda, Wächter!“ rief mein Herr da aus, doch nichts rührte sich, nicht im Torhause, nicht auf der Mauerkrone, nicht auf den Türmen, die man sah. Abermals rief der Prinz, und abermals vergebens, da gab der Profoß einem Greven ein Zeichen, der ein großes Horn bei sich trug. Dieser stieß hinein und, und als der Ton des Instrumentes noch nicht verhallt war zwischen den Talwänden, da erschien schon der ein Kopf hoch droben, und auch vom Dorfe aus strebten nun einige Gestalten eilends auf unsere Gesellschaft zu.
Die zwei vorderen saßen zu Pferde, und so hatten sie uns zu erst erreicht. Es waren, wie sich herausstellte, der Vogt selbst, Herr Roban von Treublatt´, und einer seiner Ritter. Der Vogt schien recht ergrimmt zu sein ob unseres Anblicks, und verlangte unser Namen und Begehr zu wissen, während sein Reiter die Hand am Schwertgriff hielt. Doch erstaunten beide gar sehr, als der Prinz den Auftrag des Fürsten verkündete. Da ward seine Miene wie gewandelt, und er mühte sich eifrig, uns zur Hilfe zur sein. Bald war die Zugbrücke herabgelassen, und wir ritten durch den Torbogen hinein in die Feste.
Fürwahr, ein trauriges Bild war es, der uns erwartete, wie ihn die stolzen Wälle nicht hatten erahnen lassen. Unrat lag überall herum, obwohl wir nur einige Hühner und wenig anderes Vieh entdecken konnten. Abgeblätterter Putz gab den Blick auf die Mauersteine der Gebäude frei, und kein Dach gab es, durch das nicht Regen und Wind hereindringen konnten. Das Gesinde bestand aus einem einzigen kümmerlichen Fräulein in argen Lumpen, das der Vogt als Haus- und Hofmeisterin vorstellte, und sich darauf schleunigst von dannen
machen wollte. Nur zu deutlich war‘s, wer da keinen Finger gerührt hatte in langen Götterläufen. Erbost wollte Meister Endracosch dem Manne ans Leben, der da selbst zwergische Arbeit hatte verfallen lassen können, doch gebot der Prinz dem treuen Angroschim, den fürstlichen Verwalter zu schonen. Doch ich konnte ihm ansehen, daß Herr Kuniswart sich den Einzug in die Burg seiner Ahnen gewiß anders ausgemalt hatte, und wer will‘'s ihm verdenken? Recht zornig wurde er aber erst, als wir am frühen Abend zum Speisen in das Haus des Vogtes einkehrten.
„So weiß ich nun, Herr Roban, warum Fürstenhort —einst stolz — darnieder liegt! Des Fürsten Stammsitz verfällt, wenn zur selben Zeit Ihr in einem Hause, das prachtvoller ist als das des Ferdoker Grafen!“ Und das war es, obschon kleiner, und man sah gar Spuren, wo noch vor Stunden prachtvolles Inventar die Residenz verschönt hatte, vor unserer Ankunft aber wohl verborgen worden war. „Ihr seid Eurem Herrn fürwahr ein treuer Diener!“ fuhr Prinz Kuniswart fort, „doch nicht mit uns!“ So schlug er das Mahl aus, das der Vogt hatte bereiten lasse, da es doch nur des Fürsten eigen gewesen wäre.
Wir aber bereiteten unser Nachtlager in der großen Halle der Feste, errichten aus umherliegenden Trümmern, die einmal Tische und Bänke gewesen sein mochten, ein Feuer und zehrten von unserem Proviant. Unheimlich war es schon im dunklen Rittersaal — war nicht dies die Stätte des Verrats gewesen, an der einst so viele Getreue des Fürstenhauses gemetzelt worden waren? —und auch die auf der Burg verbliebene Magd schien uns etwas wunderlich. Doch waren wir wahrlich ermattet von den Strapazen der Reise, daß bald ein jeder in Borons nächtlichen Armen seinen Schlaf fand. Innert der nächsten Praiosläufe erwies es sich zunächst als einigermaßen schwierig, das Dorfvolk zur Arbeit an der Feste zu bewegen, obschon Herr Kuniswart nicht als übermäßig gestrenger Herr verrufen ward. Die Knechte bekamen allerlei seltsame Geschichtchen zu hören, doch hatten wir bald eine stattliche Arbeiterschaft beisammen, so daß das Werk zügig voranschritt.
