Entscheidung im Wengenholm - Gut Ding will Weile haben

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Stolzenburg, 1033

Hogir der Sohn des Harosch wischte sich den Schweiß von der Stirn. Er erlaubte sich den Spaten für einen Moment abzusetzen und Luft zu holen. Er schirmte die Augen mit der Hand ab und warf, nicht zum ersten Mal an diesem Tag, einen Blick zur Stolzenburg hinauf.
Über die aufgeworfenen Erdwälle des Lagers waren die Mauern nur noch halb zu sehen, aber die Wehrgänge waren gut zu überblicken. Die Finsterzwerge schienen immer noch nicht ans Aufgeben zu denken, denn soeben beförderte ein Katapult seine tödliche Fracht in hohem Bogen Richtung Lager der Koscher. Dumpf schlug der Stein auf den eingewühlten Erdboden ein. Nur wenige Meter vom Lager entfernt.
Sie schossen sich langsam ein, konstatierte Hogir. Ein Blick über die Schulter zeigte ihm aber, dass auch die Bergschützen nicht untätig blieben. Die neu aufgestellte Geschützkompagnie rollte gerade ein neues Geschoss für den mächtigen Zyklop heran. Die Wehrgänge der Stolzenburg waren bereits deutlich ramponiert, aber es würde wohl noch eine Weile dauern, bis das Torhaus in Stücke geschossen war.
Schicksalsergeben packte Hogir seinen Spaten und führte seine schweißtreibende Arbeit am Erdwall fort. Als Hauptmann der Bergschützen hätte er nicht unbedingt selbst Hand anlegen müssen, aber es wiederstrebte ihm, von seinen Soldaten, egal ob nun Mensch oder Zwerg, etwas zu verlangen, dass er nicht auch selbst bereit war zu tun.
In ein paar Tagen wäre seine Arbeit, zumindest vorerst, beendet. Dann würden die Erdwälle hoch genug sein, um auch gut gezielte Treffer der Finsterzwerge abzuhalten. Dann würden sie damit beginnen Sturmleitern und Setzschilde zu bauen. Nicht weniger anstrengend, aber doch wesentlich ungefährlicher.
Und dann würde irgendwann der Sturmangriff kommen. Es würde sicher noch eine ganze Weile dauern, aber sie hatten ja Zeit. Es würde wohl ein paar Wochen dauern, bis die Geschütze eine Bresche in die Burgmauern gebrochen hatten. Aber bei solchen Dingen wusste man ja nie. Manchmal ging es dann doch überraschend schnell.
Die Geschützmannschaften der Nadoreter und Sindelsaumer schienen sich jedenfalls ein regelrechtes Wettrennen darum zu liefern wer die meisten Steine auf die Stolzenburg schleudern konnte. Das in der Eile die Präzision teils zu wünschen übrig ließ, schien dabei niemanden zu stören.