Blut, das bindet, Blut, das trennt - Ankunft in Valpos Horn

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Texte der Hauptreihe:
K4. Ankunft in Valpos Horn
Per 1032 BF
Ankunft in Valpos Horn
Von Blut und Wasser

Kapitel 4

Autor: Lindholz, Kunar

Die Baronie Zwischenwasser im Frühling 1032 nach Bosparans Fall

'Einst sah ich sie im Stillen Grund,
Sie spielte mit Fischen und Noggen.
Die Haare wie Silber, die Stimme wie Licht,
Der Klang, er wollte mich locken.

Du süßes Wesen, wo gingest Du hin,
als schwanden der Nebel Schwaden.
Ich ging fort aus Valoor, doch vergaß ich Dich nie,
mein Herz mit Sehnsucht beladen.'

Neugierig blickte Saria zu ihrem Bruder hinüber, der ebenso wie sie beim Anblick des kleinen Dorfes am Rande des Angbarer Sees das Pferd gezügelt hatte.
"Ein Gedicht, welches ich in einem der Bücher in Angbar gelesen habe, während mir der Registrargreve von der Geschichte der Familie vom Kargen Land berichtete", beantwortete Etilian die ungestellte Frage und erklärte dann weiter:
"Valoor ist der ehemalige Name dieses Gutes und er schien sehr erbost darüber zu sein, dass es umbenannt wurde, auch wenn es schon so viele Jahre her ist."
"Vermutlich erscheint es für einen Zwerg noch gar nicht so lange her", mutmaßte die Ritterin.
"Vermutlich", stimmte ihr Bruder ihr zu. "Ich habe mir jedenfalls kaum etwas von seinen Erzählungen merken können, aber diese Worte sind haften geblieben. Ich glaube, einer der Vorfahren des jetzigen Familienoberhauptes hat sie verfasst. Wie es scheint hat ihn die Sehnsucht doch schließlich wieder hierher geführt."
Die braunhaarige Ritterin blickte auf das Gut und glaubte verstehen zu können, warum er diesen Ort nicht hatte vergessen können. Eine seltsame sanfte Melancholie ging von der Ansiedlung aus. Morgendlicher Nebel schwebte noch immer zwischen den Häusern, als würde der See die Ansammlung von Häusern zu einem Teil seines Reiches machen wollen. Doch schon bald würde die aufgehende Praiosscheibe dieser Umarmung ein Ende bereiten und den feuchten Dunst wieder auf das offene Wasser zurück treiben.
Die Einwohner ließen sich von diesem Zauber offenbar nicht beirren und gingen bereits ihrem Tagewerk nach. Ein fernes Kinderlachen brachte Saria schließlich dazu, ihre Fersen sanft in die Flanken des Tralloper Riesens zu drücken, auf dem sie saß. Und auch ihr Bruder löste sich von dem Anblick und hielt seinen dunkelbraunen Warunker dazu an, wieder im Trab auf den Ort zuzuhalten, wo sie schließlich den Eingang zum Gut des Ritters erreichten.
Den Geschwistern kam ein Bediensteter entgegen, der sie höflich begrüßte und nach ihrem Namen und Begehr fragte. Schon nach kurzer Zeit wurden sie ins Haupthaus geleitet. In einem Saal, der wohl für Feste und Speisen in größerer Runde diente, empfing sie ein älterer Herr von etwa sechzig Jahren. Der graue Bart und der ernste Gesichtsausdruck hätten auf den ersten Blick auch zu einem Gelehrten gepasst, der nicht gerne gestört wurde. Das Gewand des Mannes war schwarz und nur an den Rändern verziert. In der Höhe der linken Brust prangte ein kleines Wappen. Erst als der noch Unbekannte auf die beiden Lindholz-Hohenrieds zuschritt, konnten sie erkennen, dass es einen silbernen Einhornkopf mit goldenem Horn und goldener Zunge auf blauem Grund zeigte. Der Mann breitete die Arme aus und begann zu sprechen. Seine Augen wirkten nun freundlich.
"Den Zwölfen zum Gruße und herzlich willkommen auf Gut Valpos Horn! Was verschafft mir die Ehre Eures Besuches?"
