Angenknie

Aus KoschWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

In der Geistmark findet sich eine Stelle, an der die Ange einen überaus scharfen Knick macht, wessenthalben sie das Knie der Ange geheißen wird.

Am Angenknie erhebt sich ein Turm, an dem alljährlich ein Geweihter oder eine Geweihte des Efferd ein Flutorakel liest. Das Angenknie ist deswegen auch das efferdgefällige Ziel der Pilgerer auf dem Zwölfergang.

Dieser Turm, der Flutturm geheißen, ist wohl 10 Schritt hoch. Während in der vorderen Mauer ein offenes Tor einlädt, reicht die Rückmauer bis an den Grund der Ange. Die blaubemalten Mauern sind mit Reliefs bedeckt, die Mythen und Kult des Efferd, aber auch Szenen des Koscher Alltags zeigen. Manche tragen auch Jahreszahlen und Namenslisten. Gekrönt wird der Turm von einem wellenförmigen Zinnenkranz.

Alljährlich am 1. Phex wird hier ein Bittgottesdienst abgehalten, dass Efferd das Land von Überschwemmungen verschonen möge. Bauern vom ganzen Angenlauf versammeln sich dazu. Dennoch schickt Efferd manches Jahr eine Flut, die die Dörfer und Felder bis zu mehrere Schritt unter Wasser setzt. Die Höhe einer solchen Flut wird an den Reliefs des Turmes gemessen (zwei Spann Hochwasser sind eine Delphinsflut, eineinhalb Schritt eine Elidasflut etc.). Nach jeder Flut wird eine Tafel mit der Jahreszahl in der betreffenden Höhe angebracht, dazu die Namen allfälliger Opfer. Oft lassen die Hinterbliebenen zusätzlich - im Efferdsmond - ein Relief mit dem Bild des Ertrunkenen bei der Arbeit oder beim Gebet anbringen. Zu andern Zeiten ist der Turm unbewohnt (er ist im Innern auch völlig leer), die Feiern werden von Priestern des Angbarer Tempels zelebriert.

Während des Bittgottesdienstes am 1. Phex wird jeweils mit einem Netz ein Angbarsch gefangen. Der Priester schneidet ihn der Länge nach auf und liest in den Eingeweiden den Willen Efferds. Ungefähr zweimal im Jahrzehnt verlangt er eine Pilgerfahrt nach Angbar in den Tempel. Dann schickt jedes Dorf entlang der Ange eine Gesandtschaft von drei bis zwölf Leuten in blauen Pilgergewändern, mit einer Prozessionsstandarte, und unter Gesang wandert der stets wachsende Zug bis in die Fürstenstadt. Dort wird drei Tage lang gebetet, bis die Pilgerfahrt schließlich mit einem großen Fest beendet wird.