Angroschs Hammer ertönt

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Angroschs Hammer ertönt! Erdbeben richtet zahlreiche Verwüstungen in Koschim an

Koschim/Angbar. Das Wirken der Hohen Zwölfe ist unergründlich, für die gewöhnlichen Sterblichen wie auch für ihre höchsten und würdigsten Diener. Kein Gott aber ist zu so unerschöpflicher Gnade als auch furchtbarem Zorne fähig wie der Allvater Ingerimm, da• nicht einmal seine liebsten Kinder, das Volk der Zwerge, vor seiner Wut gefeit scheinen, wie die jüngsten Ereignisse in der koscher Bergfreiheit zeigen.

Es geschah am 21. Tag des Tsa-Mondes 1019 im Gebiete der ehrwürdigen Bergfreiheit Koschim im nördlichen Kosch: In den frühen Morgenstunden erbebten die Hallen der reichen Binge, Krüge und Schalen klapperten in den Schränken. Wie ein Spuk verklang das Beben, ohne dass alle Bewohner der Hallen davon aus dem Schlafe gerüttelt worden wären. Doch diejenigen, die das Grollen des Gottes vernommen, waren von banger Sorge erfüllt und fragten die Priester um Rat.

Mit dem ersten Praiosstrahle also riefen seine ehrwürdigen Gnaden, Esbadosch, Sohn des Ertax, seines Zeichens höchster Geweihter des Bergreiches, die Kinder Angroschs in die Heilige Halle Koshims. Nach den alten Riten, unter dem traditionellen Opfer von Basalt, Sand und Erz in den Glutschacht, baten die Angroschim ihren Gottvater um Milde, er möge sie doch vor seinem Zorne verschonen.

Wie aber Väterchen Esbadosch den Hammer erheben will, um den kupfernen Gong zu schlagen und somit den Segen des Allmächtigen auf das Haupt der Gläubigen zu rufen, da erbebt mit einem Male Sumus Leib in großer Heftigkeit; Sand, Mörtel und kleinere Steine rieseln von der gewaltigen Hallendecke, über dem eisenbeschlagenen Portale zeichnet sich ein langgestreckter Riss vom Boden bis zur Decke durch den schwarzen Koschbasalt. Mit Getöse stürzt einer der bronzenen Dreifüße um und ergießt eine Flut glühender Kohlen die Treppen hinab, lässt die Menge erschrocken auseinander stieben.

Nur wenige Minuten währt das furchtbare Beben, um dann unvermittelt abzuklingen. Noch dreimal lässt der zürnende Gott – denn wer sonst hätte eine solche Macht – Sumus Leib erzittern, doch ist sein Zorn verraucht und dies nur mehr gleich dem erregten Atem seiner göttlichen Brust.

Bestürzt begutachtet Bergkönig Gilemon Sohn des Gillim, die Schäden in den heimischen Hallen. Zwar hatte das Kleine Volk schon schlimmere Dinge überstehen müssen, doch erschreckend breitet sich dieser Tage die prächtige Binge an manchen Orten aus: In manchen Gängen ist die basaltene Decke herabgestürzt, hat Bergleute oder Handwerker begraben; einige Zugänge zu den tieferen Ebenen sind verschüttet, und die Sippenhalle der Umarosch gar gänzlich verwüstet. Dutzende, wenn nicht hunderte von kundigen Zwergenhänden sind derweilen dabei, in Windeseile die Brüder und Schwestern aus den Trümmern zu befreien, und die Robustheit der Angroschim scheint die Hoffnung auf ein Gelingen wohl noch am Leben zu erhalten. In den zentralen Hallen und Bingen des Bergreiches sind götterlob nur wenige Todesopfer zu beklagen.

Sobald die ärgste Not gebannt war, sandte aber der weise Zwergenfürst Gilemon Boten aus, welche in die entfernteren Gegenden des Zwergenreiches vordringen und Kunde der dortigen Zerstörungen bringen sollen.

Stumm und trauernd machten sich die Angroschim an den Wiederaufbau ihrer Hallen, derweil die Priester und Ältesten in des Bergkönigs Gilemon Gemach zu ergründen suchten, was den Zorn Angroschs erweckt habe.

Der Gott zürne immer noch ob der Maschine des Baktrosch, mit der jener bis ins Erdinnere zu bohren gedachte, mutmaßten die einen. Doch das waren wenige, denn der glücklose Mechanicus hatte die Stollen vor Monden verlassen (eine genauere Schilderung der Ereignisse auf Seite 2 dieses Journals).

Viel wahrscheinlicher sei es, so erging am Ende der Ratsschluss, dass das Beben – trotz seiner Stärke – nicht mehr als eine Warnung des Gottes war. Warum sonst hätten die größten Schäden alte, längst verlassene Tunnel getroffen? Wäre Malmar direkt gegen das Herz Koschims geschwungen worden, dann hätten wohl viele der schwächeren Gewölbe den Zorn des Gottes doch nicht zu tragen vermocht. Allein, wovor die Angroschkinder Acht haben sollten, das wussten auch die Weisesten unter ihnen nicht zu sagen.

Glücklicherweise aber waren auch keine Ländereien mit einer dichteren menschlichen Bevölkerung betroffen, obgleich manch ein Angbarer Bürger behauptete, in der betreffenden Nacht ein leichtes Zittern gespürt zu haben – und dies, obzwar des Gottes Heiliger Stein, welcher im Angbarer Tempel verwahrt wird, doch jeglich Unbill solcher Art wehren sollte!

Um den Gläubigen Koschims Trost zu spenden und die Verbundenheit der menschlichen Gemeinschaft mit der Zwergenheit zu verkünden, sandte Seine Erhabenheit, der Hüter der Flamme, Ibralosch Sohn des Igen, seine rechte Hand, nach der verwüsteten Binge und kündigte für den folgenden Feuertag eine Ingrimmsmesse auf dem Zwergenplatz im Norden der Stadt an.

Dies rief einige Verwunderung hervor, war doch in der Vergangenheit die Beziehung zwischen erzzwergischen Koshimern und den von Menschen und Hügelzwergen geprägten Gefolgschaft des Hüters der Flamme vor allem durch Zwistigkeiten gekennzeichnet. Meister Ibralosch aber ist im Umgang mit den ernsten Vettern seines Volkes jedenfalls gewohnt, weilte er doch schon zuvor einige Zeit als Gesandter in den Hallen Koshims und ist, so munkelt man, auch Mitglied der Bruderschaft Ingrahalls.

Frendhil Ferdoker (nach Berichten der Bergköniglichen Boten)