Zwei Steinmetze, ein Dachdecker und etliche andere konnten sich freuen, die Burg ihres Fürsten zu erneuern, während die Angbarer Diener sich um die innere Ausstattung der Gemächer bemühten. Da plagten wir uns redlich von Tagesanbruch bis in den Abend spät, doch es war ein rechtes Schaffen und ging frohgemut voran, bis schließlich das Werk vollbracht war. Nur einmal schien uns Herr Ingerimm nicht hold gewesen zu sein, als sich einige Ziegel von eines Turmes Krone lösten, und einen unglücklichen Knecht erschlugen, der unten im Hofe seinem Tagwerk nachging. Das schaffte wiederum einige Unruhe unter dem abergläubischen Gesinde, doch gelang es dem Profoß, den die Dienerschaft nicht umsonst auch „Meister Grimmbart“ heißt, dies‘ Getue zu beseitigen. Und als die Mannen und Frauen schließlich sahen,was sie da vollbrachten, und der Morgen immer näher kam, da der Fürst erscheinen würde, da ackerten sie voll Stolz und fleißig wie die Ferdoker.
Wahrlich!: War‘s auch nicht ein strahlend‘ Schloß der Elfenkönige, so ist es doch gewiß, daß dem Fürst das Herz im Leibe einen Sprung tat, als Seine Durchlaucht mit großer Gefolgschaft Einzug halten auf den Stammsitz seiner Ahnen. Durch den hohen Bogen mit dem Keilertor, da ritten sie auf den Hof, der durchlauchte Fürst, die Wengenholmer und Schetzenecker Grafen, die Garde-Greveund mit ihnen so viele der edlen Rittsleute. Hatte das Volk von Fürstenhort den Weg durch das Dorf gesäumt, so war innert des Zwingers die ganze Burgschar versammelt und harrte des Fürsten. Der Herolde Fanfaren erschallten — das Volk sank hernieder. Auch Herr Kuniswart kniete in Demut und Gehorsam, zu seiner Rechte der Vogt Roban, zur linken Praios’ Geweihter Ilbofred. Diese boten nun seiner Durchlaucht den Schlüssel der Feste auf einem Kissen dar, weil er nämlich der Burgherr sei. Der Fürst aber saß ab, was wahrhaft ritterlich war, dankte den Herren und hieß alles für das große Abendmahl richten. Da jubelte ein jeder ob eines solchen Herrn!
Nun aber trafen mehr und mehr Ritter des Fürsten ein, denn dieser hatte die Getreuen aus allen Grafschaften zusammengerufen, auf daß man über die Heerschau und den Kriegszug berate, zu dem der König und Reichsbehüter nach Baliho bestelle. So war zur Phexenszeit der Große Saal wohlgefüllt, obschon kaum einer der Recken von mehr als ein oder zwei Knappen oder Dienstleute begleitete ward. Fürwahr — so viele der Edlen des Landes waren zuletzt bei des Fürsten Angbarer Gesellschaft zusammengekommen, und so tafelte man fröhlich und feierte Wiedersehn. Da kam es wohl überraschend (doch waren viele der Vasallen beschämt, daß sie es hatten vergessen können), als der Fürst mit einem Mal zu Ruhe und Besinnung rief, um all der Toten zu gedenken, die vor Jahren just an jenem Ort vor Borons Richterstuhl treten mußten, als grausame Söldlinge die Burg erstürmten. Vorbei war es mit allem Übermut, und manch einer empfahl sich auch sich und seine Seele Rondras Heil und Borons Segen, für die Kämpfe, die kommen mochten.
Bereits bei Praios erstem Leuchten traten die Edlen wieder zusammen. „Blutig ist das Geschäft, doch edel, und wahrhaft gut in Rondras Namen.“ hub Gisbrun Idamil von Wengenholm an, der als Löwenritter schon lange tapfer mit dem Prinzen gegen die Schwarzpelze gefochten hatte. „Das Reich wird stets bedrängt sein, wenn wir den Feind nicht bald zerschlagen.“ Auch der Fürst Blasius und all die andern, die mit Seiner Durchlaucht im Kriege waren, gaben der guten Ratschläge viele an die jungen Rittsleute. So beratschlagte Stunde um Stunde, wer welche Truppen stellen könne, ob man Schützen benötige, und Fußvolk, oder nur die Ritter allein, wie des Fürsten Nichte, Princeß' Efferdane meinte. Die Angbarer Sappeure waren lang und tapfer im Kampfe gewesen— war'n sie bewährt oder sollten es frische Truppen sein? Manches Mal, wenn die Lage arg verworren war, mußte der Oberst des Fürsten, Halmdahl von Koschtal, oder gar Seine Durchlaucht selbst nach einer Entscheidung die Gemüter beruhigen.
