Des Ebers Stamm am Scheideweg Teil 5

Aus KoschWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen


Lua-Fehler in Modul:Lehensabfrage_Briefspiel, Zeile 43: attempt to index a nil value

Bor 1031 BF
Im Gormeler Grün
[[Des Ebers Stamm am Scheideweg Teil 4#_68d13d4a80fb474ee3b0aa166d763563|◅]] [[Des Ebers Stamm am Scheideweg Teil 4#_68d13d4a80fb474ee3b0aa166d763563|]]


Kapitel 5

[[Des Ebers Stamm am Scheideweg Teil 6#_dd27a694eb74c657446bf995a01f7ea6|]] [[Des Ebers Stamm am Scheideweg Teil 6#_dd27a694eb74c657446bf995a01f7ea6|▻]]
Autor: Geron

Im Gormeler Grün, 1031

Mühsam richtete sich Erlan auf und blickte sich um. Neben ihm schlummerte seine Frau Alvide friedlich vor sich hin. Etwas weiter entfernt lag Leubold und schlief ebenso, während Gerwulf Wache hielt. Von den drei Männern, die Erlan in Angbar angeworben hatte, war nichts zu sehen. Ihm schmerzten von der Nacht auf dem harten Boden alle Knochen, und einmal mehr verfluchte er sein Schicksal, dass ihn gezwungen hatte, in diesem kalten Wald nach Anshold vom Eberstamm zu suchen.
Ächzend richtete er sich auf, und nach einem Blick auf die Sonne weckte er seinen Diener Leubold zuerst, um ein wärmendes Feuer in Gang zu bringen. Allerdings war kein Feuerholz mehr da, und so hoffte Erlan, dass die drei Söldner in den Wald gegangen waren um Holz zu sammeln, und so machte sich Erlan keinen Kopf um die drei und wartete auf ihre Rückkehr, damit endlich ein wenig Wärme in diesen kalten Morgen gebracht werden konnte.
Mittlerweile war Alvide auch aufgewacht, und Erlan hatte sich sogar seine wattierte Unterkleidung angezogen, um vor der Kälte geschützt zu sein. Gerwulf wurde schon ganz unruhig und blickte sich ständig nach den drei Gesellen um. Er hatte seinem Herrn gesagt, dass sie nicht besonders vertrauenswürdig waren, und jetzt hatten sie sich scheinbar aus dem Staub gemacht. Auf diese beiden Almadaner konnte man sich einfach nicht verlassen, und dieser andere Wildniskundige war ihm auch merkwürdig vorgekommen, doch da tauchten sie zwischen den Bäumen auf. Alle drei mit geladenen Armbrüsten bewaffnet.
“Lasst eure Waffen fallen, ihr Dreckskerle!“ herrschte der kleine Almadaner die Gruppe an. Als er sah, dass Gerwulf, der als einziger bewaffnet war, zögerte, setzte er hinzu: „Oder wir schießen euch alle über den Haufen.“
Schon nickte Erlan Gerwulf zu, und dieser lies seinen Streitkolben fallen.
„Und jetzt drei Schritte zurück und hebt die Hände.“
Leubold und Alvide gehorchten nach kurzem Zögern, doch Erlan lies sich auf die Knie fallen und rief „Gnade! Gnade! Seid gnädig und zeigt Erbarmen.“
Dann bedeckte er sein Gesicht und begann jämmerlich zu schluchzen. Alvide schaute ihn angewidert an, und auch die drei Söldner waren durch dieses Benehmen ein wenig verwirrt. Nun warf sich auch Lechdan auf die Knie und begann zu jammern.
„Los hoch mit euch“, herrschte der kleine Almadaner die beiden an.
„Hier wird nicht rumgeheult. Wenn ihr euch benehmt und uns euren Besitz aushändigt, passiert euch nichts. Wir werden ein feines Lösegeld für euch erpressen, und schon seid ihr wieder frei.“
Doch diese Rede schien Erlans Verzweiflung nur noch zu steigern, und er begann sich sogar auf dem Boden zu wälzen. Die drei Kerle blickten sich ratlos an, doch in diesem Moment sprang Gerwulf vor und packte seinen Streitkolben. Auch Lechdan und Erlan sprangen auf und hechteten zu ihren Waffen.
„Verrat“ brüllte einer der Kerle und alle drei schossen ihre Armbrüste ab. Lechdan fiel zu Boden und begann zu schreien. In seinem rechten Bein steckte ein Bolzen, und der Schmerz überwältigte ihn.
Auch Alvide ging zu Boden, denn ein Bolzen hatte sie in die Schulter getroffen. Die Strolche rissen derweil ihre Waffen heraus, um den Kampf schnell zu beenden. Doch da war Gerwulf schon heran. Der letzte Bolzen hatte ihn am Kopf gestreift, aber das hielt den Andergaster Riesen nicht auf, und so streckte er den kleinen Almadaner zu Boden, bevor dieser seinen Säbel hatte ziehen können.
Erlan hatte sich unterdessen seinen Kriegshammer gegriffen und stürzte sich laut schreiend auf den Wildniskundigen. Dieser versuchte sich mit seiner Axt mehr schlecht als recht zu verteidigen, doch auch Erlan war kein guter Kämpfer, und so zog sich der Kampf hin. Der andere Alamadaner ging nun auf Gerwulf los, um den Tod seines Kameraden zu rächen, und so wogte der Kampf hin und her, ohne dass sich ein Sieger abzeichnete.
Jedoch hatte sich Alvide aufgerappelt und riss ihr am Boden liegendes Schwert aus der Scheide und stürzte vorwärts. Mit einem kräftigen Hieb mit der flachen Schwertklinge beförderte sie die Axt aus der Hand des Wegelagerers und schlug ihm den Schwertknauf in das Gesicht. Der Kerl sackte in sich zusammen und zuckte nicht mehr. Bevor Erlan eigentlich begriff, was da vor ihm geschah hatte Alvide dem Almadaner das Schwert in die Seite gerammt, während Gerwulf dem Almadaner einen Hieb auf den Brustkorb versetzte.
Völlig verdattert stand Erlan da und blickte über die Szenerie. Die beiden Almadaner lagen tot auf dem Boden, den dritten Strolch fesselte Gerwulf derweil, während Alvide sich unter Ächzen an einen Baum sinken lies. Im Hintergrund war immer noch das Stöhnen Lechdans zu hören, der scheinbar übel dran war.
Erlan liess seinen Hammer fallen und machte sich daran, den Verwundeten zu helfen. Zwar musste er immer wieder seinen Brechreiz herunter kämpfen, doch sah er die Notwendigkeit jetzt rasch zu handeln. Die Anerkennung in den Augen Alvide verlieh ihm noch zusätzlich Flügel. Es stellte sich heraus, dass der einen Almadaner noch lebte, doch verstarb er nach kurzer Zeit Der Hieb, der ihm den Brustkorb zertrümmert hatte, war einfach zu übel gewesen.