Saria trat einen Schritt vor. Ihre Gesichtszüge wirkten offen und ehrlich, als Sie den Gruß des Herren von Valpos Horn erwiderte.
"Die Zwölfe zum Gruß, Euer Wohlgeboren. Mein Bruder und ich sind Verwandte Eurer Schwägerin. Wir haben vor, uns hier im Kosch zu verdingen, und wollten vorerst bei unseren Verwandten und natürlich deren Familienoberhaupt, Euch, vorstellig werden."
Etilian hatte sich bei seiner Erwähnung leicht verbeugt, überließ ansonsten aber seiner Schwester das Reden. Zu gerne hätte er sich einige Einzelheiten im Festsaal ein wenig näher angesehen, doch er wollte nicht unhöflich sein und seinen Blick - als würde ihn das Gespräch nicht interessieren - durch den Raum schweifen lassen. Also hörte er still weiter zu als die Darpatierin fortfuhr.
"Wie wir hörten, hat sich einer Eurer Söhne der schwierigen Aufgabe zugewandt, ein Gut im unwirtlichen Moorbrück aufzubauen. Falls Ihr und der Vogt von Moorbrück keine Verwendung für unsere Dienste habt, wollten wir, mit Eurer Erlaubnis, Eurem Sohn unsere Unterstützung anbieten."
Gero hatte schon bei der Eröffnung des Verwandtschaftsverhältnisses die Augenbrauen erstaunt hochgezogen, nun war er völlig perplex.
"Also, das ist doch..."
"Verwandte von Avesinda, wie wunderbar. Seid willkommen auf Gut Valpos Horn."
Eine ruhige, aber gleichzeitig Freundlichkeit und Wärme signalisierende Stimme zog die Aufmerksamkeit der Darpatier auf sich. Sie gehörte zu einer grauhaarigen Frau, deren blaue Augen lebendig funkelten. Sie trug ein grünes Kleid und hatte die Haare mittels silberner Spangen an den Seiten zu zwei Schnecken hochgesteckt. Nun ging sie leisen Schrittes auf die Geschwister zu.
"Bitte, setzt Euch doch und erzählt. Es ist schön, nach so vielen Götterläufen etwas von unseren angeheirateten Verwandten zu hören. Wir hatten ja leider nie viel Gelegenheit dazu..."
Der Herr des Hauses erwachte bei diesen Worten aus seiner Starre.
"Parinor!" rief er laut. "Hol vom guten Wein!"
Derweil schüttelte die ältere Dame nacheinander Sarias und Etilians Hand.
"Niam vom Kargen Land, Geros Frau und Boromils Mutter."
Gero stellte sich nun ebenfalls noch einmal offiziell vor, holte den Händedruck nach und wies auf einige freie Plätze an der Tafel. Schon kurze Zeit, nachdem sich die vier hingesetzt hatten, wurden Getränke hereingebracht. Gero erhob seinen Becher und brachte einen Trinkspruch auf die Familie aus. Danach jedoch wurde das Ehepaar von seiner Wissbegierde beherrscht. Dass Hesinde die Hausgottheit war, konnte nicht verborgen bleiben.
Saria berichtete, was Etilian bereits zuvor in Kargen erzählt hatte. Gero und Niam reagierten recht erfreut ob der Nachricht, dass die neu gefundenen Verwandten bereits bei Boronwyn und Avesinda gewesen waren.
Nun wurden weitere Kleinigkeiten aufgetischt, und Etilian schwante, dass ihm etwas Ähnliches bevorstünde wie in Kargen.
"Wir haben genügend Platz, um Euch eine Weile Unterkunft zu bieten", sagte Niam gerade. "Nach den Erlebnissen in Darpatien wird die Ruhe dieser Gegend sicherlich gut tun."
"Ja, meine Liebe, es ist nur recht, wenn wir unsere Verwandten - auch wenn sie nicht aus der Almadaner Hauptlinie stammen - bei uns unterbringen. Schließlich ist das hier der der Sitz des Familienoberhauptes!"
Gero wandte sich nun an seine Gäste.
"Aber verzeiht, wenn ich noch einmal rückfrage: Es war doch die Rede davon, nach Moorbrück zu ziehen. Erzählt doch bitte etwas genauer von Euren Plänen."