Längst hatte es gedämmert zur Nacht, wiewohl saßen die Edlen noch beisammen um des Feuers warmen Schein. Gastlich' Travia sollte des Abends Herrin sein: Die Ritterschaft tat sich an Speis und Tranke gütlich, während man alten Mären aus den Zeiten des rauhen Landes lauschte. Auch der Fürst hatte sich zu den Getreuen gesellt, als ob er nichts weiter als ein einfacher Ritter wäre. So gingen die Stunden dahin, eine nach der andern. Mitternacht war gewiß bald vorbei, als des Türmers Horn (denn die Knechte und des Fürsten Garde-Greven hatten die Mauern bemannt) den Gang von Ereignissen anblies, wie sie sich nicht einer der Versammelten hätte ausmalen können. Nichts ahnend gebot der Profoß einem der jungen Herren, dem Junker Ermst vom Erlenschloss, nach dem Turme zu eilen und Grund und Zweck des Hornstoßes zu erkunden. Ach, hätte er gekannt des Schicksals Wege, so wäre er mit Freuden hinausgezogen, den Kameraden rasch ein Lebewohl gesagt und Rondra hoch gepriesen. So aber… der junge Ritter war nicht lange von dannen, da ließ mit einen Mal ein schrecklicher Lärm die Edlen zusammenfahren — der Schrei eines Menschen, der Golgaris Schwingen rauschen hört..
Graf Erlan, der Wengenholmer, war der erste, der hoch fuhr vom Tische und an der Spitze einer Schar von Recken hinaus eilte, zu sehen, wer da wen bedrohe. Der Fürst selbst begab sich an eines der Bogenfenster, und mit ihm die übrigen, welche nicht bereits ermattet und vom Biere trunken in den Schlaf gesunken waren, Da erstarrten sie mit einem Mal, als sie sahen, was ihnen da in Madas Scheine offenbart wurde, und — Herrin Rondra, vergib — sicher gab's keinen in der großen Halle, den nicht ein Schauder überfuhr… oldglitzernde Schuppen, die selbst im schwächlichen Madaschein schimmerten, ein lüstern' Maul am langen Halse — bei allen Zwölfen, ein wahrlicher Drache, der da aus seinen kleinen, bösen Äuglein vom Wehrgang herab die Rittsleute anstarrte!
Den brave Wächter des Turmes hatte mit einem Hieb seiner wuchtigen Schwingen hinabgestürzt in die Klamm, wo hernach der zerschmetterte Leichnam des Mannes gefunden wurde. In den Klauen hielt das tückische Untier den Körper des Junkers — regungslos, das warme Blut aus seinen tiefen Wunden strömend. Da klangen feste Schritte auf dem Pflaster — die Schar Graf Erlans stürmte heran! Als sie aber des Drachen ansichtig wurden, hielten sie inne, die Mannen und Frauen, war doch das Untier so nahe, daß sie selbst die fauligen Fleischreste seiner Beute zwischen den gewaltigen Zähnen des Maules ausmachen konnten. Unendliche Stille lag über dem Platz, ein unheilvolles Schweigen, das niemand brechen wollte und über dem Hof zu hängen schienwie das Netz des Jägers über der hilflosen Beute: der Drache selbst der zum Todesstoß bereite Fangdolch. Wer wollte es wagen, gegen die von Kopf bis Schwanzspitze gewißlich 10 Schritt lange Bestie anzugehen (Denn obwohl Kriegsrat gehalten wurde, war kaum einer der Ritter mit mehr als Wappenrock angetan, und keiner, der wahrhaft gerüstet war)? Eine kühne Rittfrau aus des Fürsten Garde war's, die sich ein Herz faßte, und dem Monster entgegentrat, das Schwert gezogen. Allein, noch nicht auf Speereslänge hatte sich die Tapfere dem Untier angenähert, da schwang die Bestie ihr gleich einer Schlange das Haupt entgegen — des Profoß' Warnung kam zu spät! — und spie einen gewalt'gen Feuerball entgegen. Mit Schrecken starrten die Mannen und Frauen in die lichterlohen Flammen, die verzehrten, was Augenblicke zuvor noch eine der ihren, eine rondragefällige Streiterin gewesen war. Nichts als ein Häuflein Asche hinterließ die dämonische Glut des Drachenodems.