Einen Tag später erreichte die lädierte Schar das Schloss Grauensee. Die Diener liefen aufgeregt um die Truppe herum, und es bedurfte einiger strenger Worte, um sie an die Arbeit zu bringen. Der junge Graf zeigte sich entsetzt und warf den überlebenden Strolch ohne großes Aufheben in den Kerker. Die beiden Schwerverwundeten versprach er gut zu pflegen, und schickte sogleich nach einem Heiler. Eigentlich hätte Erlan jetzt gerne ausgeruht, aber Alvide trieb ihn an.
„Du musst den Prinzen finden. Wenn ich es schon nicht vermag, so muss es dir gelingen, mein Gemahl. Gerwulf wird dich bestimmt begleiten, und ich habe gehört, dass Prinz Edelbrecht sich mit einigen Gefolgsleuten auf die Suche nach seinem Bruder gemacht hat. Du solltest ihn dabei unterstützen.“
Erlan nickte ergeben. Eigentlich wäre er jetzt viel lieber in sein gemütliches Haus zurückgekehrt, doch Alvide kannte keinen Pardon, und so zuckte er die Schultern und machte sich am nächsten Morgen auf, um sich dem Prinzen anzuschließen.
Hoffentlich hatte Alvide nach diesem Abenteuer genug von Krieg und Gewalt. Ihm jedenfalls reichte es für den Rest seines Lebens.