"Lasst mich Euch zuallererst für Euer großzügiges Angebot danken. Auch wenn es uns ebenfalls sehr erfreut, endlich etwas mehr über unsere Verwandschaft zu erfahren - unser Vater war immer sehr verschlossen in diesen Dingen - so hoffen wir dennoch, Euch nicht all zu lange zur Last zu fallen", begann Saria ihre Rede während Etilian sich endlich die Zeit nehmen konnte, den eher einfach gehaltenen Saal etwas genauer zu mustern.
Es gab hier wenig Prunk - einige Teppiche und ein wenig Zierrat mussten den Raum für repräsentative Zwecke schmücken. Die Einrichtung wirkte eher zweckmäßig, die recht kahlen steinernen Wände trutzig. Der Kamin machte hingegen einen einladenden, gemütlichen Eindruck.
Eher nebenbei nahm er wahr, was seine Schwester mit ruhiger Stimme berichtete.
"Gerade weil unser Land durch finstere Kräfte so verheert wurde, ist es uns ein Anliegen jenen beizustehen, die sich einer ähnlichen Aufgabe verschrieben haben. Sicherlich würde es dem, was hinter uns liegt, ein wenig die Bitterkeit nehmen, wenn wir hier daran teilhaben dürfen, wenn Tatkraft dem Land den Segen der Zwölfe zurückgibt, der ihm einst geraubt wurde."
Die Ritterin machte eine kleine Atempause. Unbewusst strich sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, die sich in ihren feinen Wimpern verfangen hatte.
"Deswegen wollen wir dem Vogt und den Neusiedlern unsere Dienste anbieten. Mein Bruder ist in der Heilkunst bewandert und ich weiß meine Klinge wohl zu führen. Sicherlich können wir von Nutzen sein."
Saria überlegt einen Augenblick, entschied sich dann aber für den rondragefälligen Weg und sprach gerade heraus, wie es ihr sowieso am meisten lag.
"Wie wir dort genau verfahren wollen, weiß ich noch nicht. Das hängt wohl auch davon ab, in welcher Situation sich die Herren von Stand vor Ort befinden. Jedoch...", ein kurzes scheues Lächeln huschte über ihre Züge, wie die Erinnerung an das Mädchen, das sie einst war, bevor der Krieg losbrach, "... würde es uns sicher sehr helfen, wenn Ihr mit einem Empfehlungsschreiben unsere hehren Absichten bestätigen würdet. Ich hoffe es stört Euch nicht, wenn ich dies so offen anspreche."
Gero hatte während Sarias Worten aufmerksam zugehört und stumm genickt. Am Ende jedoch runzelte er die Stirn.
"Ich kann es nur begrüßen, wenn Menschen unseres Standes nicht auf der faulen Haut liegen wollen, sondern kräftig zupacken. Im Kosch sind wir nicht so vornehm wie vielleicht in Garetien. Auch schätze ich es, wenn Leute aufgrund des eigenen Unglückes nicht verzagen, sondern aufgrund ihrer Erfahrung Gutes schaffen wollen. Den Tüchtigen hilft Phex, wie es so schön heißt. Jedoch ist auch das das Problem. Unterkunft will ich Euch gerne gewähren, das ist nur traviagefällig. Doch kenne ich noch keine Eurer Taten aus Darpatien, um Euch einem anderen empfehlen zu können. Versteht mich nicht falsch, ich will Euch gerne unterstützen, aber es wäre nicht ehrlich, wenn ich Fähigkeiten schriftlich bestätige, die ich selbst nicht erlebt habe."
Etwas ratlos blickte er zu den darpatischen Verwandten. Saria stieg die Röte ins Gesicht. Sie war wieder einmal zu schnell in dem gewesen, was sie geäußert hatte.
"Verzeiht meine voreiligen Worte, Euer Wohlgeboren", stotterte sie. "Es war unangemessen zum jetzigen Zeitpunkt so etwas zu erbitten."
"Aber Gero", fügte seine Gattin hinzu, die den Ritter am Arm zupfte, damit er seinen Kopf etwas zu ihr herüberbeugte. Sie flüsterte ihm etwas ins Ohr, worauf er laut "Ach ja, richtig!" ausrief.
