Entscheidung im Wengenholm - Der Sturm

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Stolzenburg, 1033

Alvide von Eichental klappte das Visier ihres Helmes herunter. Sofort nahm sie ihr Umfeld nur noch gedämpft war, aber das war vielleicht auch besser so, den der Sturmangriff hatte begonnen. Während das Hauptheer die Bresche bestürmte, würde Graf Jallik mit seiner Schwurschar und den Bergschützen über die Klamm ins Erztal eindringen und die Stolzenburg von hinten angehen.
Alvide hoffte, dass der Plan des ungestümen Graf wirklich klappte. Wenn nicht, würde ihnen ein blutiger Tag bevorstehen, denn obwohl die Geschütze der Koscher das Torhaus in einen Trümmerhaufen verwandelt hatten, waren die Finsterzwerge nicht untätig gewesen und hatten die Bresche notdürftig mit Holz und Erde befestigt. Sollte das Heer sich endlich durch die Bresche gekämpft haben, würde auch noch die innere Burg auf sie warten und dann auch noch der Bergfried.
Weit vor den Truppen Alvides wehte der Fisch der Salminger und der Hirsch der Nadorets. Die beiden stolzen Häuser unter Hagen von Salmingen-Sturmfels und Feron von Nadoret würden den Sturm anführen. Die Narren hatten tatsächlich um die `Ehre` gebeten. Alvide wunderte sich, ob ihr (Halb-)bruder Hagen jemals sein rondriansiches Ungestüm ablegen würde. Aber bevor sie sich tiefere Gedanken machen konnte ging ein Ruck durch die Reihen und der Ansturm begann.
Die Finsterzwerge blieben nicht untätig und überschütteten die Angreifer mit Pfeilen, Bolzen und Hagelschlag. Die Angreifer wiederum waren auf dem Burgweg konzentriert, den den restlichen Burghang hatten die Finsterzwerge reichlich mit Drachenfüßen ausgelegt. Jeder Angriff dort würde schwere Verluste nach sich ziehen. Immerhin hatte der Wehrmeister angeordnet, dass die Sturmtruppen mit großen Holzschilden angreifen sollten und so hielten sich die Verluste einigermaßen in Grenzen.
Ein dumpfer Schlag gegen ihren mächtigen Schild brachte Alvide zurück aus ihren Gedanken. Ein kleines Stück Hagelschlag hatte wohl ihren Schild getroffen. Schritt für Schritt rückte sie vor und verfluchte dabei ihr Schicksal, dass sie zwang, hier wie auf dem Präsentierteller zu stehen und nichts weiter tun zu können, als die vorderen Truppen nach vorne zu drücken.
Es ging da vorne nicht so recht vorwärts und ein entsetzter Ruf zeigte ihr, dass die Finsterzwerge eine gut verborgene Schützenstellung in den Fels gehauen hatten und sie nun auch noch von der Seite, vom Berg herab, beschossen wurden. Immerhin waren sie hinter ihren Schild so halbwegs sicher.
Wo blieb nur der Graf? Und warum dauerte das dort vorne so lange? In all dem Gedränge war nicht viel mehr zu sehen als ein Meer von Leibern, dass sich auf der Bresche einen blutigen Kampf lieferte. Und über all dem wehte der Salm Salmingens und der Hirsch Nadorets.