Welch, Tragik, Trauer ohnegleichen: war doch ihr Tod umsonst (das Heldenopfer!)! Auch Junker Ermst, dessen Leib das Monster in seinem Eifer zu Boden geschleudert hatte, war alles Leben entfahren. „Greing“ kam es von den Lippen des fürstlichen Herrn, und das war, wie jedermann wußte, der Name des alten Wurmes, der einst im Klamm hier droben hauste, bis Halmdahl der Keiler, der Ahnherr seiner Durchlaucht, auszog, ihn zu erschlagen, und an der Stelle des Drachenhortes die Feste unser Tage errichtete. Sollte grausames Gezücht aus alten Praiosläufen aufs neue unsere Lande plagen? War gar Greing wiederkehrt, oder nur ein Sohn des Scharfzahns? Der ferne Zug wider die Orken ward von der Heimat dräuender Gefahr verdrängt.. Mutlos, und ohne rechte Hoffnung auf den Sieg — so sah man die Recken nie zuvor,!
Mit einen Mal, als noch keiner einen Rat wußte, was zu tun sei, da tönte der schriller Schrei einer jungen Knappin über den nächtlichen Hofe. „Da seht!“ stammelte das bleiche Mädchen und deute zur Mauer. Droben auf den Zinnen über dem Torhaus war ein heller Schein zu sehen, der zusehends näher kam.
Schon konnten die Scharfäugigsten im blauen Lichte erspähen, was uns anderen erst später offenbar wurde: Inmitten der Aura nahten steten Schrittes zwei seltsame Gestalten; die eine in zerfetzten, altertümlichem Rüstzeug, die andere barhäuptig und ohne Harnisch, beide aber das blitzende Schwert hoch erhoben. „Ein Zeichen!“ rief darob Herr Anghin von Duna, des Ferdoker Grafen Löwenritter, aus, so daß es ein jeder hören konnte. „Voran! Rondra mit uns!“
Nun waren der Geisterkämpen heran und über dem Lindwurm, der, kaum daß er sie bemerkt hatte, wie in wildem Wahn Flammen spie und mit Klauen und Schwanz um sich schlug. Was half's? Der ungewappnete Krieger ließ seine Klinge auf den Drachenschädel niedersausen, sein Kamerad hieb auf die Fänge ein; dem Feuerodem trotzen sie, als wenn's nicht mehr den Regen wäre. Ay! Nicht länger zögernd warfen sich des Fürsten Streiter ins Gefecht, kein Halten und kein Bangen mehr!
Verbrannt, geschlitzt, sank Mann um Frau zu Boden, nicht wenige die vom Wehrgang fielen, getroffen von des Drachen Hieben. Doch Rondra hoch! es wankt der Wurm, verwundet von viel Koscher Eisen, und stürzt den tiefen Klamm hinab. Nein — weh! — er fliegt, er kann sich halten, und schwindet aus der Ritter Sicht..
Der eine Retter todwund stirbt, bevor der Fürst noch danken kann— dann , auf wundersame Weise, entzieh'n sich beide ohne Spur. 8 Recken zählt der Boronszehnt, keiner, der nicht verwundet ist, nach Zauberei und Drachenkampf. Am selben Abend aber versammelte der Fürst die Recken, nachdem er lange Zeit in seinen Gemächern verbracht hatte, und bat einen jeden Streiter, „nicht zu rasten, nicht zu ruhen, als bis der Wurm erschlagen sei.“

So zog bald eine Schar von Rittern aus, das Untier zu finden und das Land von ihm zu befreien, unter ihnen Princeß Efferdane, Herr Therunbold, der Vetter des unglückseligen Junkers Ermst, Herr Hilderich vom Golgariten-Orden und noch andere mehr. Als man nach dem Kadaver einer gerissenen Ziege auf Höhe des Weilers Himmshausen keiner Fährte mehr ansichtig wurde, die es zu verfolgen lohnte, kamen die Recken überein, einzeln oder zu zweien in alle Himmelsrichtungen.