"Meine gute Niam hat die Dinge mal wieder klarer gesehen als ich. Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, wie ich Euch guten Gewissens das erwünschte Schreiben ausstellen kann. Dazu muss man wissen, dass mein Sohn Boromil bald verreist. Er soll uns auf dem Reichskongress in Weidleth vertreten. Um die Arbeiten an der Siedlung zu beaufsichtigen, soll mein Diener und Verwalter Parinor nach Moorbrück reisen. Wenn Ihr als seine Eskorte reist, ist mir gleich wohler. Lasst Euch von Boromil oder seinem Schreiber bestätigen, dass Ihr ihn rechtzeitig und wohlbehalten abgeliefert habt, und Ihr habt Euch das Empfehlungsschreiben redlich verdient!"
Erleichtert atmete die Ritterin aus Darpatien aus und griff unwillkürlich zu dem Anhänger um ihren Hals, welcher den Kopf einer Leuin zeigte. Im Stillen dankte sie der Wächterin auf Alverans Zinnen dafür, dass ihre vorschnellen Worte ihre Verwandten nicht ernsthaft verärgert hatten und nahm sich vor, nicht nur im Umgang mit der Klinge sondern auch mit der Zunge bedachter zu agieren, so viel schwerer ihr dies auch fiel.
"Wir danken Euch", sagte sie daher. "Mit Freuden nehmen wir diese Aufgabe an und geloben, Euren Verwalter wohlbehalten nach Moorbrück zu bringen."
Der Gastgeber wirkte nun sichtlich gelöst.
"Na, das ist doch ausgezeichnet!"
Er rief erneut einen Diener herbei, der den Herrschaften nachschenkte, und nannte dabei die Namen seiner Gäste.
"Parinor, sie werden Dich nach Moorbrück begleiten. Auf diese Weise musst Du den Weg nicht allein zurücklegen."
Der Angesprochene bedankte sich hastig bei seinem Herrn für seine Großzügigkeit und bei den Geschwistern für die Ehre, von ihnen begleitet zu werden. Es war Niam, die ruhig und mit glücklichem Gesichtsausdruck das Pokal zum Trinkspruch erhob.
"Auf unsere wiedergefundenen Verwandten! Mögen all ihre Wege sicher sein!"
Nun stieß man an. Der Wein mundete, auch wenn er nicht so vortrefflich ausfiel, wie man nach dem Namen Valpos Horn wohl erwartet hätte.
"In unserer Familie ist der Durst nach Wissen stärker als der nach Wein", erklärte Niam, die die Gedanken ihrer Verwandten wohl schon geahnt hatte. "Früher hieß das Rittergut noch Valoor."
"Ja, das hörte ich bereits bei meinen Erkundigungen in Angbar", nickte Etilian. "Ich habe sogar ein Gedicht gelesen, das den Ort erwähnt."
Nun sahen sich die beiden Eheleute liebevoll an und teilten wortlos gemeinsame Erinnerungen. Gero lächelte.
"Ich selbst habe es einst für eine junge Dame deklamiert, die mir den Kopf verdreht hatte." Niam tätschelte zärtlich seine Hand.
"Wer sagt, dass Wissen immer trocken sein muss? Solche Gedichte zu kennen, fand ich schon immer romantisch."
Jetzt wandte sie sich wieder den beiden Darpatiern zu. "Vielleicht sollten wir unseren Gästen jedoch noch ein wenig praktisches Wissen mitgeben. Sie werden wahrscheinlich einige Zeit hier wohnen."
Saria schien durchaus angetan von dem Gedanken.
"Der Registrargreve wird Euch vielleicht schon einiges erzählt haben, aber ich will lieber sicher gehen, dass Ihr wisst, mit wem Ihr es zu tun habt."
Gero schmunzelte bei den Worten seiner Gattin. Sie fuhr fort.
"Zum einen: Wir stehen treu zu Graf Wilbur vom See! Seine Hochwohlgeboren ist bereits in jungen Jahren zum Lehnsherr über zwei frühere Grafschaften geworden. Leider ist nicht jeder damit zufrieden; es gibt manche Neider und gar Schlimmeres..."
Bei diesen Worten sah sie ihren Gatten an, fast als erwarte sie seine Zustimmung, um weiterzuerzählen.
