Ein neuer Herr auf Kaiserlich Pervalia

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Ausgabe Nummer 51 - Praios 1033 BF


ANGBAR. Durch das Reisekaisertum Rohajas von Gareth bekommen die Kaiserlichen Pfalzen dieser Tage eine größere Bedeutung, als sie sie jemals hatten. Um die Pfalzen im Koscherland war es bislang nicht gerade gut bestellt, doch in den letzten Jahren hat sich hier einiges getan (siehe KOSCH-KURIER Nr. 46).
Gerade die Kaiserpfalz :Pervalia auf der gleichnamigen Insel im Angbarer See entwickelte sich in letzter Zeit immer mehr zu einem Prestigeobjekt der Angbarer Bürgerschaft, die ein Interesse hat, ihrer Kaiserin ein angemessenes Quartier in Sichtweite der ehrwürdigen Reichsstadt bereitzustellen. Aus diesem Grund wurden die umfangreichen Bauarbeiten immer wieder durch finanzielle Zuschüsse Angbarer Großbürger unterstützt.
Bis vor kurzem hatte die Kaiserin jedoch noch keinen Vasallen bestimmt, der in ih- rem Auftrag die Pfalz verwalten sollte oder auch nur die Aufsicht über die Bauarbeiten innehätte. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen fiel jedoch immer wieder der Name Therunbold von Cellastein. Der beliebte Reichsedle von Cellastein, der gerade bei den weiblichen Mitgliedern der Angbarer Oberschicht großes Ansehen genießt und als Laiendiener der Götten Rahja gilt, hatte bereits im Vorfeld verstärkt dafür geworben, den unrühmlichen Verfall des Schlosses auf Pervalia zu verhindern. Später war er auch einer der ersten, der den Ausbau des Schlosses zu einer repräsentativen Kaiserpfalz vorschlug und bei der Erstellung der Umbaupläne behilflich war. So galt es als sicher, dass er ob seiner Verdienste für die Entstehung der Pfalz von der Kaiserin zum Kastellan erhoben würde (siehe KOSCH-KURIER Nr. 46).

Es sollte jedoch alles anders kommen: Im späten Tsa des Jahres 1032 BF wurde der junge Edle Bardo von Bardostein bei Baumeister Nimosch S. d. Nargod auf Pervalia vorstellig und wies eine von der Kaiserin gesiegelte Urkunde vor, die ihn zum Kaiserlichen Kastellan von Pervalia erhob und ihm die Oberaufsicht über jegliche nötigen Umbauarbeiten erteilte. In den folgenden Tagen bezog Bardo den alten Turm Bardostein, das Stammgut seiner Vorfahren, das ebenfalls auf Pervalia und nördlich des Schlosses gelegen ist. Seither überwacht er von dort aus den Fortschritt der Bauarbeiten.
In Angbar und beim Adel des Hügellandes jedoch ist die Verwirrung groß, und kaum einer kann sich erklären, aus welchem Grund nun doch nicht Therûnbold das bereits sicher geglaubte Amt des Kastellans erhielt. Manch einer vermutet, dass die Beteiligung des Edlen von Cellastein an der Entführung des Erbprinzenpaares dafür verantwortlich sei. Fürst Blasius hatte die „Entführer“ zwar ob ihrer hehren Motive öffentlich begnadigt (siehe KOSCH-KURIER Nr. 49), doch es wird vermutet, die Verwicklung Therûnbolds in diese Affäre habe seinen Ruf doch so nachhaltig geschädigt, dass er sich als Kaiserlicher Verwalter umöglich gemacht hätte. Andere jedoch sprechen von einer geschickt eingefädelten Intrige des Herren von Bardostein, der in den vergangenen Jahren ebenfalls wertvolle Kontakte in Angbar geknüpft hatte und letztlich durch einflussreiche Verbündete den Konkurrenten ausstechen konnte. Wieder andere geben zu bedenken, dass Bardo von Bardostein der Kaiserin einfach daher als die naheliegendste Lösung erschien, da sein Edlengut ohnehin auf Kaiserlich Pervalia gelegen ist. Der übergangene Therûnbold hat sich bislang nicht zu den Vorgängen geäußert und ist überhaupt seit seiner halbjährigen Abwesenheit während der Entführung bislang nur sporadisch in Angbar aufgetaucht. Bei einer dieser seltenen Gelegenheiten sah man ihn jedoch bei einem ausgiebigem Mahl mit seinem vermeintlichen Konkurrenten Bardo scherzen und lachen, so dass die Version, die von einem Zerwürfnis der Häuser Bardostein und Cellastein ausgeht, zumindest als unwahrscheinlich gelten muss. Ob die wahren Hintergründe jemals zu erfahren sind, steht momentan noch in den Sternen, doch der KOSCH-KURIER wird weiter berichten.

Fredor Jergenfeld

Meisterinformationen

Eigentlich hatte Therunbold von Cellastein nie vorgehabt Kastellan von Pervalia zu werden. Das sesshafte Leben als Verwalter einer Kaiserpfalz hätte dem abenteuerlustigen Herumtreiber Therunbold viel zu starre Fesseln angelegt, als dass er solch einer Bürde zugestimmt hätte. Selbst die Pläne Pervalia zu einer Pfalz auszubauen stammen ursprünglich nicht von ihm, sondern bereits zu dieser Zeit steckte Bardo von Bardostein hinter dem ganzen Vorhaben. Bardo selbst war jedoch damals erst gerade wieder neu im Kosch angekommen und kannte kaum einen außer Therunbold von Cellastein, den Bardo noch aus seiner Kindheit als engen Freund der Familie kannte. Die Pläne des noch völlig Unbekannten wären also vermutlich auf taube Ohren gestoßen.

Daher einigte man sich, dass vorerst Therunbold als Fürsprecher der Kaiserpfalz auftreten solle, was auch über lange Zeit gut funktionierte, da Bardo im Hintergrund die Fäden zog, während Therunbold gewissermaßen seinen Namen dafür gab. Es war für die Zukunft geplant, dass Therunbold dann als Kastellan recht bald abdanken und seinen Vertrauten Bardo für seine Nachfolge empfehlen würde. Als Therunbold aber im Zug der Entführungs-Affäre ein halbes Jahr verschwunden war, musste Bardo auch offener die Verhandlungen mit den Geldgebern übernehmen, wobei sich zeigte, dass seine eigenen Verbindungen mittlerweile durchaus mit denen des Verschwundenen mithalten konnten. Nach der Rückkehr und Begnadigung einigten sich beide darauf, dass nun auch offiziell Bardo die Verantwortung für die Pfalz übernehmen könnte, zumal es Therunbold drängte etwas umherzuziehen um unangenehmen Fragen über die misslungene Entführung auszuweichen.