"Seid auf der Hut, dass Euch kein Intrigant auf seine Seite zieht! Zum anderen: Wir sind magiefreundlich. Das ist sehr ungewöhnlich für die Gegend! Wundert Euch also nicht, wenn man Euch etwas seltsam anguckt, wenn Ihr erzählt, wer Euch aufgenommen hat. Magiebegabten gegenüber sind viele einfache Leute sehr misstrauisch eingestellt, man befürchtet von ihnen gleich das Schlimmste..."
Bei diesen Worten sahen sich Saria und Etilian unwillkürlich besorgt an. Das könnte Ärger geben!
Gero missdeutete ihre Blicke und beeilte sich, hinzuzufügen: "Nein, nein! Wir sind vollkommen rechtschaffen!" Er winkte ab. "Ihr braucht Euch nicht zu sorgen! Die guten Magier im Kosch sorgen schon dafür, dass es hier nicht zu Vergehen kommt, wie sie mancher vielleicht in Eurer früheren Heimat verbrochen hat."
"Zwei unserer Kinder sind selbst Gildenmagier und würden heimliche Magie sicherlich schnell erkennen."
"Den Grafen schützt hingegen Truchsess Voltan von Falkenhag höchstpersönlich. An diesem Magier kommt sicherlich niemand so leicht vorbei!", stimmte Gero anerkennend zu.
"Etwas anderes ist es natürlich mit den Druiden und Hexen, überhaupt in der Wildnis", setzte Niam fort. "Es gibt sicherlich einige gute unter ihnen, aber es hat auch schon abscheuliche Verbrechen von ihnen gegeben."
"Ja, bei diesen Naturzauberern weiß man nie", mahnte Gero. "Aber ich sehe schon, wir scheinen Euch damit ja nun doch wieder einen Schrecken einzujagen. Das soll nicht sein!"
Tatsächlich war insbesondere Etilian froh, dass nun wieder das Thema gewechselt wurde.
Gero selbst schenkte noch einmal allen ein und erklärte dann: "Wenn Ihr Euch in Darpatien behauptet hat, dann sollte der Kosch keine zu schwere Prüfung für Euch darstellen. Saria macht doch einen recht schlagkräftigen Eindruck! Ich bin sicher, Holdwin wird sich gerne einmal mit ihr messen."
"Unser ältester Sohn", erklärte Niam, "kämpft gerne auf Turnieren, im Gegensatz zu manch anderem in der Familie."
Unbeirrt sprach Gero weiter: "Und einen Heiler wird man überall gerne sehen! Gerade in Moorbrück könnte ich mir vorstellen, dass da das eine oder andere Wehwehchen zu kurieren ist. Die Zwölfe mögen es verhüten, aber man weiß ja nie, ob nicht bei einem Neusiedler richtig Not am Mann ist!"
"Ich meine auch, dass Ihr leicht den nächsten Auftrag in Moorbrück bekommen könnt. Es gibt dort so viel zu tun und es werden immer fähige Leute gebraucht".
Niam schaute Saria und Etilian freundlich an.
Während Etilian noch einem Gedanken nachzuhängen schien, erwiderte Saria den Blick mit einem Nicken und stellte fest: "Wir werden in Moorbrück Augen und Ohren nach neuen Herausforderungen offen halten, seid gewiss."
Für einen Augenblick genoss sie das Gefühl, an einem Ort angekommen zu sein, der ein herzliches Willkommen ausstrahlte.
Dann fuhr sie fort: "Wir danken Euch außerdem für Eure offenen Worte bezüglich Eurer Position zum Grafenhaus und zu möglichen Animositäten, die uns begegnen könnten. Wir werden Eure Ratschläge beherzigen und, so es die Götter wollen, wird sich alles zum Guten fügen. Ich habe großes Vertrauen, dass wir dieses Land, den Kosch, eines Tages werden Heimat nennen können."
Dem Ritter vom Kargen Land gefiel das.
"Wohl gesprochen! Lasst uns darauf anstoßen!"
"Auf die Heimat und die Familie", formulierte Niam.
"Auf die Heimat und die Familie!", wiederholten alle und ließen die Pokale erklingen.